Energiesparmodus beim Schlusslicht tabu

Bis zum Gastspiel beim SV Memmelsdorf (Samstag, 16. August, 15 Uhr) sollte die Viktoria den Derby-Rausch ausgenüchtert haben

Weinselige Zeitgenossen wissen es eh: Auf den Rausch folgt die Ernüchterung. Oder auf Viktoria-Verhältnisse transferiert: Des Abends mit dem unglaublich attraktiv anmutenden SV Erlenbach beifallsumtost ins Bett gestiegen, andern(sams)tags mit dickem Schädel und dem Tabellen-Mauerblümchen SV Memmelsdorf daneben aufgewacht. Dieses hat zweifellos auch seine Qualitäten, nur muss man halt genauer hinsehen, und wer tut das schon in unserer ach so oberflächlichen Zeit?

Auf der Punkte-Attraktivitätsskala ganz unten angesiedelt, haben sich die Gastgeber aus dem 8.800 Einwohner zählenden Bamberger Vorort – in der Vorsaison immerhin 13. – in dieser frühen Saisonphase schon manch deftige Abfuhr abgeholt. Jüngstes Beispiel: die 0:5-Klatsche bei der Reserve des Jahn in der Vorwoche. Aus der bemerkenswert tristen Trefferbilanz von 2:17 kann man haarscharf schließen, dass das nicht das einzige Desaster war. Relativierend mag da ein Blick auf die Gegner sein, die der SV Memmelsdorf bisher „bespielt“ hat. Mit Ausnahme der DJK Ammerthal (0:0) waren es ausschließlich Spitzenteams der Liga, mit denen man die Klingen kreuzte. So hat man nach dem Gastspiel der Viktoria am Samstag bereits das komplette Spitzenquintett der Bayernliga Nord durch und gegen dieses zumindest in einem Fall einen kleinen Coup landen können, als man im letzten Heimspiel ausgerechnet Regionalliga-Absteiger SpVgg. Bayern Hof beim 1:1 ein Bein stellen konnte. Das sollte auch eine zuletzt von Sieg zu Sieg eilende Viktoria veranlassen, etwas auf die Euphorie-Bremse zu treten, denn das 2:0-Spektakel gegen den SV Erlenbach vor pittoresker Schönbusch-Kulisse hat mit dem Überlebenskampf auf Land-Sportplätzen in etwa genauso viel zu tun wie ein Gala-Dinner mit dem Besuch einer Fritten-Bude.

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Slobodan Komljenovic (Trainer)

„Es gibt in diesem Spiel genauso drei Punkte wie gegen Erlenbach. Klar ist ein Spiel vor 2.000 Zuschauern schöner, aber wir fahren definitiv nach Memmelsdorf, um drei Punkte zu holen. Damit können wir uns weiter absetzen und vielleicht noch einen Platz gutmachen. Das Derby war insofern „leichter“, als Erlenbach versucht hat mitzuspielen. Das wird in Memmelsdorf sicher anders sein. Ich gehe von einer sehr defensiv eingestellten Mannschaft aus, die uns das Leben schwermachen wird. Wir werden viel Geduld aufbringen und unsere Fehlerquote minimieren müssen. Letzte Woche beim 0:5 in Regensburg war der SV stark ersatzgeschwächt. Ich mache nichts anderes, als meiner Mannschaft einzubläuen, dieses Spiel nur nicht zu unterschätzen“, lässt SVA-Coach Slobodan Komljenovic keine Nachlässigkeiten gelten.

Gerade weil letzte Woche schon sehr viel nach den Vorstellungen des Trainers lief: „Gegen Erlenbach haben wir die ersten 20 Minuten hoch konzentriert gespielt und sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen. Wir haben dann etwas die Zügel schleifen und die Erlenbacher ins Spiel kommen lassen. Durch Abstimmungsfehler haben wir ihnen zwei, drei Chancen ermöglicht, die sie aber nicht nutzen konnten. Durch das 2:0 zum rechten Zeitpunkt war das Spiel entschieden. Es hätte eng werden können, wenn die Erlenbacher den Ausgleich machen, aber im Großen und Ganzen bleiben die drei Punkte verdient bei uns.“

Froh stimmt Slobodan Komljenovic auch, dass sein Team in dieser Saison bislang nicht von großen Verletzungssorgen gebeutelt worden ist. Rechtzeitig zum samstäglichen Trip ins Oberfränkische hat sich der verletzungsbedingt längere Zeit pausierende Innenverteidiger Zamir Daudi wieder fit gemeldet, auch Dennis Löhr hat seine Blessuren auskuriert. Lediglich Roberto Desch ist leicht angeschlagen.

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