Viktoria-Cracks mit torlosem Remis auf „Schaldinger Sand“

Im Passauer Westen nichts Neues: Viktoria hat auswärts das Verlieren verlernt / Neuberger hält Elfer

„Ein Punkt geht immer“ scheint die neue Devise der bereits viermal in Folge (ohne Pokal!) auswärts ungeschlagen gebliebenen Viktoria zu sein. Mit dem 0:0 beim SV Schalding-Heining zeigten die Weiß-Blauen, dass sie hinsichtlich der Platzbeschaffenheit flexibel sind und es nicht nur auf Rasen, sondern auch auf Sand können. Nicht zuletzt weil Hamza Boutakhrit seit der 67. Minute wegen einer gelb-roten Karte zum Zuschauen verdammt war, darf die Nullnummer vor 744 Zuschauern im Stadion am Reuthinger Weg als Erfolg gewertet werden.

Hamza Boutakhrit musste in der 67. Spielminute nach Handspiel vorzeitig mit gelb-roter Karte von Platz, zeigt bis dahin aber eine sehr engagierte Leistung (© Moritz Hahn)

In der ersten Hälfte beharkten sich die Tabellennachbarn fast ausnahmslos im Mittelfeld, ohne dass sich einer einen Vorteil hätte verschaffen können. Auch die Torgelegenheiten teilte man sich brüderlich, exakt eine gab es auf jeder Seite zu vermelden. In der 31. Minute parierte SVS-Keeper Schöller einen Flachschuss von Hamza Boutakhrit ohne Probleme. Dicker war da schon die Torgelegenheit von Schaldings Goalgetter Fabian Schnabel aus der 36. Minute, dessen Torschuss von Ugurtan Kizilyar auf der Linie geklärt wurde. Nach vorne agierten beide Teams mit gebremstem Schaum, erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die Gastgeber etwas aktiver.

Die Tabellennachbarn aus Passau und Aschaffenburg lieferten sich eine intensive Auseinandersetzung (© Moritz Hahn)

Auch in der zweiten Hälfte plätscherte die Partie etwas vor sich hin, ehe Max Grünewald in der 59. Minute kurzfristig für höheren Wellengang sorgte. Einen Harrer-Pass spitzelte er in Richtung Tor, doch Schöller war auf dem Posten und packte eine Parade aus. Wenig später ereignete sich der Aufreger des Spiels, als Schiedsrichter den bereits zuvor mit Gelb verwarnten Hamza Boutakhrit nach einem angeblichen Handspiel im Strafraum mit Gelb-Rot des Feldes verwies. Alles Reklamieren nutzte nichts und zeitigte nur eine gelbe Karte für Michél Harrer und Peter Neuberger. Zusätzlich gab es Elfmeter, den Schaldings Top-Torjäger Fabian Schnabel zur Chefsache erklärte.

Alle Unschuldsbeteuerungen halfen nichts… Schiedsrichter Luka Beretic hatte sich festgelegt und auf Handelfmeter entschieden (© Moritz Hahn)

Peter Neuberger „hielt den Schnabel“

In der Ruhe liegt die Kraft, dachte sich Viktoria-Keeper Peter Neuberger, und „hielt den Schnabel“. Mit einem eher schwach geschossenen Elfer hatte der Schütze selbst dazu beigetragen, dass Schweigen Gold war. Peter Neuberger freilich nahm das zum Anlass, um gegen die angesichts ihrer numerischen Überzahl nunmehr konsequent ihr Heil in der Offensive suchenden Niederbayern zu großer Form aufzulaufen. Eine Glanztat vollbrachte er in der 77. Minute, als er eine sehenswerte Volleyabnahme aus 20 Metern des Schaldingers Tiefenbrunner mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Wenige Minuten vor Schluss konnte er gegen Knochner klären und der in der Schlussphase nur noch in der Defensive gebundenen Viktoria das Unentschieden sichern.

Schlüsselszene in der 68. Spielminute. Peter Neuberger pariert den Elfmeter von Goalgetter Fabian Schnabel und hält sein Team im Spiel (© Moritz Hahn)

Jochen Seitz sah denn auch letztlich keinen Anlass, mit dem einen Punkt nicht „hochzufrieden“ zu sein. Sein Widerpart sprach zwar seiner Mannschaft ein Kompliment aus, bezeichnete das Ergebnis allerdings als „ärgerlich“. Dass sich gegnerische Trainer nach dem Spiel ärgerten, ist der Viktoria in dieser Saison schon des Öfteren passiert, man denke da an Rosenheims Zaric oder zuletzt Illertissens Anderl. Letzterer grämte sich sogar so sehr, dass er anschließend zurücktrat.

Eine der wenigen Tormöglichkeiten hatte Pasqual Verkamp im zweiten Durchgang als sein strammer Schuss nur knapp am Tor vorbei ging (© Moritz Hahn)

Sicherlich kann man da mitfühlen, doch es gilt die Faustregel: Wenn sich der gegnerische Trainer ärgert, hat man vieles richtig gemacht, vor allem aber stimmt das Ergebnis. Letzteres stimmt für gewöhnlich nicht, wenn es nachher vom gegnerischen Coach artige Komplimente gibt.

13. Spieltag, 29. September 2018, um 14:00 Uhr in Passau (Sportanlage Reuthinger Weg // Reuthinger Weg 8, 94036 Passau)

SV Schalding-Heining – Viktoria Aschaffenburg 0:0 (0:0)

Schalding-Heining: Markus Schöller – Muhammed Alagöz, Rene Huber, Stefan Lohberger (59. Andreas Jünger), Fabian Schnabel (80. Lucas Chrubasik), Christian Piermayr, Fabian Burmberger, Stefan Rockinger, Philipp Knochner, Alexander Kurz, Martin Tiefenbrunner (Trainer: Stefan Köck) Aschaffenburg: Peter Neuberger – Daniel Cheron, Luca Dähn, Simon Schmidt, Ugurtan Kizilyar, Hamza Boutakhrit – Max Grünewald, Philipp Beinenz, Clay Verkaj (90.+1 Jonas Fritsch) – Michél Harrer (90.+2 Daniele Bruno), Pasqual Verkamp (83. Lucas Oppermann) (Trainer: Jochen Seitz) Tore: keine Besondere Vorkommnisse: Hamza Boutakhrit (67., gelb-rote Karte), Peter Neuberger pariert Elfmeter von Fabian Schnabel (68.) Gelbe Karten: Stefan Rockinger (17.) / Luca Dähn (38.), Hamza Boutakhrit (51.), Michél Harrer (67.), Peter Neuberger (67.) Schiedsrichter: Luka Beretic – Florian Wildegger, Florian Heilgemeir Zuschauer: 744 (Sportanlage Reuthinger Weg)

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