Samstag: Viktoria empfängt Augsburger Bundesliga-Nachwuchs

Übernimmt unsere Diva eine Flusspatenschaft?

Samstag, 14 Uhr: „FC Augsburg am Lech“ will am Schönbusch Überschwemmungsgebiet ausweiten

Gerade einmal 43 Kilometer trennen sie auf der Landkarte, beide sind an den idyllischen Ufern des Lech gelegen, der eine allerdings nicht nur. Bezüglich ihrer kartografischen Darstellung lagen zwischen ihnen schon immer Welten, bezüglich ihres sportlichen Erfolgs aktuell auch. Die Rede ist vom vorletzten und vom nächsten Heimspielgegner unserer Aschaffenburger Viktoria: dem TSV Rain am Lech respektive der Augsburger U23. Angelegentlich des 2:0 beim ersten Heimsieg der Saison unseres SVA gegen den TSV Rain am Lech gab sich der angeblich so reißende Gebirgsfluss als müdes Rinnsal. Auf den Flusskilometern auf Höhe der 280.000-Einwohner-Stadt Augsburg dürfte er hingegen sein wahres Gesicht zeigen: tückisch und vornehmlich aus der Fremde jede Menge sportliches Treibgut vor sich hertragend. Damit unsere weiß-blaue Diva nicht als schöne Wasserleich (das Gesicht post mortem in den Vereinsfarben) an den Augsburger Gestaden geländet wird, bedarf es am Samstag (14 Uhr) höchster Konzentration, um nicht auf den grün bemoosten, glitschigen Uferkieseln auszurutschen.

13. Spieltag: Viktoria Aschaffenburg – FC Augsburg II

Letztes Jahr gerade noch über die Relegation dem drohenden Abstieg aus der Regionalliga Bayern entronnen, macht das Team von Dieter Märkle neuerdings aus unerfindlichen Gründen nahezu alles richtig. Freilich sind aus der eigenen U19 sechs Spieler zu den Aktiven aufgerückt, von denen vor allem Mittelfeldspieler Erik Thommy mit bereits sechs Saisontreffern von sich reden machte. Mit namhaften Verpflichtungen wurde schwäbisch gegeizt, allein Verteidiger Stanislaus Herzel fand den Weg von der Ingolstädter Reserve zu den Kickern von der Rosenau. Eminent wichtig war es zudem, dass mit Maximilian Löw der mit 10 Treffern erfolgreichste Augsburger Torschütze der letzten Saison gehalten werden konnte. In dieser Spielzeit traf Löw bereits siebenmal. Nur zu konzedieren, dass die Mischung stimmt, wäre Understatement angesichts des von der Märkle-Truppe aktuell gehaltenen 4. Tabellenplatzes. Umso beeindruckender, wenn man noch in Rechnung stellt, das die unmittelbar davor platzierten Teams Greuther Fürth (2.) und Illertissen (3.) bereits ein Spiel mehr auf den Konto haben. In diese Höhenregionen kommt man für gewöhnlich nicht ohne mehr oder minder lang anhaltende Erfolgsserien. So ist der FCA aktuell seit sechs Spielen ungeschlagen bei vier Siegen und zwei Remis. Am letzten Spieltag musste er sich zu Hause mit einem 1:1 gegen den TSV Buchbach begnügen, weil „meine Mannschaft nach dem 1:0 eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Führung auszubauen, ungenutzt ließ“, wie Dieter Märkle nach dem Schlusspfiff zerknirscht einräumte. Allerdings verhält es sich mit den Schwaben so, dass sie Auswärtsspiele attraktiver finden. Hier können sie ganz in Kampfsportler-Manier den Schwung des fremden Publikums mitnehmen, um die Heimmannschaften auf die Matte zu legen. Vor dem einstigen Schmuddelkind der Liga ist neuerdings auch keine der piekfeinen Profi-Reserven mehr sicher. Ob der TSV 1860 München (0:3), der 1. FC Nürnberg (0:2) oder jüngst der FC Ingolstadt (0:0), alle mussten die Erfahrung machen, dass Heimrecht gegen das Märkle-Team nichts bedeutet. Den Vierten im Bunde, die Topmannschaft der Fürther Reserve, fertigte der FCA jüngst zu Hause mit 3:0 ab. Interessant in diesem Zusammenhang, dass man sich den bislang einzigen Auswärts-Faux-pas just gegen den FC Memmingen leistete, wo letzte Woche der SVA sein Auswärts-Erweckungserlebnis hatte.

A propos: Durch den überraschenden 3:1-Auswärtserfolg am vergangenen Samstag im Allgäu ist unsere weiß-blaue Diva wieder mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Ein Lebenszeichen zur rechten Zeit, dass der Mannschaft das Selbstvertrauen geben sollte, Slobodan Komljenovics realistische Minimalziel-Vorgabe, bis zur Winterpause den Kontakt zu den Relegationsplätzen nicht abreißen zu lassen, in die Tat umzusetzen. Mit dem Wegfall der englischen Wochen, so hofft der SVA-Coach, können seine jungen Schützlinge aufgrund längerer Regenerationsphasen und gleichzeitig noch intensiverer Vorbereitung die gewisse Konstanz in ihre Leistungen bringen, ohne die man auf Dauer in der Regionalliga nicht bestehen kann. Je früher der Einstieg in einen positiven Rhythmus gelingt, desto besser. Dabei ist unserem Trainer durchaus bewusst, dass es gegen Augsburg „sehr schwer wird“. Er hat aber schon in der Vergangenheit verlauten lassen, dass unabhängig vom Gegner zu Hause prinzipiell auf Sieg gespielt werden müsse. Und er dürfte das Match gegen den FCA in sein Kalkül einschließen, wenn er ausführt: „Wir wollen in den nächsten Spielen unbedingt punkten, um an die Relegationsplätze heranzukommen.“ Das wird unsere weiß-blaue Fangemeinde, highly inflammable und nach dem Memminger Erfolgserlebnis schon wieder im Vollbrand, gerne hören…

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