Und das Haibach, das hat Zähne…

Mittwoch, 18.15 Uhr, Stadion am Schönbusch: Viktoria feiert in einem hoch explosiven Pokal-Intermezzo alemannische Fasnacht

Man kann es nicht verleugnen: Zuletzt spielte der BFV-Toto-Pokal in den Überlegungen der Viktoria-Verantwortlichen regelmäßig die zweite Geige hinter dem Liga-Betrieb. Genutzt hat diese stiefmütterliche Behandlung letzten Endes nichts – man denke da nur an die legendäre „Rosenheim-Saga“, als man im Zwiespalt von Meisterschaft und Pokal sich punktgenau zwischen alle Stühle setzte.

23. August 2014, 15:00 Uhr: Viktoria Aschaffenburg vs. VfL Frohnlach

20. August 2014, 18:15 Uhr: Viktoria Aschaffenburg vs. Alemannia Haibach

Selbstredend ist Haibach nicht Rosenheim und auch die Ausgangslage präsentiert sich heuer gänzlich anders. In der Regionalliga hinkte der SVA der Konkurrenz hinterher, während er in der Bayernliga eher in die Kategorie der „Gipfelstürmer“ einzureihen ist. Und da mag es schon das Prestige gebieten, sich gerade im heimischen Stadion von der eigenen Vorortgemeinde weder im Pokal noch in der Meisterschaft (11. Oktober) ein X für ein U vormachen zu lassen. Denn vor seiner eigenen Haustür – das weiß ein jeder – sollte man besonders gründlich kehren…

Die Brisanz bezieht das Nachbarschaftsderby zum einen aus genau jenen obigen Erwägungen, zum anderen natürlich auch aus dem Umstand, dass es sich bei dem Match im Rahmen der 2. Hauptrunde des Toto-Pokal um den allerersten Vergleich beider Vereine auf Pflichtspielebene handelt. Novitäten definieren sich bekanntlich dadurch, dass Erfahrungswerte noch fehlen und daher auch die gängigen Beurteilungsschemata nicht greifen. Natürlich gibt es Querverweise: Das Liga-Derby vor 10 Tagen gegen Nachbar SV Erlenbach hat trotz des 2:0-Erfolges gezeigt, dass der Leistungsunterschied zwischen Regionalliga-Absteiger und Bayernliga-Stammpersonal nicht derart gravierend ist, dass er nicht über Kampf und unbändigen Einsatz – wann liefert man den ab, wenn nicht in einem Derby? – zu kompensieren wäre. Es ist davon auszugehen, dass auch die Haibacher Alemannia diesbezüglich am Mittwoch ein Exempel statuieren will.

Die Alemannen befinden sich nach dem achten Spieltag auf Rang acht der Tabelle der Bayernliga Nord und damit noch vor dem SV Erlenbach. Als Verlierer gingen das Team von Klaus Hildenbeutel  bislang nur ein einziges Mal vom Platz: Mit 0:2 unterlagen sie beim Spitzenteam aus Weiden, haben aber dennoch mit 5:3 Punkten eine positive Auswärtsbilanz. Zu Hause dagegen ist man in der Liga noch sieglos, ganze viermal teilte man sich die Punkte, wobei man gerade gegen den VfL Frohnlach und zuletzt gegen die DJK Ammerthal drei Punkte fest eingeplant hatte. Nichtsdestotrotz: Aktuell weist nichts darauf hin, dass sich eine Zittersaison wie 2013/2014 wiederholen wird, als man den Klassenerhalt so gerade eben über die Relegation schaffte.

In der ersten Runde des diesjährigen Toto-Pokals bekamen die Grün-Weißen mit dem Liga-Konkurrenten Würzburger FV den ungleich schwereren Brocken vorgesetzt als die Viktoria, die sich stark ersatzgeschwächt ihrer Auswärtsaufgabe beim Landesligisten Dinkelsbühl mit einem knappen 2:1 entledigte. Die Alemannia schoss sich in einer torreichen Partie am Hohen Kreuz mit einem 5:3 in die nächste Runde, wo sie prompt für diesen Kraftakt mit dem Pokalschlager gegen den großen Nachbarn belohnt wurde.

„Die Viktoria und die Bayernliga passen offensichtlich gut zusammen“, war nach dem jüngsten 3:0-Auswärtserfolg der Weiß-Blauen in Memmelsdorf in der örtlichen Presse zu lesen. Der Schreiber meinte dies wohl ausschließlich als Kompliment und war sich der Doppelbödigkeit seiner Aussage gar nicht bewusst. Gerade vor einer solchen Partie lohnt es sich mal hinzuzufügen, was unsere Jungs durch ihr spielerisches Auftreten im Übrigen bisher auch beherzigt haben: Hoffentlich nicht zu gut, denn von der Bayernliga ist schon manch hoffnungsvoller Verein absorbiert worden und wie in einem schwarzen Loch auf Nimmerwiedersehen verschwunden…

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