Hot! U19 beim Brass Cup: Fair, jedoch ohne Fortune

Spätestens seit dem sensationellen Abschneiden der U19 im Vorjahr, als man in einem dramatischen Spiel um den 3. Platz den Nachwuchs von Eintracht Frankfurt mit 6:5 (3:3) nach Neunmeterschießen in die Knie zwingen konnte, hat das Abschlussturnier des mittlerweile zum 18. Male ausgetragenen Brass Cups echten Kultcharakter angenommen. Hier ein Team der Weiß-Blauen auf nationaler Ebene mit reellen  Außenseiterchancen anfeuern zu können, macht diese Veranstaltung für jeden Viktoria-Fan zu einem Pflichttermin. Entsprechend beeindruckend war denn auch die Kulisse in der voll besetzten Unterfrankenhalle, die selbst für die hochkarätigen Nachwuchsmannschaften der Proficlubs  die Ausnahme, wenn nicht sogar ein Novum gewesen sein dürfte.

Den Jungs von Siggi Sternheimer konnte man deutlich anmerken, dass sie von der Erfahrung vergangener Vergleiche profitiert haben, indem sie selbstsicher auftraten, gleichwohl aber nicht den nötigen Respekt vermissen ließen. Ein deutliches Indiz für ihre Abgeklärtheit und spielerische Kompetenz stellte die Foulstatistik dar, aus der sie mit lediglich drei Vergehen als Sieger des Fairnesspokals hervorgingen. Hier wurde mit der Mär aufgeräumt, wonach sich die so genannten, vermeintlichen Underdogs nur mit brachialen Methoden zu helfen wissen.

Zum Turnierverlauf: Der Viktoria wurden in der Opel Zafira Tourer Gruppe der VfL Bochum, FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 zugelost. Eine Todesgruppe, möchte man meinen, aber wäre die andere Option die bessere gewesen? In der Opel Mokka Gruppe brachten sich der Karlsruher SC, Greuther Fürth, eine Bayernauswahl, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt in Stellung. Lange hielten die Weiß-Blauen ihr Schicksal in der Schwebe, drei Unentschieden gegen Bochum (2:2), St. Pauli (1:1) und Fortuna Düsseldorf (3:3) waren ein beredtes Zeugnis der hervorragenden Jugendarbeit des SVA. Da die Glücksgöttin Fortuna an diesem Sonntagnachmittag offensichtlich blaumachte, konnten die Weichen nicht schon früh in Richtung Endrunde gestellt werden, so dass die abschließende Partie gegen Hannover 96 schicksalhafte Bedeutung erlangte. Hier unterlag man dem späteren Turniersieger mit 0:2. Als sudden death würde man es in der Fachsprache bezeichnen, mitten aus dem Fußballerleben abberufen. Der 5. Platz in der Vorrunden-Abschlusstabelle mit drei Punkten gilt denn auch mitnichten als würdiger Nachruf, spiegelt er doch die gezeigten (Turnier-)Lebensleistungen der Viktoria-Youngsters nicht adäquat, um nicht zu sagen unzureichend wider. Das Resümee von Coach Siggi Sternheimer fällt entsprechend aus: “Unsere Mannschaft hat insgesamt ein Superturnier gespielt, leider hatten wir heute nicht das  Quäntchen Glück im Abschluss, das man braucht, um ein Spiel zu gewinnen und in die Platzierungsspiele bei diesem großartigen Turnier zu kommen.“

Bleibt der weitere Verlauf des Turniers nachzutragen: In den Halbfinalspielen setzten sich Hannover gegen Nürnberg mit 4:0 und Karlsruhe gegen Bochum mit 6:1durch. Den 3. Platz sicherte sich Bochum gegen Nürnberg mit 5:3 nach Neunmeterschießen. Dieses war auch im Finale vonnöten, da sich Hannover gegen den starken KSC kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit zum 2:2 rettete und den finalen Hangover vermied. Vom Punkt erwies man sich dann als treffsicherer und kürte sich mit dem Endergebnis von 5:4 zum Brass Cup Gewinner 2013.

(7. Januar 2013, Wolfgang Fleischer)

Zu den Bildern von Joachim Hennig: Bildergalerie 1 & Bildergalerie 2.

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