Hot! Sämtliche „U-Bahnlinien“ fahren Endstation

Vor nicht allzu langer Zeit dachten einige Großkopferte in einem Anflug urbaner Hybris daran, den Außenbezirk Aschaffenburg an das Rhein-Main-S-Bahn-Netz anzuschließen und ihm damit den Mainhattan-Ritterschlag zu verpassen. Dabei haben die Herren Bürokraten aber eines geflissentlich übersehen: Bei der weiß-blauen Diva vom Main gibt es seit längerer Zeit „U-Bahnen“, die im abstrakten Sinne ohne Umschweife direkt ins Herz der Metropole fahren oder – um die konkrete Sportlersprache zu bemühen – direkt aufs Treppchen. Die in rasanter nachtschwarzer Fahrt aus dem Dunkel des Tunnels geisterhaft auftauchenden Zwischenstationen tragen zwar jeweils andere Namen und sorgen für (zumeist) kurze Aufenthalte, aber der Zielbahnhof bleibt doch immer der gleiche. Auf vielbefahrenen Strecken setzt man auch mal zwei Züge ein, wie jüngst beim Hallenturnier für U12-Linien der JFG Bayerischer Maingau in der Lindighalle in Karlstein-Dettingen, die sich dann aus verschiedenen Richtungen kommend ein internes Duell um die Ersteinfahrt an der Endstation liefern. Die jeweils gewählte Fahrtroute ging im Fall der 1. Baureihe mit Kurzaufenthalten an den Stationen Ausgangsbahnhof JFG Maingau (5:0), FSV Michelbach II (0:0; längerer Aufenthalt wegen – sagen wir – erhöhtem Fahrgastaufkommen) und SG Strietwald (7:0, niemand zugestiegen). Die zweite Baureihe passierte folgende Lichtschranken: BSC Schweinheim (4:0), FSV Michelbach I (6:1) und JFG Bayerischer Maingau II (6:0). Das Konzept der zwei Baureihen funktioniert halt nur beim SVA… Bei der Zieleinfahrt auf das begehrte Treppchen siegte im SVA-internen Finale die erste Garnitur in einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen um eine Bahnsteiglänge mit 4:2. Auf die Plätze fuhren in der Reihenfolge ihrer Arrivals Michelbach II (2:0-Sieger im kleinen Finale) vor Schweinheim. Top-Stromlieferanten für die SVA-Bahnen waren in der 1. Baureihe Kilian Blenk (6 Tore), Kai Herold (5), Maximilian Sickenberger (3), Noah Hoffmann (2). Zur Energiekapazität der zweiten Baureihe trugen maßgeblich bei: Kiriakos Tologlou (6), Julian Moro (4), Kai Herold (3), Morris Rausch (2), Henning Bundschuh, Marc Gärtner (je 1).

Etwas anders verhält sich das Procedere bei der U13, die an diesem verkehrsreichen Wochenende ebenfalls auf Tour war: Hier verzichtet man gänzlich auf Innovationen sprich Baureihen, sondern setzt von jeher auf den erprobten Prototyp und Klassiker „Aust-Express“. Bahn-Nostalgikern dürften die weißen Schilder ja noch ein Begriff sein, mit denen insbesondere Hochgeschwindigkeitszüge auf den Namen einer hochgestellten Persönlichkeit getauft wurden, als sie noch nicht so versnobt-windschnittig daherkamen. Mit dieser kantigen Echtheit rammte man auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Aschaffenburg in das gelobte „Honischland“ namhafte Gegner gleich in Serie in Grund und Boden. So hätten bei diesem U13-Ehrlich-Cup-Hallenturnier in Niedernberg schon während der Vorrunde die Kontrahenten Elsava Elsenfeld (3:0), JFG Mainlimes 2 (5:0), JFG Spessarttor (2:0), JFG Westspessart (3:1) und TuS Leider (2:0) mit der Gleis-Überquerung mal lieber gewartet, bis die Schranke wieder geöffnet war. Auch im Finale kannte man weder Sportfreunde noch Verwandte, sondern verbannte die Seligenstädter auf ihre „Insel der seligen Zweiten“. TuS Leider (3. Platz) und Bayern Alzenau (4.) standen gehorsam Spalier. Da nimmt es eigentlich kaum noch Wunder, dass sich die Aust-Buben am letzten Wochenende in der unterfränkischen Provinz (Schweinfurt) ausnahmsweise mal „verfahren“  haben. Schuld ist nur die Bahn mit ihren ewigen Flächenstilllegungen auf dem platten Land.

Zu guter Letzt gab es auch noch eine Sonderfahrt der U14 zu vermelden, die in einem Testspiel im Rahmen ihrer Saisonvorbereitung den FC Bayern Alzenau mit 3:0 abfertigte. Kennen wir irgendwie von noch woher, und wir hoffen doch sehr, dass sich unsere geschätzten Nachbarn aus dem Kahlgrund ihr persönliches Waterloo vom letzten Wochenende nicht allzu sehr zu Herzen nehmen. Übrigens lief diese Partie vergleichsweise einseitig und ohne größere personelle Rochaden. Die Treffer für den SVA erzielten Niklas Scherg (43.), Maurice Matreux (48.) und Tim Kraus (57.).

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