Sportbastionen am bayerischen Untermain auf „FIRST“ vereidigt

Förderinitiative Regionaler Spitzensport tritt ans Licht der Öffentlichkeit

Die am Montag um 13 Uhr abgehaltene Pressekonferenz zu der unlängst ins Leben gerufenen  Förderinitiative Regionaler Spitzensport nutzten die drei Initiatoren Timm Niemann (Ringer-Bundesligist RWG Mömbris-Königshofen), Marco Seemann (Handball-Zweitligist TV Grosswallstadt) und Holger Stenger (Fußball-Bayernligist Viktoria Aschaffenburg) zu einer kritischen Reflexion der Situation des Spitzensports am bayerischen Untermain.

Holger Stenger (SVA), Marco Seemann (TVG), Timm Niemann (RWG)

Holger Stenger (SVA), Marco Seemann (TVG), Timm Niemann (RWG)

Bei der einleitenden Kurzvorstellung der drei an dem Projekt beteiligten Vereine wurde deutlich, dass unabhängig von den Sportarten-spezifischen Problemstellungen die tiefgreifenden Veränderungen in der Medienlandschaft und im Freizeitangebot hauptursächlich für den schleichenden Bedeutungsverlust des regionalen Spitzensports sind, von dem alle seine Repräsentanten gleichermaßen betroffen sind. Anders als vor Jahrzehnten, als die Jugendlichen durch Sport von der Straße geholt werden sollten, müsse das Motto heute vielmehr lauten, dass sie wieder auf die Straße gebracht werden müssen. Anzusetzen sei hier vor allem in den Schulen, wo man künftig Seite an Seite verstärkt Präsenz zeigen wolle, um die Vielfältigkeit der bayerischen Sportlandschaft zu demonstrieren und für aktive oder passive Teilnahme (Besuch von Sportveranstaltungen) zu werben.  Ein weiterer konkreter Ansatz zur Öffentlichkeitsarbeit soll ein gemeinsamer Informationsstand mit Fanartikeln während des Ende August stattfindenden Aschaffenburger Stadtfestes sein, durch den der hinter „FIRST“ stehende Gedanke erlebbar gemacht werden soll: Ohne Spitzensport kann auf lange Sicht auch kein Breitensport existieren.

Auf der Suche nach Schirmherren für das wegweisende Projekt rannte das Gründer-Trio in der Politik offene Türen ein: Marco Seemann nannte für den Landkreis Miltenberg Landrat Jens Marco Scherf, Holger Stenger war nach eigenem Bekunden sehr stolz, für Stadt und Landkreis Aschaffenburg die Unterstützung des bayerischen Justizministers Prof. Dr. Winfried Bausback verkünden zu dürfen. Für den Sommer des Jahres 2015 ist ferner ein Sportpresseball geplant, zu dem bereits einige bekannte Sportgrößen aus der Region ihr Kommen zugesagt haben.

Die drei Kooperationspartner eint der Wunsch, jeder in seiner Sportart künftig Spitzensport am Untermain zu präsentieren, was am zuverlässigsten über eine vielgestaltige Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen zu erreichen ist. Über ein ermäßigtes Kombiticket soll beispielsweise ein Anreiz geschaffen  werden, den drei Vereinen im Falle eines Heim-Wochenendes den Rücken zu stärken. Für die aktiven Junioren aller drei Vereine ist zudem ein großes Kartenkontingent bereitgestellt worden, das es ihnen ermöglicht, kostenlos Veranstaltungen der Partnervereine zu besuchen. Durch den Austausch von Trainingsprogrammen der in das Projekt „FIRST“ involvierten Sportarten soll das Konzept des „Open your mind“ (sich Neuem öffnen) nicht zuletzt auch Impulse in der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit setzen.

Schließlich will die Initiative eine Plattform bilden, auf der sich ein nicht vereinsgebundenes Sponsoring – insbesondere durch Großsponsoren – bündeln lässt. Man will, wie man auf Nachfrage betonte, nicht „off limits“ sein, plädiert aber gleichwohl für überschaubare und schlanke Strukturen, um sich die Handlungsfähigkeit zu bewahren. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sieht die Initiative eine Aufgabe darin, Hilfe suchenden kleineren Vereinen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie an bestehenden Ressourcen und Know-how partizipieren zu lassen.

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