SVA beunruhigt: Regt sich da Widerstand in der „Provinz“?

Die Haibacher Alemannia hat sich an die Spitzengruppe herangepirscht und reitet am Schönbusch (Samstag, 16 Uhr) die nächste Attacke

„Oben mitspielen“, das tut die Viktoria nach wie vor, wenn auch der Motor in den letzten beiden Heimspielen gegen die direkte Konkurrenz aus Forchheim und Weiden etwas ins Stottern gekommen ist. Bei null Toren und lediglich einem Punkt lässt sich schwerlich sagen, dass man vom Heimvorteil üppig Gebrauch gemacht hätte. Im am kommenden Samstag um 16 Uhr im Stadion am Schönbusch ausgetragenen Derby gegen Alemannia Haibach geht es um nicht mehr und nicht weniger als um den Verbleib in der Spitzengruppe. Dafür ist es unumgänglich, den immer mehr in Fahrt kommenden Parvenü aus der Vorortgemeinde auf Distanz zu halten.

Dabei ist es von keinerlei Interesse mehr, dass man die Grün-Weißen unlängst im Rahmen des BFV-Toto-Pokals an gleicher Stätte mehr oder weniger deutlich mit 2:0 besiegen konnte. Die Karten werden neu gemischt und bei dieser Gelegenheit hat das Team von Klaus Hildenbeutel gleich mehrere Trümpfe im Ärmel.

Alemannia auswärts stark

Zuvorderst sei die ausgeprägte Auswärtsstärke genannt, die nur beim Topteam aus Weiden nicht verfing. Aus den restlichen sieben Gastspielen holten die Haibacher satte 15 Punkte, unter den Gegnern waren Ligagrößen wie Forchheim, Großbardorf, Regensburg und Eltersdorf. Das Formbarometer der Alemannia weist seit mittlerweile fünf Spieltagen ein äußerst stabiles Hoch aus, vier Siege und zuletzt ein äußerst unglückliches Last-minute-1:1 in Amberg sprechen eine deutliche Sprache.

Mittlerweile steht man vor dem Sprung in die Spitzengruppe und hat als Tabellensechster gerade einmal noch drei Punkte Rückstand auf den großen Nachbarn in Weiß-Blau. Kein Wunder, dass an der Stadtgrenze Umsturzpläne geschmiedet werden und man beabsichtigt, der Viktoria im Kampf um die erste Adresse vom Untermain den Rang abzulaufen. Zwar fehlt bei diesem Unternehmen der im Pokalspiel überragende Keeper Patrick Emmel wegen seiner roten Karte aus dem Spiel gegen Amberg. Mit von der Partie ist allerdings Christian Breunig, der mit 12 Treffern alleine die Torjägerliste der Bayernliga Nord anführt. Beim Goalgetter der Alemannen lässt sich angesichts von sieben Treffern aus den letzten fünf Spielen in jüngerer Zeit ein beängstigender „Kontrollverlust“ feststellen.

Erneut wichtiges Gipfeltreffen

Der Viktoria bietet sich neuerlich die Gelegenheit, ihre bisher gezeigte Zurückhaltung gegenüber Teams aus dem oberen Tabellendrittel – drei Punkte holte sie bislang nur in Regensburg – abzulegen, was Voraussetzung ist, um auch weiterhin im Titelkampf mitzumischen. In der Zwei-Klassen-Gesellschaft Bayernliga sind Siege gegen Underdogs Pflicht, die vorderen Platzierungen werden „intern“ ausgefochten. Und da gehört mittlerweile auch die Alemannia zum inneren Zirkel.

Slobodan Komljenovic zeigt sich vom letzten Heimauftritt seines Teams gegen Weiden durchaus angetan: „Wir haben ein hochklassiges Bayernliga-Spiel gegen einen kompakt stehenden, zweikampf- und spielstarken Gegner gesehen, der gezeigt hat, warum er oben steht. Wie auch schon gegen Forchheim hat meine Mannschaft überzeugt. Unser einziges Manko: Wir schießen keine Tore.“

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Komljenovic: „An spielerische Leistung anknüpfen“

Bezüglich des Derbys gegen Haibach hat der Coach ganz konkrete Vorstellungen, wie seine Elf auftreten sollte: „Zuallererst will ich sehen, dass wir unsere spielerische Leistung wieder bringen. Das heißt genauso diszipliniert stehen und wenig zulassen wie in der zweiten Halbzeit gegen Weiden. Wenn wir dann noch unsere Torchancen nutzen, gewinnen wir das Spiel.“ Dass es alles andere als leicht wird, ist Slobodan Komljenovic bewusst, denn: „Wir treffen auf einen hoch motivierten Gegner, der selbstbewusst daherkommt, da er in den letzten Wochen sehr gute Resultate geholt hat. Das Haibacher Spiel erfuhr zuletzt eine Belebung dadurch, dass alle Urlauber zurück sind und wieder voll im Training stehen. Unser Ziel muss sein, die Alemannia auf Distanz zu halten und gegebenenfalls den Vorsprung sogar zu vergrößern.“ Ihren besonderen Reiz bezieht die Partie daraus, dass „es sich a) um ein Derby und b) um ein Spitzenspiel handelt. Zudem wissen wir ja alle, dass Derbys unabhängig vom Tabellenstand ihre eigenen Gesetze haben“, so Slobodan Komljenovic zum besonderen Charakter des letzten Heimspiels der Viktoria im Monat Oktober.

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