SVA vs. TSV: Grabfelder im November…

Ob Erde oder Urne: die Viktoria wehrt sich im Heimspiel gegen den TSV Großbardorf (Samstag, 1. November, 14 Uhr) gegen jegliche Form der Bestattung

Enger denn je geht es zu in der Spitzengruppe der Bayernliga Nord, wenn man mal vom mittlerweile auf fünf Punkte enteilten Überflieger Weiden absieht. Der Viktoria ist infolge ihrer 0:3-Niederlage beim FC Amberg in der Vorwoche zwar nicht ihr zweiter Tabellenplatz abhanden gekommen, allerdings sind einige Teams auf unangenehme Tuchfühlung gegangen, darunter auch unser nächster Heimgegner TSV Großbardorf. Wir erinnern uns: Bei den Grabfeld-Galliern machten die Komljenovic-Schützlinge die „frühkindliche“ Erfahrung, dass Bayernliga auch bitter schmecken kann.

19. Spieltag: SVA vs. TSV Großbardorf (Samstag, 1. November, 14 Uhr)

19. Spieltag: SVA vs. TSV Großbardorf (Samstag, 1. November, 14 Uhr)

0:3, so lautete damals der Endstand, ein Ergebnis, für das die Weiß-Blauen eine gewisse Präferenz zu haben scheinen, ganz nach dem Motto: „Wenn schon verlieren, dann richtig“. Auf der anderen Seite sollte dieser frühe Weckruf dann aber eine seit „Fangedenken“ beispiellose Serie von neun Spielen einleiten, in denen man nicht nur ungeschlagen blieb, sondern darüber hinaus brillante 23:2 Punkte holte. Von dieser starken Saisonphase zehrt die Viktoria im Prinzip heute noch, denn die danach erspielten 10:7 Punkte hätten separat betrachtet bei weitem nicht für den momentan gehaltenen zweiten Platz gereicht.

„Initialzündung“ nach altem Muster unerwünscht

So sieht sich manch einer vor dem Gastspiel des TSV im Widerstreit der Gefühle. Eine neuerliche Serie würde wohl jeder begrüßen, aber nicht alle teilen die Ansicht, dass diese notwendigerweise  durch eine Niederlage gegen die Grabfeld-Gallier – noch dazu an Allerheiligen – initiiert werden muss. Besser würde der Viktoria zweifellos zu Gesicht stehen, mit einem Heimsieg – muss kein 7:0 sein – die Bilanz gegen den zweiten Rückrunden-Gegner ausgeglichen zu gestalten, was gegen den Auftaktgegner FC Amberg bekanntermaßen schief gegangen war.

Die Mannschaft von Dominik Schönhöfer steht exemplarisch für die sehr attraktive Idee, mit wenig Aufwand das Maximale zu erreichen. An der Trefferquote des SVA kann sie nicht schnuppern, eher betrachtet sie Tore als wertvolles Gut, das es gerade aufgrund seiner Seltenheit sorgsam zu streuen gilt. Der Erfolg heiligt die Mittel – da wird eine DJK Ammerthal nicht mal eben mit 7:0 vom Platz gefegt, sondern mittels eines 3:1-Arbeitssieges um die Punkte gebracht. Mit drei Toren Unterschied gewannen die Grabfelder nur gegen drei Teams, wobei sich der SVA mit den Kellerkindern Memmelsdorf und Neudrossenfeld (beide 4:1)  in diesem Zusammenhang nicht in allerbester Gesellschaft befindet.

Alleinstellungsmerkmal „auswärts ungeschlagen“

Mit dem TSV präsentiert sich die einzige Mannschaft am Schönbusch, die in der nicht mehr ganz jungen Saison 2014/15 der Bayernliga Nord auswärts noch ungeschlagen ist! Mit einem extrem geizigen Torverhältnis von 7:2 holte man 14:2 Punkte  – ein beredteres Zeugnis für Effizienz dürfte sich schwerlich finden lassen. Die zwei Niederlagen kassierte man trotz dem Vernehmen nach ansprechenden Leistungen zu Hause gegen den Regionalliga-Absteiger Bayern Hof (0:1) und – muss es noch erwähnt werden? – gegen das Oberpfälzer „Walzwerk“ aus Weiden (0:2).

Die Tücke des Lobs

Nach dem Motto „Das haben wir ja noch nie gehört“ bläst TSV-Coach Dominik Schönhöfer im Vorfeld der Partie entwaffnend ins Lobeshorn: „Die Viktoria ist eine spielerisch starke Mannschaft. Sie gehört zu den Spitzenteams der Liga.“ Die 0:3-Niederlage des SVA aus der Hinrunde möchte Schönhöfer nicht überbewerten und interpretiert sie als ein Begleitsympton der Eingewöhnungsphase des Neu-Bayernligisten: „Da hatte sich die Viktoria aufgrund vieler Neuzugänge noch nicht gefunden. Das scheint aber jetzt der Fall zu sein.“ Und schiebt eine unmissverständliche Warnung nach: „Wir müssen auf der Hut sein. Wir wissen, was die Viktoria zu leisten vermag. Unsere Aufgabe wird durch das jüngste 0:3 der Aschaffenburger nicht leichter. Nun brennen sie auf Wiedergutmachung. Wir fahren nach Aschaffenburg, um etwas mitzunehmen. Dazu müssen wir 90 Minuten lang hoch konzentriert zu Werke gehen.“

Mit Letzterem mag er gar nicht so Unrecht haben, denn SVA-Coach Slobodan Komljenovoc wird seinen Jungs in der Tat nach der Pleite in Amberg das Nötige gesagt haben. Man darf also hoffen, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt und die Losung ihres Trainers, „Das beständigste Team wird am Ende Meister“, nicht missverstanden hat. Eine Beständigkeit der Niederlagen meinte er da wohl eher nicht…

Mit einem Heimsieg über den – wegen der drei Nachholspiele nur rechnerisch – neben Weiden derzeit aussichtsreichsten Kandidaten im Titelkampf, den TSV Großbardorf, könnte die Viktoria im derzeit toten Rennen um Platz zwei einen wichtigen Impuls setzen sowie einen Prozess in die Wege leiten, an dessen Ende der Trauermonat November im Gedächtnis von Weiß-Blau als ein Wonnemonat haften bleibt.

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