Unbändiger Durst auf das Abenteuer Pokal

Die Würzburger Kickers haben die Chance, zum fünften Mal in Folge auf nationaler Bühne vorzuspielen / Zulassungsvoraussetzung ist ein Sieg im Finale des BFV-Toto-Pokals

Pokalgeschichte zu schreiben, ist nicht jedem Verein gegeben. Insofern ist es keine Selbstverständlichkeit, dass die Würzburger Kickers, die sich viele Jahre ausschließlich im Amateurbereich bewegt haben, in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum einige aussagekräftige Kapitel zusammengetragen und sich so schon ein aussagekräftiges Profil in dem traditionsreichen und prestigeträchtigen Wettbewerb angelegt haben.

Beginnen wir mit dem Pokal auf Verbandsebene, den die Kickers in jüngerer Vergangenheit zweimal gewinnen konnten. In der Spielzeit 2013/14 sicherte man sich den Toto-Pokal als damaliger Regionalligist durch ein 5:3 nach Elfmeterschießen im Finale gegen den Ligakonkurrenten Schalding-Heining vor gut 2.000 Zuschauern auf der Sportanlage am Reuthinger Weg. Zuvor waren die Kickers in der 2. Hauptrunde auf die Viktoria getroffen, die sie am heimischen Dallenberg mit 5:3 besiegten. Mit 250 Zuschauern war das Interesse damals sehr mäßig. Das dürfte bei der Neuauflage am kommenden Samstag etwas anders sein…

Das Objekt der Begierde. Der BFV-Toto-Pokal. Würzburg möchte den Pokal zum dritten Mal holen und sich zum fünften Mal in Serie für den DFB-Pokal qualifizieren.

Der zweite Toto-Pokalsieg der Rothosen datiert aus der Spielzeit 2015/16, in der sie im Finale mit 6:2 im Unterhachinger Sportpark triumphierten. Allerdings hatte der Sieg nur statistischen Wert, da die Kickers als Tabellendritter der 3. Liga bereits vor dem Finale für den DFB-Pokal qualifiziert waren. Freuen über einen frei gewordenen Startplatz durfte sich Finalgegner Unterhaching. Zwischen den beiden Titeln lag die Spielzeit 2014/15, in der im Halbfinale beim Bayernligisten SpVgg. SV Weiden Endstation war (0:3). In der Saison 2016/17 nahm man als damaliger automatisch für den DFB-Pokal qualifizierter Zweitligist nicht am Toto-Pokal teil. In der Vorsaison war man nach dem Abstieg wieder im Teilnehmerfeld präsent, musste aber im Viertelfinale überraschend gegen den Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim die Segel streichen.

Kickers gruben lange verschollenen „Pokal“ wieder aus

Erstmals nach 33 Jahren tauchten die Kickers in der Spielzeit 2014/15 wieder in einem DFB-Pokal-Wettbewerb auf. Qualifiziert hatte man sich über den Gewinn des Toto-Pokals. In der ersten Hauptrunde empfing der damalige Regionalligist den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf und sorgte gleich mit einem 3:2 nach Verlängerung für eine faustdicke Pokalüberraschung. Diese blieb in der zweiten Hauptrunde aus, in der man dem Zweitligisten Eintracht Braunschweig knapp mit 0:1 unterlag. Nach der langen Pokal-Abstinenz war das Interesse riesengroß: Knapp 22.000 Zuschauer strömten zu den beiden Spielen in der Flyeralarm Arena und sorgten zusammen mit den „Antrittsprämien“ für einen warmen Regen in den Kickers-Kassen. Das Team aus der Residenzstadt war auf den Geschmack gekommen und schaffte es auch in den folgenden drei Spielzeiten in den DFB-Pokal. Zweimal – 2015/16 und 2017/18 – hieß der Gegner in der ersten Hauptrunde Werder Bremen. Mit 0:1 bzw. 0:3 zogen die Rothosen gegen die favorisierte Truppe von der Weser jeweils den Kürzeren. In der Spielzeit 2016/17 traf man in der ersten Runde erneut auf Eintracht Braunschweig. Mit einem 1:0-Sieg konnte man erfolgreich Revanche nehmen für die vor zwei Jahren an gleicher Stelle erlittene 0:1-Niederlage. Auch in Runde zwei empfing die Profitruppe von Bernd Hollerbach mit dem TSV 1860 München einen Konkurrenten aus der 2. Liga. In der regulären Spielzeit fielen keine Tore, das fällige Elfmeterschießen endete knapp mit 4:3 zugunsten der Giesinger.

Die Rothosen sind gewarnt…

Selbstverständlich verfolgen die Kickers in diesem Jahr das Ziel, zum fünften Mal in Folge am lukrativen DFB-Pokal teilzunehmen. Der Weg dorthin führt in diesem Jahr allerdings nur über den Gewinn des BFV-Toto-Pokals, wozu dem Team nur noch ein Sieg im Finale gegen die Viktoria fehlt. Der Turnierverlauf wurde nach einem anfänglichen Spaziergang in den Partien gegen Bad Kissingen (9:1) und den Stadtrivalen Würzburger FV (4:0) immer beschwerlicher. Im Achtelfinale traf man auf den Pokalgewinner der beiden Vorjahre, den Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05. Beim sportlichen Vergleich im Willy-Sachs-Stadion hatten die Rothosen mit 1:3 das Nachsehen, konnten dann aber im Nachgang am grünen Tisch einen Trumpf ausspielen, der zur Annullierung des Ergebnisses führte und die Kickers zum 2:0-Sieger erklärte. Auch im folgenden Viertelfinale musste das beim Regionalligisten FV Illertissen gastierende Team von Michael Schiele schwer beißen, ging jedoch letztlich hauchdünn mit 9:8 nach Elfmeterschießen als Sieger vom Platz. Umso überraschender, dass man sich der schweren Aufgabe im Halbfinale beim dreifachen Toto-Pokal-Gewinner und Ligakonkurrenten SpVgg. Unterhaching souverän mit 3:0 entledigen konnte. Das Finale im BFV-Pokal machen nun Unterfranken unter sich aus, wobei mit der Viktoria kaum jemand gerechnet haben dürfte. Spätestens seit dem Sieg der Weiß-Blauen gegen die Münchner Löwen werden sich die Rothosen freilich hüten, den letztjährigen Regionalliga-Aufsteiger zu unterschätzen und damit in direkter Konsequenz ein erkleckliches Sümmchen zu verspielen…

1 Kommentar

  1. und sie werden das erkleckliche Sümmchen verlieren,da sie am Schönbusch als Verlierer
    vom Platz gehen werden

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