2:0 – Später Lohn für großen Aufwand

Beim verdienten Heimsieg über den VfR Garching hieß die Devise: Was lange „harrt“, wird endlich gut / Keeper Brenner ließ Garching lange köcheln

Dem Dreier in Rosenheim hat die Viktoria einen 2:0-Heimsieg gegen den VfR Garching folgen lassen und damit erstmals im Rundenverlauf zwei Spiele hintereinander gewonnen. Gegen die Oberbayern lieferte das Team von Jochen Seitz ein gutes Spiel ab, versäumte es aber nach der frühen Führung durch Silas Zehnder nachzulegen. Rückkehrer Michél Harrer beendete den Spuk durch sein Tor in der Nachspielzeit, just als Schiedsrichter Schwarzmann seinerseits Anstalten machte, die Jagd abzublasen.

Roberto Desch und Daniel Cheron bejubeln mit Michél Harrer dessen Tor zum 2:0 (© Moritz Hahn)

Die erste gefährliche Aktion im Spiel gehörte den Gästen, als in der 5. Spielminute im Anschluss an einen Freistoß ein Kopfball von Dennis Niebauer knapp am Viktoria-Tor vorbeistrich. Die Weiß-Blauen waren wieder darauf bedacht, ihr schnelles Umschaltspiel zu praktizieren und sorgten damit in der Folge für Gefahr. Nachdem Daniel Cheron in einer Kontersituation noch ganz knapp an einer scharfen Hereingabe von Pasqual Verkamp vorbeigerutscht war (11.), schloss Silas Zehnder einen über Verkamp eingeleiteten Konter mit einem Flachschuss aus 16 Metern ins rechte untere Eck zur 1:0-Führung ab. Bei weiteren Möglichkeiten, die sich der Viktoria in der Folge bieten sollten, war der wider Erwarten doch aufgebotene VfR-Keeper Joey Brenner bestens im Bilde. Einen Cheron-Schuss von rechts konnte er parieren, nach einem Schnitzer-Freistoß klärte er in höchster Not vor Luca Dähn. Als die Viktoria gegen Ende der ersten Hälfte die Zügel etwas schleifen ließ, kamen die Oberbayern etwas auf, allerdings ohne Torgefahr heraufzubeschwören. Mit einer hoch verdienten 1:0-Führung, die freilich alles andere als ein Ruhekissen war, ging es in die Pause.

Clay Verkaj und seine Teamkollegen mussten sich durch eine dicht gestaffelte Defensive kämpfen (© Moritz Hahn)

Harrers späte Beruhigungspille

Die Viktoria kam personell unverändert aus der Kabine. Ein Schnitzer-Schlenzer fand vermutlich nur deshalb nicht den Weg in die Maschen, weil er geblockt wurde. Dasselbe Schicksal war auch einem 25-Meter-Freistoß des Spielmachers beschieden. Zwischenzeitlich war Michél Harrer für Egson Gashi ins Spiel gekommen und konnte nach langer Verletzungspause sein Comeback feiern. Die Gäste witterten jetzt allerdings Morgenluft und tauchten immer öfter gefährlich vor dem Tor von Kevin Birk auf. Der musste zunächst gegen Tunc klären (52.), bei einem weiteren Konter bereinigte Kapitän Simon Schmidt die Situation. Gleichwohl stand die Viktoria im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte gleich mehrfach vor der endgültigen Entscheidung. Brenner provozierte mit einem etwas zu weiten Ausflug vor sein Tor Zeremonienmeister Björn Schnitzer zu einer umgehenden Bestrafung in Form eines 30-Meter-Kunstschusses, der publikumswirksam an die Latte klatschte (73.). Wenig später rettete erneut Aluminium für den Gast. Vorher hatte allerdings Keeper Brenner seine Hände im Spiel, als er einen 16-Meter-Schuss von Clay Verkaj an die Unterkante der Latte lenkte, von wo er ins Feld zurücksprang. Garchings Zerberus war in der Schlussphase auch noch bei einem 19-Meter-Schuss auf dem Posten. Und als ihm nach einem schönen Solo von Verkamp überlupft, nur das Nachsehen blieb, kratzte an seiner Statt ein Verteidiger den Ball von der Linie (86.). Ein Spiel, das längst entschieden hätte sein können, sorgte so bis in die Nachspielzeit für einen erhöhten Adrenalinspiegel und bange Gefühle bei jeder Torannäherung des Gastes. Die Wogen glätten, so schien es, konnte nur der erlösende Abpfiff von Schiri Schwarzmann. Doch die Dramaturgie wollte es anders. Keine uncharmante Lösung, dass der frisch aus dem Krankenstand zurückgekehrte Michél Harrer mit seinem Last-Minute-Treffer aus der Nahdistanz das fiebersenkende Mittel verabreichte. Die Vorarbeit hatte der kurz zuvor eingewechselte Roberto Desch geleistet.

Ein zufriedener Trainer Jochen Seitz hob die Defensivleistung seiner Elf hervor (© Moritz Hahn)

Jochen Seitz hob in seiner Spielanalyse vor allem die Defensivarbeit gerade auch im eigenen Strafraum hervor, aufgrund derer der Gegner nur zu wenigen gefährlichen Torszenen kam. Da lässt sich angesichts der drei Punkte und des Sprungs auf den neunten Tabellenplatz schon mal locker darüber hinwegsehen, dass man sich mit einer mangelhaften Chancenverwertung an diesem Tag das Leben ein wenig selbst schwer gemacht hat.

12. Spieltag Regionalliga Bayern 2019/20, am Samstag, 21. September 2019, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – VfR Garching 2:0 (1:0)

Aschaffenburg: Kevin Birk – Silas Zehnder, Simon Schmidt, Luca Dähn, Hamza Boutakhrit – Benjamin Baier, Daniel Cheron – Pasqual Verkamp (89. Jonas Fritsch), Björn Schnitzer (85. Roberto Desch), Clay Verkaj – Egson Gashi (50. Michél Harrer) (Trainer: Jochen Seitz) Im Kader: Peter Neuberger (TW), Daniel Meßner, Zaki Ech-Chad, Max Grünewald Garching: Joey Brenner – Matthias Strohmaier, Linus Radau, Dennis Niebauer, Emre Tunc, Valentin Micheli, Mike Niebauer (75. Elias Kollmann), Philipp Walter, Ajlan Arifovic, Mario Staudigl (58. Tom Zimmerschied), Sebastian Gebhart (46. Leopold Krueger) (Trainer: Philipp Bönig) Tore: 1:0 Silas Zehnder (16., Pasqual Verkamp), 2:0 Michél Harrer (90.+2, Roberto Desch) Gelbe Karten: Björn Schnitzer (54.), Hamza Boutakhrit (89.) / Linus Radau (29.), Ajlan Arifovic (53.), Matthias Strohmaier (64.), Philipp Walter (68.), Leopold Krueger (88.) Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann – Peter Dotzel, Christoph Stühler Zuschauer: 1.054 (Stadion am Schönbusch)

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