SVA in Neudrossenfeld: Bringt der Storch drei Punkte?

Im Stadion am Weinberg möchte die Viktoria am Samstag, 29. November, um 14 Uhr die „2014er Neudrossenfelder Spätlese“ ernten

„In unserem Gemeindegebiet gibt es auch noch eine eigenständige Brauerei, bei der auch jedes Jahr ein Storchenpaar zu Gast ist“, betreibt die 4.000-Seelen-Gemeinde Neudrossenfeld, auf halbem Weg zwischen Bayreuth und Kulmbach gelegen, amüsant-drollige Eigenwerbung in ihrem Internet-Auftritt. In welchem der sage und schreibe 48 (!) Ortsteile der Gemeinde mit dem klangvollen Namen Meister Adebar nun genau sommers nistet, darüber schweigt man sich wohlweislich aus, denn sonst wäre es gar zu leicht für die Viktoria, im letzten Auswärtsspiel des Jahres die hoffentlich vor dem Abflug gen Süden dort im Nest deponierten „Punkte-Drillinge“ aufzuspüren.

Die letzten zwei Spieltage – 0:0 gegen Bayern Hof, 1:1 beim Würzburger FV – hat die Komljenovic-Elf mit eher mäßigem Erfolg geprobt, jetzt da gegen Jahresende die biologische Uhr allmählich zu ticken beginnt, soll sich der ersehnte Punkte-Nachwuchs noch mal einstellen.

TSV: Heimbilanz nährt das Fünkchen Hoffnung

Ein Punktekonto der Sorte „Alleinstehend, ohne Kinder, Steuerklasse eins“ haben ungeachtet ihrer gefiederten Gäste die erst in dieser Saison in die Bayernliga aufgestiegenen Hausherren aus dem Oberfränkischen. Mit 15 Punkten führen sie eine äußerst selbstgenügsame Existenz auf dem vorletzten Tabellenplatz, unterboten lediglich vom abgeschlagenen Schlusslicht Memmelsdorf. Erst am 13. Spieltag war es der Truppe von Coach Detlef Hugel vergönnt, mit einem 3:2 zu Hause gegen die SpVgg. Ansbach den ersten Saisonsieg zu feiern. Seither sind deren zwei hinzugekommen, der SV Erlenbach (0:1) und Anfang Oktober gar Aufstiegsaspirant FC Amberg (1:4) machten im Stadion am Weinberg saure Erfahrungen mit dem bestimmt nicht übermäßig verspielten, aber dafür umso erdigeren Charakter des (Ober-)Frankenweins. Überhaupt gestaltet sich die bisherige Heimbilanz des TSV mit ausgeglichenen 14:14 Punkten ganz ansehnlich, zum Glück, muss man sagen, denn sonst  wäre angesichts von desaströsen 1:27 Punkten auf fremden Plätzen (schlechtestes Auswärtsteam der Liga) auch das letzte Hoffnungsfünkchen im entlegensten der 48 Ortsteile schon längst erloschen.

Die heimische Scholle immerhin scheint den Selbstbehauptungswillen der Hugel-Elf anzustacheln und die für den Abstiegskampf erforderlichen Kräfte freizusetzen. Ein Lied davon kann auch Tabellenführer Weiden singen, der sich beim mühevollen 2:0 vor Wochenfrist einer erbitterten Gegenwehr des Aufsteigers gegenüber sah. Der gegen den hohen Favoriten an den Tag gelegte bedingungslose kämpferische Einsatz wird der Hugel-Elf sicherlich als Blaupause dienen für das Spiel gegen die Viktoria, die deshalb gut daran tut, sich in diesem „existentiellen Milieu“ nicht allein auf ihre technische Versiertheit zu verlassen.

Komljenovic: „Hoffentlich nicht mit unfairen Mitteln“

Die Gegneranalyse von Slobodan Komljenovic deckt sich im Wesentlichen mit der aus den vorangegangenen Partien gegen Hof und Würzburg: „Ich erwarte einen Gegner, der sich hinten rein stellt und versucht, uns das Leben schwer zu machen.“ Aus gegebenem Anlass schiebt der Coach hinterher: „Ich hoffe, sie werden das nicht mit unfairen Mitteln machen wie die Würzburger, die uns mit unerlaubten Mitteln aus dem Konzept gebracht haben. Wenn wir dem Gegner unser Spiel diktieren  können, werden wir mit drei Punkten nach Hause kommen.“

Gelichtet haben sich beim SVA die Reihen an vorderster Front. Florian Pieper fällt wegen der im Spiel gegen den Würzburger FV erlittenen leichten Gehirnerschütterung beim Jahresfinale definitiv aus. Auch Giulio Fiordellisi, der einen Urlaub gebucht hatte, bevor das Nachholspiel gegen Neudrossenfeld terminiert wurde, wird nicht zur Verfügung stehen. Slobodan Komljenovic: „Normalerweise sage ich meinen Spielern immer, dass sie nach Einstellung des regulären Spielbetriebs aus Trainingsgründen noch eine Woche zur Verfügung stehen sollten. In Giulios Fall war es dieses Mal leider zu spät.“

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