SVA auf der Suche nach dem Lichtblick im November

Am kommenden Samstag (14.30 Uhr) begeht man bei der U23 des FC Ingolstadt 04 den „zweiten Liga-Advent“

Die erste Kerze brannte so schön am vergangenen Wochenende vor 380 erwartungsfrohen Zuschauern, doch dann kam die Elf von Ludwig Preis und blies mit vollen Backen die Flamme aus wie ein Pennäler, bevor er sich über die Geburtstagstorte hermacht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Reserve der Schanzer, der wir am 22. Spieltag der Regionalliga Bayern unsere Aufwartung machen dürfen, etwas mehr Takt und Empathie für die festlich-sentimentale Gemütsverfassung unserer arg gebeutelten Diva aufbringt und in ihrer Festung ganz nach dem Motto des geistlichen Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ entsprechende Vorarrangements trifft, die wie Balsam auf die geschundene weiß-blaue Seele wirken.

22. Spieltag: FC Ingolstadt 04 II – Viktoria Aschaffenburg

Mit lediglich einem Punkt aus den letzten drei Spielen haben die Weiß-Blauen ein kurzes sportliches Strohfeuer ausgetreten, das sie zwar nie von den Abstiegsrängen wegführte, aber allerorten zumindest als deutlich wahrnehmbares Lebenszeichen interpretiert wurde. Um nicht im neuen Jahr zu einem energischen Zwischenspurt sprich Siegesserie à la Hof in der letzten Saison verdonnert zu sein, was im Übrigen den Weiß-Blauen nach ihren bisherigen Spielergebnissen niemand zutraut, müssten, so hatte Coach Slobodan Komljenovic Anfang November verlautbart, bis zur Winterpause noch Punkte her, vorzugsweise sechs. Um zu glauben, dass diese aus den restlichen drei Partien (davon zweimal auswärts) geholt werden können, muss man schon zu dem geflügelten Wort von Herbert Achternbusch, „Du hast keine Chance, aber nutze sie“, Zuflucht nehmen. Die Mannschaft von Tomislav Stipic, Gegner der Viktoria im ersten von drei Endspielen im RSV-Stadion zu Ingolstadt, ist spielerisch und auch vom Tabellenstand her auf einem Level mit der SpVgg. Greuther Fürth II zu sehen, gegen die man bekanntlich vor Wochenfrist am heimischen Schönbusch mit 0:1 den Kürzeren zog.

Saisonziele sind bei den Schanzern nicht nur da, um auf dem Papier zu stehen, vielmehr ist man darum bemüht, den sportlichen Vorgaben gemäß auf dem grünen Rasen zu performen. Ein „Platz im gesicherten Mittelfeld“ sollte es vor Saisonbeginn sein, und nichts anderes ist der aktuell belegte Rang 7 mit 30 Punkten. Dabei wies die Formkurve einige Schwankungen und Dellen auf, wodurch sich der Abstand zu den absoluten Spitzenteams definiert. So blieb man zwischen dem 10. und 15. Spieltag bei einer Niederlage und fünf Unentschieden sieglos, um dann im 7. Spiel mit einem 2:1-Heimsieg gegen die favorisierten kleinen Löwen wieder in die Spur zu finden. Ingolstadt, immerhin seit 1523 bayrische Festungsstadt, wurde diesem Renommee in sportlichen Belangen nicht immer gerecht. Die Regionalliga-Saison 2013/14 weist mittlerweile vier Fälle aus, in denen die Schanz (=Festung) ESV-Stadion geschleift wurde. Die zweiten Mannschaften von Nürnberg (2:1) und Fürth (3:0) durften dort triumphieren, aber auch die Amateur-Elite in Gestalt des TSV Buchbach (1:0) und FV Illertissen (2:1) tanzte auf den Ruinen. Was hat diese illustre Gesellschaft mit uns zu tun?, mag man jetzt fragen. Nichts fürwahr, aber auch für uns hält die Statistik einen aufmunternden Klaps bereit: Mit dem SV Heimstetten konnte am 14. September 2013 auch ein Träger unserer sportlichen Konfektionsgröße in Ingolstadt einen Punkt entführen, nachdem er zwischenzeitlich sogar mit 3:0 in Front lag. Zuletzt hatten die Mannen von Tomislav Stipic für Gegner vom Schlage eines SV Schalding-Heining (5:1) oder jüngst TSV Buchbach (6:2) schon mal eine Packung parat – eine Torlaune, die nicht von ungefähr kommt. Mit dem Torjäger Karl-Heinz Lappe kehrte vor vier Spieltagen eine Schlüsselfigur des Vorjahresteams von den Profis zurück, eine Personalie, die den kleinen Schanzern im weiteren Verlauf der Runde zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil verhelfen könnte. Quasi zum Einstand traf er je zweimal beim Gastspiel in Niederbayern und zu Hause gegen Buchbach. Zusammen mit Stefan Müller (7) und Reagy Ofosu (4) bildet er eine Sturmachse, die zumindest für defensiv anfällige Mannschaften ein hohes Gefahrenpotential birgt, gewaltig unter die Räder zu kommen.

Aber so weit sind wir noch nicht: Immerhin haben wir mit Stefan Steigerwald einen Keeper zwischen den Pfosten, der in seiner Karriere schon so manchen „Lappe“ ausgewrungen hat. Immer vorausgesetzt, seine Vorderleute, auf die es am Samstag vermehrt ankommen wird, lassen ihn nicht im (November-)Regen stehen. Ein achtbares Abschneiden bei den Donaustädtern sollte gerade in mentaler Hinsicht noch einmal positiver Impulsgeber sein für das folgende schwere Heimspiel gegen den am Wochenende spielfreien und daher ausgeruhten TSV Buchbach sowie den Jahresabschluss beim kriselnden FC Eintracht Bamberg.

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