Hot! Sprung sorgt mit Doppelpack für Befreiungsschlag des SVA

Peter Sprung machte in Ismaning den Grill-Meister

Am 36. Spieltag der Regionalliga-Bayern sollte durch das als Abstiegsknaller apostrophierte Aufeinandertreffen des gastgebenden FC Ismaning und des Teams von Julio-Alvarez Licht in das Zwielicht des Tabellenkellers gebracht werden. Vielleicht zum letzten Mal in dieser Saison standen für den SVA die Ampeln auf Grün, da mit dem FC Augsburg am Vortag ein direkter Konkurrent beim TSV Buchbach eine empfindliche 0:4-Schlappe erlitten hatte und Eltersdorf sowie Hof beim FC Memmingen respektive Nürnberg II an diesem Wochenende vor hohen Auswärtshürden stehen. Auch die Ismaninger konnten sich ungeachtet ihrer Abwärtsspirale noch reelle Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

Die Viktoria, wieder mit Ricardo Döbert im Tor sowie mit Christoph Kaesler von Beginn an in der Innenverteidigung, machte von Beginn an deutlich, dass sie hier etwas reißen wollte, doch hielten die Hausherren im Bewusstsein ihrer letzten Chance engagiert dagegen. Die erste Gelegenheit bot sich dem SVA schon in der dritten Minute, doch konnte Bachmann eine Hereingabe durch Fiordellisi von der Grundlinie gedanklich nicht schnell genug verarbeiten. Die Viktoria übernahm gegen noch desorganisierte Ismaninger das Kommando und legte prompt durch ein Tor von Peter Sprung in der 15. Minute vor. Der SVA-Stürmer ließ diesmal seinen Kopf aus dem Spiel und verwertete eine Hereingabe von Steffen Bachmann per Direktabnahme. Für die jetzt deutlich Oberwasser bekommenden Gäste hätte Matthias Fries nach einer schönen Ballkombination die Führung ausbauen können, sein Schuss aus 16 Metern ging jedoch knapp drüber (16.). Ismanings Keeper Rößl stand in der 23. Minute im Brennpunkt des Geschehens, als er einen Schuss des erneut engagiert spielenden Fiordellisi so eben noch zur Ecke lenken konnte. Das erste Lebenszeichen der bis dahin regelrecht paralysiert auftretenden Gastgeber rührte von der 26. Minute her, als der in zentraler Position angespielte Ismaninger Stürmer Uli Fries gerade noch am Torschuss gehindert werden konnte. Mit dem nun einsetzenden starken Regen schien die Bleiernheit von den Hausherren abzufallen, die den Rest der ersten Halbzeit ausgeglichen gestalten konnten, ohne große Gefahr vor dem Kasten von Döbert heraufzubeschwören. Aufgrund der überlegen geführten ersten 25 Minuten eine verdiente Führung für das Alvarez-Team, das sich gleichwohl noch nicht auf der sicheren Seite wiegen konnte.

Coach Roman Grill schien seinen Mannen ein paar praktische Anweisungen in der Kabine geflüstert zu haben, denn fortan fachten sie das spielerische Feuer an und brachten die Holzkohle zur grillfertigen Weißglut. Erste Löschversuche seitens des SVA scheiterten in der 60. Minute, als „Kopfarbeiter“ Peter Sprung auf Flanke Steffen Bachmann mal wieder den Tor-IQ knapp verfehlte. Fünf Minuten später ging dann doch die Sprinkleranlage an, als erneut Löschwart Peter Sprung nach einem verunglückten Abwehrversuch einer Schmidt-Hereingabe den Ball aus fünf Metern nur noch über die Linie zu drücken brauchte. Dem Grill-Team war nach dem 0:2 die Lust aufs Grillen endgültig vergangen, waren doch sämtliche Würstchen aufgeplatzt und wiesen „Sprünge“ auf.

Fazit: Ein überlebenswichtiger Sieg realisiert wieder einmal durch die (Über-)Lebensversicherung des SVA, Peter Sprung. Zwar wird man nicht müde, das Hohelied der geschlossenen Mannschaftsleistung zu singen, doch was nützen die schönsten Grillvorbereitungen, wenn man es anschließend nicht fertigbringt, das Grillgut auf den Punkt zu garen. Im Fall von Peter Sprung waren es heute sogar leckere drei Punkte, exakt rosa angebraten.

Zum Abschluss eine kurze Standortbestimmung: Mit dem Gewinn der ersehnten drei Punkte hat sich der SVA fürs erste ein Vier-Punkte-Polster auf die direkten Abstiegsplätze zugelegt und weist mit nunmehr 39 Punkten Punktgleichheit mit den Eltersdorfern (0:0 in Memmingen) und der SpVgg Bayern Hof auf, die allerdings erst heute Nachmittag beim Club antritt. Frohnlach dürfte nach der 2:4-Heimniederlage gegen Kickers Würzburg kaum noch zu retten sein.

Für das nächste Heimspiel ein Hinweis in eigener Sache. Altgediente Viktorianer wissen’s längst: Das gesamte Umfeld des SVA ist genauso schnell entflammbar wie es sich wieder abkühlt. Ein paar (Euphorie-)Tropfen Spiritus zu viel ins Feuer der Heimpartie gegen Greuther Fürth (Samstag, 18. Mai, 14 Uhr), und schon passiert das, was wir in den Lokalnachrichten unter dem Stichwort „Grillunfälle“ im Sommer allwöchentlich nachlesen können. Und das kann doch keiner ernsthaft wollen…

 

FC Ismaning – SV Viktoria 01 Aschaffenburg 0:2 (0:1)

Ismaning: Andreas Rössl – Markus Achatz, Christian Rodenwald, Miran Mihelic, Patrick Feicht (81. Nico Reisenauer) – Anthony Butge (Luan da Costa Barros), Uli Fries, Torsten Walfort, Maximilian Merwald, Michael Ott – Manuel Ring (69. Robert Rakaric)
Aschaffenburg: Ricardo Döbert – Matthias Fries, Markus Brüdigam, Christoph Kaesler, Markus Wosiek – Simon Schmidt (88. Michael Ulbricht), Steffen Bachmann, Daniel Cheron, Marcello Fiorentini – Peter Sprung (Nico Koukalias), Giulio Fiordellisi (83. Christian Breunig)
Tore: 0:1 Peter Sprung (15.), 0:2 Peter Sprung (66.)
Gelbe Karten: – / Daniel Cheron
Zuschauer: 120
Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach)

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