Schmucker Auftritt am Schönbusch

Der TSV Aubstadt, alias „die Perle vom Grabfeld“, gibt am Samstag, 19. Juli, um 15 Uhr sein Gastspiel

Nach der glatten 0:3-Niederlage unter der Woche beim TSV Großbardorf befindet die Viktoria sich einer Momentaufnahme zufolge dort, wo man sich in der Bayernliga auf keinen Fall wiederfinden wollte: in altbekannten tabellarischen Gefilden. Im kommenden Heimspiel am Samstag, 19. Juli, droht nun mit dem Auftauchen eines weiteren „Liga-Giganten“, des letztjährigen Vizemeisters TSV Aubstadt, die Gefahr eines (zumindest zeitweiligen) Klebeeffekts.

Viktoria Aschaffenburg empfängt den TSV Aubstadt (Samstag, 19. Juli, 15 Uhr)

Für diejenigen, die es nicht kennen sollten – das dürfte die überwiegende Mehrheit sein: Aubstadt ist eine 735-Seelen-Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Der 1921 gegründete TSV fristete jahrzehntelang ein Dasein im unterklassigen Fußball. Erstmals machte man sportlich von sich reden, als man sich Mitte der neunziger Jahre binnen drei Jahren von der A-Klasse in die Bayernliga Nord katapultierte. Die Chronik nennt zwei Abstiege in die Landesliga 1999 und 2004. Der letzte Wiederaufstieg konnte in der Saison 2011/12 gefeiert werden, damals schon mit Coach Josef Francic, der den TSV seither zu einer echten Hausnummer in der Bayernliga gemacht hat. Dem 8. Platz in der Saison 2012/13 (dem bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte) setzte die in der vergangenen Spielzeit eingeholte Vizemeisterschaft noch eins drauf. Als Konsequenz sah sich die Francic-Truppe vor Saisonbeginn urplötzlich mit dem ebenso schmeichelhaften wie belastenden Prädikat „Meisterschaftsfavorit“ versehen. Mag sein, dass diese extrem gestiegene Erwartungshaltung bei der unerwarteten 0:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen Alemannia Haibach eine Rolle gespielt hat. Doch der TSV ist wie alle früheren Fahrstuhlmannschaften ein Stehaufmännchen, das um eine prompte sportliche Antwort nicht verlegen ist: Im Mittwochsspiel wurde der hoch gehandelte Mitfavorit FC Amberg mal eben mit 3:0 vom eigenen Platz gefegt.

„Nach der Niederlage unter der Woche ist Wiedergutmachung angesagt. Mit dominant spielen ist es nicht getan, wir müssen uns auch vorne durchsetzen“, spricht Viktoria-Trainer Slobodan Komljenovic die noch verbesserungswürdige offensive Schlagkraft seiner Truppe an. „Wir müssen verhindern, hinten reinzurutschen, dafür benötigen wir Punkte“, analysiert der Coach die Lage. Von Verletzungen ist man weitgehend verschont geblieben, allein Stammtorhüter Stefan Steigerwald (Hüftprobleme) ist nach wie vor nicht einsatzfähig.

Wir wünschen dem Trainer und dem Team, dass der Knoten am Samstag platzt und vor allem der dem TSV aufgedrückte Stempel „Meisterschaftsfavorit“ bei den Platzherren keine Beißhemmung auslöst. Zumal der Nimbus der Unverwundbarkeit ohnehin tagtäglich in der Ligapraxis widerlegt wird.

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