Hot! Alles andere als ein Aufstieg ins Unbekannte

Die Viktoria erwartet in der Regionalliga Bayern ein weitgehend vertrautes Teilnehmerfeld mit einigen belebenden Einsprengseln / Die 17 Konkurrenten der kommenden Saison im Überblick (Teil 1)

„Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“, in leichter Abwandlung des 72er Top-Hits des jüngst verblichenen Schlagerbarden Jürgen Marcus ließe sich eine speziell auf die kommende Saison zugeschnittene Vereinshymne für die Viktoria texten. In dieser neuen Liga – der Regionalliga Bayern – gilt freilich eher das Motto „Alte Liebe rostet nicht“, denn von den 17 Teilnehmern des Feldes sind dem SVA ganze 15 nicht nur namentlich, sondern von diversen früheren sportlichen Dates her auch hautnah bekannt. Ausdrücklich nicht gilt das lediglich für zwei Aufsteiger neueren Datums aus der Bayernliga Süd, den VfR Garching und den FC Pipinsried.

Viktoria Aschaffenburg darf sich wieder auf Duelle mit dem Nachwuchs des FC Bayern freuen (Archiv, © Moritz Hahn)

Erst in den letzten Tagen erhielt das Gesicht der Regionalliga Bayern 2018/19 die letzten Konturen durch abschließende Entscheidungsfindungen in Sachen Auf- und Abstieg. Meister TSV 1860 München wird die Klasse in Richtung dritte Liga verlassen, nachdem er sich in der Relegation gegen den Regionalliga-Südwest-Vertreter 1. FC Saarbrücken in zwei Partien knapp mit 3:2 und 2:2 durchsetzen konnte. Die attraktiven Löwen werden schmerzlich vermisst werden, zuvorderst von den Schatzmeistern der gegnerischen Vereine, die ihre Gastspiele grundsätzlich in bester Erinnerung behalten haben dürften. Mit Ausnahme der Meister der beiden Bayernliga-Staffeln, der Viktoria und des SV Heimstetten – beide bereits mit Regionalliga-Erfahrung, wird es in diesem Jahr keinen (weiteren) Aufsteiger geben, denn die anderen potentiellen Kandidaten, der Nord-Zweite TSV Aubstadt und der Süd-Dritte TSV Rain am Lech mussten sich den in der letzten Saison unversehens in Abstiegsnot geratenen alten Regionalliga-Haudegen SpVgg. Bayreuth respektive FC Memmingen in der Relegation jeweils hauchdünn geschlagen geben.

Regionalliga Bayern künftig ohne „Löwenanteile“

Elementarer Bestandteil seit der Gründung der Regionalliga Bayern in der Saison 2012/13 sind die Zweitvertretungen der Profivereine – namentlich die von Bayern München, TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, FC Augsburg, FC Ingolstadt 04 und SpVgg. Greuther Fürth –, die der Bayernliga Nord auch in den letzten Jahren sportlich ihren Stempel aufdrückten. Die kleinen Löwen mussten in der letzten Saison nach dem sportlichen Abstieg der ersten Mannschaft aus der zweiten Liga und ihrem anschließenden Absturz in die Regionalliga Bayern (aus wirtschaftlichen Gründen) das Feld räumen und in die Bayernliga Süd zurückziehen. Das Team von Daniel Bierofka wiederum sicherte sich auf Anhieb die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern und setzte sich in der Relegation gegen Saarbrücken durch, so dass man in der kommenden Saison in der 3. Liga spielt. Damit hat nach Jahn Regensburg, den Würzburger Kickers und der SpVgg. Unterhaching im vierten Jahr in Folge eine Mannschaft aus der Regionalliga Bayern den einst als „Mission impossible“ apostrophierten Aufstieg in die 3. Liga geschafft, was einen schlagenden Beweis für die Konkurrenzfähigkeit dieser Liga darstellt.

Die Regionalliga Bayern 2018/19 muss erstmals gänzlich ohne Löwen auskommen (Archiv, © Moritz Hahn)

Profitieren Profireserven von der Abwanderung der sportlichen Elite?

Das Leistungsbild der Profireserven in der abgelaufenen Saison entspricht im Großen und Ganzen dem der vergangenen Jahre: Mit den Reserveteams des FC Bayern (2.), des 1. FC Nürnberg (5.), des FC Ingolstadt 04 (6.) und des FC Augsburg (8.) sind vier U21-Teams unter den ersten zehn der Tabelle, einzig die Vertretung der SpVgg. Greuther Fürth (13.) schert hier aus. Die Kleeblätter waren zusammen mit dem FC Augsburg auch seit Gründung der Liga die einzigen Reserveteams, die jeweils einmal den Klassenerhalt über den Umweg der Abstiegsrelegation sichern mussten. Umgekehrt scheiterten der TSV 1860 München II als Meister der Spielzeit 2012/13 sowie die kleinen Bayern (2013/14) knapp in der Aufstiegsrelegation zur dritten Liga. In den letzten Spielzeiten relativierte sich die anfängliche Dominanz der Profi-Reserven ein wenig, da zunehmend Drittliga-Absteiger wie die SpVgg. Unterhaching und Jahn Regensburg den Ton angaben, die die Klasse allerdings nach einer Stippvisite längst wieder in Richtung höherer Gefilde verlassen haben. Hinzu kommen die von der Aktion „3×3“ gepushten Kickers aus Würzburg (derzeit 3. Liga). Nach dem Abgang dieser sportlichen Protagonisten wird die sportliche Hierarchie vor der Spielzeit 2018/19 nunmehr neu geklärt werden müssen. Einiges spricht dafür, dass die Profireserven – allen voran die kleinen Bayern – wieder in dieses Machtvakuum vorzustoßen vermögen und ihnen allenfalls in den aufstrebenden Schweinfurtern, die mit einer ähnlichen programmatischen Ausrichtung wie seinerzeit die Rothosen in der abgelaufenen Saison auf Rang drei landeten, noch ein ernsthafter Widersacher erwachsen könnte.

Im folgenden zweiten Teil des Liga-Porträts befassen wir uns mit jenen zwölf Vereinen, die gleich der Viktoria mit ihrer ersten Garnitur in der Regionalliga Bayern vertreten sind und – ob nun Gründungsmitglied oder Newcomer – gerade in Bezug auf Attraktivität und Besucherzahlen das eigentliche „Fleisch der Liga“ bilden.

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