Auch der TSV 1860 Rosenheim soll Viktorias Auswärtsstärke zu spüren bekommen

Seit dem 3: August sind die Weiß-Blauen in sechs Spielen auf fremden Plätzen ungeschlagen / Unbelehrbar: TSV-Coach Zaric verliert nicht gerne

Am 19. Spieltag der Regionalliga Bayern darf die Viktoria zur Abwechslung mal wieder fremde Scholle beackern. Es geht ins 425 Kilometer entfernte Rosenheim, wo der gastgebende TSV 1860 nach besorgniserregendem Saisonverlauf mit zuletzt zwei Auswärtssiegen in Folge – in Bayreuth und Garching (jeweils 1:0) – einen großen Satz in den Tabelle machte und innerhalb dieser zwei Spieltage den letzten Platz (18) mit Rang 12 tauschte. Die Viktoria muss sich im Jahnstadion (Samstag, 14 Uhr) vorsehen, denn da ist ja noch der nachtragende Anführer der „Rosenheim-Cops“, Coach Ognjen Zaric, der sich das Konterfei der Viktoria aus dem 0:3 im Hinspiel eingeprägt hat und die damalige „Ermittlungspanne“ ganz gewiss nicht auf sich beruhen lassen will.

Erst zu Beginn der Saison hatte der 29-jährige Zaric, zuvor U17-Trainer bei der SpVgg. Unterhaching, das Traineramt von Tobias Strobl übernommen. In einem interessanten Artikel des Münchner Merkurs stand kürzlich über den gebürtigen Serben zu lesen: „Zaric hat zwar das Gesicht eines Engels, er ist ein netter, höflicher Mann, einer den man sich als Schwiegersohn nur wünschen würde. Er hat aber ein Problem, er kann einfach nicht verlieren.“ Und der so Beschriebene selbst: „Ich will noch so manches lernen, aber das Verlieren nie.“ Da war von seiner Seite hartnäckige Widerspenstigkeit gefragt, denn die Regionalliga erteilte ihm in der Hinrunde diesbezüglich ausgiebigen Unterricht: Neun der ersten 17 Partien verlor der TSV und hatte vom vierten bis zum 17. Spieltag durchgehend direkten Kontakt zur Abstiegszone.

Viktoria Aschaffenburg setzte sich am 2. Spieltag mit 3:0 gegen Rosenheim durch (© Moritz Hahn)

Rosenheimer Offensivschwäche: Nur gegen die Bayern tobte man sich aus

Von allen Teams haben die Oberbayern trotz namhafter Offensivkräfte die mit Abstand wenigsten Tore erzielt (15 Treffer aus 18 Spielen) und haben mit -16 auch die schlechteste Tordifferenz aufzuweisen. Für den Löwenanteil der Tore zeichnet das Duo Markus Einsiedler (5) und Michael Neumeier (4) verantwortlich. Saisongeschichte schrieben die Roten, als sie am 12. Spieltag vor der Saisonrekordkulisse von 800 Besuchern mit einem 3:2-Heimsieg für die erste Saisonniederlage der kleinen Bayern sorgten. Seit damals spielte man noch zweimal zu Hause und bezog dabei überaus schmerzliche Niederlage gegen die Mitkonkurrenten Pipinsried (0:2) und Schalding-Heining (0:1).

Beim 3:0 in der Hinrunde konnte die Viktoria im achten Aufeinandertreffen mit Rosenheim endlich den ersten Sieg verbuchen. Dem stehen fünf Siege der Oberbayern gegenüber, zweimal spielte man remis. Im Rosenheimer Jahnstadion wartet man nach drei Niederlagen und dem torlosen Remis in der Relegationsrunde 2016 noch immer auf den ersten Sieg. Gegen die ungeachtet der jüngsten Erfolge nach wie vor stark unter Zugzwang stehende Zaric-Truppe sind die Voraussetzungen dafür so gut wie nie.

Anfahrt schon am Freitag

Zum Rückrundenstart am vergangenen Samstag gab es beim 1:1 gegen den TSV Buchbach zwar nur einen Punkt, doch sah Jochen Seitz gleichwohl genügend Veranlassung, positive Töne anzuschlagen: „Klar, wir hätten uns gewünscht, mit einem Dreier zu starten, aber dafür waren wir vorne nicht effizient genug. Das kann passieren, Tore erzielen ist nun mal das Schwierigste im Fußball. Daher: bis auf das fehlende i-Tüpfelchen eine rundum ordentliche Leistung meiner Mannschaft.“

Um eine optimale Vorbereitung auf das vom Anfahrtsweg her beschwerlichste Auswärtsspiel in Rosenheim zu gewährleisten, wurden entsprechende organisatorische Vorkehrungen getroffen: „Wir fahren am Freitag schon los und übernachten dann in München. Anders wäre das gar nicht zu bewältigen, da hätten wir samstags früh um sechs Uhr losfahren müssen.“

Jochen Seitz: „Im Hinspiel hatten wir das Quäntchen Glück“

Das 3:0 im Hinspiel, mithin der höchste Saisonsieg der Weiß-Blauen in der laufenden Runde, möchte der Coach keinesfalls überbewertet wissen: „In Hinspiel hatten wir einfach das nötige Quäntchen Glück, denn Rosenheim hätte seinerzeit per Elfmeter zum 1:1 ausgleichen können. Das war damals schon ein Spiel auf Augenhöhe und wird es wohl auch dieses Mal sein.“

Ognjen Zaric (Rosenheim), Holger Stenger und Jochen Seitz bei der Presse-Konferenz nach dem Heimspiel am Schönbusch (© Moritz Hahn)

Obwohl die Rot-Weißen ihre letzten zwei Heimspiele gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel verloren haben, sieht Jochen Seitz den Gegner im Aufwind: „Ich sehe die Tendenz, dass der TSV jetzt zweimal in Folge (auswärts) jeweils mit 1:0 gewonnen hat. Das lässt in jedem Fall aufhorchen und es steht zu erwarten, dass man jetzt auch zu Hause sein System durchziehen wird. Wir müssen uns auf einen Gegner gefasst machen, der hinten sehr kompakt steht und vorne mit Markus Einsiedler einen Ausnahmestürmer aufzubieten hat, dessen Ausfall während der halben Vorrunde vom TSV nicht kompensiert werden konnte. Wie immer gehen wir gut eingestellt in die Partie und wollen auf der Grundlage einer sicheren Defensive auch im Jahnstadion punkten.“

„Out of Rosenheim“ sind am Samstag verletzungsbedingt Lucas Oppermann, Kevin Wittke und Kapitän Simon Schmidt sowie der wegen seiner fünften gelben Karte gesperrte Ugurtan Kizilyar.

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