SVA beehrt die „April-Fußballer“ von der Noris

Samstag, 14 Uhr: Nach Regen soll für den Club diesmal kein Sonnenschein folgen

Die Liga startet mit dem anstehenden 20. Spieltag bereits wieder in die Rückrunde, in der aus weiß-blauer Perspektive die Leistungsbilanz deutlich aufgebessert werden muss, will man zum Saisonende mindestens auf einem Relegationsplatz stehen. Weiterhin trennen das Team von Slobodan Komljenovic drei Punkte von diesem Minimalziel, dem in den letzten Spielen deutlich erkennbaren Aufwärtstrend zum Trotz. Man blieb viermal ungeschlagen, aber die andere Seite der Medaille ist die, dass von den vier Partien nur eine gewonnen werden konnte, worauf sich wiederum die derzeitige tabellarische Stagnation des SVA zurückführen lässt.

20. Spieltag 2013/2014: 1. FC Nürnberg II – Viktoria Aschaffenburg

Auf der Tonleiter der Liga machen nun mal Siege (= 3 Punkte) die Melodie, die Halbtöne der Unentschieden verhallen dagegen weitgehend ungehört. Insofern ist es sehr bedauerlich, dass man letztes Wochenende das zu Recht als Sechs-Punkte-Spiel apostrophierte Spiel gegen Schalding-Heining nicht zu seinen Gunsten entscheiden konnte, sondern es wieder in den vagen Grautönen eines Unentschiedens verschwimmen ließ. Den Stellenwert des Spiels zeigten die von SVS-Coach Tanzer im Vorfeld getätigte Aussage, der vom „wichtigsten Spiel des Jahres sprach“, und der Ärger der Verantwortlichen der Schaldinger nach dem Spiel über das Remis, obwohl die Niederbayern mit dem Resultat unbestritten besser leben können als die im Tabellenkeller feststeckende Viktoria. Ungeachtet der ganzen Rechenexempel dürfte Einigkeit darüber bestehen, dass der andernorts so geschmähte eine Punkt anlässlich des bevorstehenden Gastspiels bei Roger Prinzens kleinen Cluberern schon als Erfolgserlebnis zu werten wäre, egal wie weit er die Viktoria in der Tabelle trägt. Die Analyse der Partie betreffend drängen sich verschiedene Aspekte auf: Zum einen ist es kein Geheimnis, dass unsere Jungs in ihrer kurzen Regionalliga-Historie sich insbesondere gegen Profi-Reserveteams sehr schwer taten und gegen diese auch ihre schwärzesten Auswärtsstunden erlebten. Andererseits hat sich der Club im Gegensatz zu seinen Kollegen zumindest zu Hause noch nicht am SVA-Bashing beteiligt, man könnte nach allerdings erst einmaligem Anprobieren auch formulieren, dass uns die KiK-Truppe sportlich gut steht. Seine bisher einzige Auswärtsaufgabe im Grundig-Stadion bewältigte der SVA bei der knappen 1:2-Niederlage am 16. September vergangenen Jahres vergleichsweise ordentlich. Das Heimspiel in der Rückrunde ging dann allerdings gegen den in der letzten Saison bärenstarken Club, immerhin Fünfter der Abschlusstabelle, mit 0:3 verloren. Als dann das komplett neu formierte Komljenovic-Team im ersten Spiel der neuen Runde der u.a. mit Top-Torjäger Bernd Rosinger aufgerüsteten Prinzen-Garde ein nicht für möglich gehaltenes 2:2-Unentschieden am heimischen Schönbusch abtrotzte, machte sich im weiß-blauen Umfeld anfänglich Euphorie breit. Wie dieses Resultat letztlich zu bewerten war, sollte erst der weitere Verlauf der Runde zeigen, denn schon bald sollte sich herauskristallisieren, dass der sportlichen Performance des Teams von Roger Prinzen eben jene Kontinuität abging, die es in der letzten Saison noch auszeichnete. Beim Blick auf die aktuelle Tabelle sieht man diese Entwicklung in nackten Zahlen ausgedrückt. Während die fünf illustren Mitbewerber sich ausnahmslos in der Spitzengruppe der Tabelle etabliert haben, dümpelt die Zweite des Clubs als Schlusslicht der Reserveteams abgeschlagen auf Rang 12 und befindet sich wegen des engen Mittelfelds gleichermaßen auch Tuchfühlung zur erweiterten Spitze wie zur Abstiegszone. Dass das Problem eindeutig in den schwankenden Leistungen zu lokalisieren ist und keinesfalls im mangelnden spielerischen Potential, ist allein daran ersichtlich, dass das Prinzen-Team mit Fürth und Ingolstadt jüngst zwei Spitzenteams in deren heimischen Gefilden „rasiert“ hat. Prompt folgte auf diesen Höhenflug am vergangenen Wochenende eine 0:1-Bauchlandung im Heimspiel gegen den TSV Buchbach, der allerdings als Fünftplazierter und heißer Anwärter auf die bayerische Amateurmeisterschaft nachgewiesenermaßen einen Gegner der Kategorie A – „kann man verlieren“ – darstellte. Wo der SVA in dieser Gegner-Kategorisierung aus Cluberer-Sicht einzuordnen ist? Trotz unserer kleinen Erfolgsserie: Die Antwort „Kategorie A“ ist dann doch eher was für müde Scherzbolde. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der bezüglich der Auswärtsauftritte des SVA vollzogene Rollentausch vom Prügelknaben zum fordernden Gast auch bis an die Noris herumgesprochen hat, so dass wir nunmehr von der wenig schmeichelhaften Kategorie C – „muss unbedingt gewonnen werden, anderenfalls sofortige Trainerentlassung“ – in die respektvollere Kategorie B – „darf gewonnen werden“ – verschoben wurden. Auf SVA-Seite „darf“ auch etwas beendet werden: die Negativserie der punktlosen Auswärtsauftritte bei Profireserven seit Einführung der Regionalliga Bayern.

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