Hot! “The Man of the Match“ musste 89 Minuten frieren…

Zwischen 3:1 und  2:2 lag nur ein Fußreflex von Keeper Stefan Steigerwald

Es ist halt nicht alle Tage Derby. Bundesliga, unbeständige Witterung und mit dem VfL Frohnlach ein Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sorgten dafür, dass dieses Mal lediglich 411 Zuschauer den Weg an den Schönbusch fanden. Diese durften sich über den 3:1-Heimsieg, den mittlerweile vierten der Saison, freuen, der durch Tore von Daniele Toch, Giulio Fiordellisi und Kapitän Simon Schmidt sichergestellt wurde.

Vor dem Anpfiff wurde dem am Dienstag dieser Woche im Alter von 82 Jahren verstorbenen langjährigen Viktoria-Mannschaftsbetreuer  Valentin Englert in einer Schweigeminute gedacht.

Stefan Steigerwald

Matchwinner Stefan Steigerwald

Die Rollen in diesem fünften Heimspiel der Saison waren von Anfang an klar verteilt. Frohnlach hatte offensichtlich die taktische Anweisung, sehr tief zu stehen und erst hinter der Mittellinie anzugreifen, mit der Folge, dass sich die Viktoria-Spieler in der eigenen Hälfte ungehindert den Ball zuschieben konnten. Die erste Chance hatte dennoch der VfL, doch ein Volleyschuss aus zentraler Position ging deutlich über das Tor. Quasi im Gegenzug fiel nach einer schönen Einzelleistung von Daniele Toch, der gleich mehrere Gegner stehen ließ und von der Strafraumgrenze überlegt ins lange Eck einschob, das frühe 1:0 für die Viktoria (6. Spielminute). Der VfL sah seinerseits keinen Anlass, seine Zurückhaltung aufzugeben, und verlegte sich darauf, den Spielfluss der Gastgeber durch kleine Nickligkeiten zu bremsen. Der SVA kombinierte sich recht flüssig durch die Abwehrreihen der Oberfranken, der letzte Pass landete allerdings oft beim wachsten Akteur im Trikot der Frohnlacher, Keeper Jonas Hempfling. Die Viktoria hatte aber bis zur Halbzeit dennoch ihre Chancen, vornehmlich durch Freistöße, die die sehr „pfeiffreudige“ Schiedsrichterin mal zu Recht, mal zu Unrecht gewährte. Zwei von Giulio Fiordellisi und Daniele Toch getretene verfehlten knapp ihr Ziel. Zudem wurde ein Tor von Florian Pieper nicht anerkannt,  da der SVA-Topscorer bei Ballabgabe im Abseits stand. Gegen Mitte der ersten Hälfte verschob die Elf von Stefan Braungardt weiter nach vorne und bekam dadurch nach und nach mehr Zugriff auf das Spiel.

Früchte tragen sollte das allerdings erst zu Beginn der zweiten Hälfte, als Christos Makrigiannis, begünstigt durch einen Fehler von Abassin Alikhil, den zu diesem Zeitpunkt doch etwas überraschenden Ausgleich markieren konnte (47.). Die Oberfranken wurden nun immer mutiger, während der SVA vollends den Faden verloren zu haben schien. Bis zur 71. Minute, als Simon Schmidt dem gerade für Florian Pieper eingewechselten Mike Kirchner einen Zuckerpass in den Lauf spielte, woraufhin dieser flach nach innen passte, wo Goalgetter Giulio Fiordellisi eine Fußspitze vor seinem Gegner am Ball war und das Leder mit dem Außenrist an Keeper Hempfling vorbei ins lange Eck bugsierte.

Das Spiel war damit noch längst nicht entschieden, denn der VfL pochte gegen den wegen der Dauerbelastung der letzten Wochen mit zunehmender Spielzeit platten SVA auch weiterhin auf sein fünftes Auswärts-Remis in Folge. Dass die Frohnlacher „Remis-Falle“ nicht erneut zuschnappte, ist letzten Endes nur daran gescheitert, dass ein (auch wegen Beschäftigungslosigkeit) eiskalter Stefan Steigerwald die Nerven behielt und in der 90. Minute reaktionsschnell per Fußabwehr gegen den völlig freien Ali Civelek klären konnte. Im Gegenzug konnte Simon Schmidt einen Konter zum 3:1-Endstand abschließen.

Eine sichtlich auf dem Zahnfleisch gehende Viktoria ließ nicht locker und behauptete ihre Spitzenposition. Dies ist umso wichtiger, als auch die Konkurrenz gepunktet hat. Die kommende Woche ist zum Glück nicht englisch, sondern „durch“. Bis zum Spitzenspiel in Eltersdorf verbleiben damit immerhin sechs Tage zur Regeneration.

 

Trainerstimmen:

Stefan Braungardt (Frohnlach): Wir haben gut angefangen, uns dann aber den Schneid abkaufen lassen. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, daher auch die vielen Fouls. Nach dem frühen Rückstand, den wir ohne Gegenwehr zuließen, wollten wir aggressiver spielen. Wir sind dann in der zweiten Hälfte den Bällen hinterher, auch den so genannten unerreichbaren, und da konnte man schon sehen, dass auch eine so spielstarke Mannschaft wie Aschaffenburg Fehler im Spielaufbau macht. Ein Punkt wäre sicher drin gewesen, wenn auch der Sieg für Aschaffenburg aufgrund der dominanten ersten Hälfte in Ordnung geht.

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Slobodan Komljenovic (Aschaffenburg): Es war das erwartet schwere Spiel für uns. Nach dem Pokalspiel am Mittwoch sind wir etwas müde ins Spiel gegangen. Wir hatten das Glück, dass der VfL seine erste Torchance nicht nutzte und wir im Gegenzug das 1:0 machen konnte. Wir hätten dann bis zur Pause noch ein, zwei Tore nachlegen müssen. In der 2. Halbzeit kriegen wir gleich das 1:1, zugleich wurden die Beine immer schwerer. Man hat in dieser Phase gemerkt, dass wir nur einen kleinen Kader haben. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, das war heute ein Sieg des Willens und Charakters. Wir lassen es in der kommenden Woche etwas langsamer angehen, um am Freitag in Eltersdorf wieder bei 100 Prozent zu sein.

 

Viktoria Aschaffenburg – VfL Frohnlach 3:1 (1:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Jonas Fritsch, Abassin Alikhil, Dennis Löhr – Zamir Daudi, Yannick Franz (85. Marius Diwersi), Simon Schmidt, Daniele Toch – Giulio Fiordellisi (88. Piero Marchese), Florian Pieper (61. Mike Kirchner)

Frohnlach: Jonas Hempfling – Andreas Baier, Alexander Eckert, Jannik Schmidt (32. Ali Civelek), Firat Güngör – Kevin Hartmann (73. Daniel Alles), Gerald Kalb, Yannick Teuchert (74. Tayfun Peker), Tayfun Özdemir – Christos Makrigiannis, Marcel Burkard

Tore: 1:0 Daniele Toch (6.), 1:1 Christos Makrigiannis (47.), 2:1 Giulio Fiordellisi (71.), 3:1 Simon Schmidt (90.+1)

Gelbe Karten: Daniel Cheron, Marius Diwersi / Marcel Burkard, Christos Makrigiannis, Kevin Hartmann, Gerald Kalb, Ali Civelek, Andreas Baier

Schiedsrichter: Annette Raith

Zuschauer: 411

2 Kommentare

  1. Schöner Beitrag, bloß stand Pieper bei den vermeintlichen Tor im Abseits, daher wurde auf Freistoß entschieden

  2. Vielen Dank für den Hinweis, wir haben das entsprechend korrigiert.

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