Stadtmeisterschaft passte nicht ganz ins Konzept

In seinem Fazit bewertet Viktoria-Coach Jochen Seitz die dieses Jahr nur knapp vierwöchige Saisonvorbereitung als „nicht optimal“ / Generalprobe gegen Köln am aussagekräftigsten

Die Viktoria hat in der knapp vierwöchigen Vorbereitungsphase auf die neue Saison wirklich keine Gelegenheit ausgelassen, um im Wettkampfmodus zu bleiben. Das Programm bot sowohl vergleichsweise lockeres Schaulaufen (Stadtmeisterschaften und Spiel gegen eine illustre Kreisauswahl) als auch drei knackige Tests gegen Mannschaften auf Augenhöhe. Letztere haben den Weiß-Blauen pflichtschuldig alles abverlangt, was sich auch in der Bilanz von zwei Unentschieden (jeweils 3:3 gegen FC Gießen und Bayern Alzenau) und einer abschließenden knappen Niederlage von 1:2 gegen die U23 des 1. FC Köln niederschlägt.

Den Beginn machte am Samstag, dem 22. Juni, die Partie gegen den Regionalliga-Südwest-Aufsteiger FC Gießen auf der Sportanlage des FSV Mernes. Die Mittelhessen gingen zwar in der 23. Minute in Führung, doch eine sukzessive die Oberhand gewinnende Viktoria stellte bis zur Mitte der zweiten Hälfte durch Tore von Daniel Cheron (26.), Björn Schnitzer (61.) und Lokalmatador Roberto Desch (65.) auf 3:1 um. Der FC forcierte daraufhin seine Bemühungen und glich quasi mit dem Schlusspfiff zum 3:3 aus.

Viktoria-Trainer Jochen Seitz zur nur 4-wöchigen Vorbereitung: „Optimal war das nicht, aber wir haben das Beste draus gemacht.“ (© Moritz Hahn)

Sechs Tage später am 28. Juni machten die Weiß-Blauen Station bei dem sein Jubiläum zum 90-jährigen Vereinsbestehen begehenden TuS Sommerkahl. Auf dessen Vereinsgelände traf man mit Bayern Alzenau auf einen weiteren Aufsteiger in die Regionalliga Südwest. In einem ungleich attraktiveren Spiel als noch vor Wochenfrist hatte die Elf vom Prischoß leichte spielerische Vorteile, die Viktoria aber in Björn Schnitzer den begnadeten Freistoßschützen. Drei verwandelte er direkt und sicherte seinen Farben damit immerhin ein weiteres 3:3-Unentschieden.

Gar nicht wirklich „benoten“ wollte Jochen Seitz diese ersten beiden Partien und führt dafür triftige Gründe an: „Zum Zeitpunkt der ersten beiden Spiele gegen Gießen und Alzenau befanden wir uns ja noch in der Frühphase der Vorbereitung, in der wir vorrangig im konditionellen und läuferischen Bereich arbeiteten. Das galt im Übrigen auch für unsere Gegner. Da ging es zunächst einmal darum, ohne große Rücksicht auf taktische Aspekte wieder Spielpraxis zu bekommen. Ich würde darum diese beiden Partien weitgehend ausklammern, wenn es darum geht, etwaige Rückschlüsse im Hinblick auf eine Standortbestimmung zu ziehen. Das heißt aber nicht, dass wir die dort gemachten Fehler nicht zur Sprache bringen.“

„Brüde“ rettet die Ehre der Viktoria Allstars

Eher Eventcharakter hatte das für den folgenden Tag (29. Juni) anberaumte Testspiel auf dem Großwallstadter Sportplatz. Hier standen sich die Viktoria und eine überwiegend aus ehemaligen Viktoria-Aktiven gebildete Kreisauswahl gegenüber. Es trafen zum standesgemäßen 7:1-Sieg der Viktoria Egson Gashi (3), Pasqual Verkamp (2) Daniel Cheron und Björn Schnitzer, für den Ehrentreffer zeichnete beim Stand von 3:0 Markus Brüdigam verantwortlich.

In der folgenden Woche (1. bis 6. Juli) nahmen die auf dem Gelände des VfR Nilkheim ausgetragenen Stadtmeisterschaften das Team von Jochen Seitz in Beschlag. Mit Siegen gegen den SV Vatanspor (9:0), Gastgeber VfR Nilkheim (4:0) und TuS Leider (1:0) marschierten die Weiß-Blauen verlustpunktfrei und ohne Gegentor durch die Vorrunde.

Der letzte Feinschliff blieb in Nilkheim auf der Strecke

Am Freitag, 5. Juli, trat man im Kleinwallstadter Toni-Degen-Stadion zu einem letzten Test gegen die U23 des 1. FC Köln (Regionalliga West) an. Trotz eines engagierten Auftritts musste man gegen den Profinachwuchs mit 1:2 die Waffen strecken. Das Tor für den SVA erzielte wiederum Björn Schnitzer mit einem verwandelten Foulelfmeter. Das Spiel gegen die Geißböcke bot für Jochen Seitz den größten Erkenntnisgewinn: „Gegenüber den ersten beiden Partien war eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar, vor allem in der Defensive. Bis auf zwei individuelle Fehler, die zu den Gegentoren führten, standen wir stabil. Vorne hätte ich mir eine bessere Chancenverwertung gewünscht. Ein Tor aus vier hundertprozentigen Gelegenheiten ist einfach zu wenig.“

Tags darauf am 6. Juli wurden die Stadtmeisterschaften fortgesetzt. Der BSC Schweinheim (2:0) und erneut der SV Vatanspor (5:1) hießen die Stationen auf dem Weg ins Finale. In diesem traf man auf den Kreisligisten Gencler Birligi Aschaffenburg. Nach Ablauf der regulären Spielzeit von 2 x 30 Minuten stand ein torloses Unentschieden zu Buche. Im fälligen Elfmeterschießen zeigte sich Gencler Birligi treffsicherer und sicherte sich letztlich mit 4:2 den Titel des Stadtmeisters 2019.

Nicht ganz glücklich zeigte sich Viktoria Jochen Seitz mit der diesjährigen Vorbereitung: „Eigentlich geht man immer von einer Vorbereitungszeit zwischen fünf und sechs Wochen aus. Dieses Mal hatten wir nur vier Wochen, wovon wir eine Woche gar nicht trainieren konnten, da wir bei den Stadtmeisterschaften aktiv waren. Klar, wir mussten da dabei sein, da das ja auch ein Sponsor von uns ist. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass das Turnier nicht gerade ein, zwei Wochen vor dem Saisonstart stattfindet, zu einer Zeit, in der man üblicherweise für den letzten taktischen Feinschliff sorgt. Optimal war das nicht, aber wir haben das Beste draus gemacht.“

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