Hot! Tag der offenen Tür in Eltersdorf

Das 4:4 nach kuriosem Spielverlauf war alles, nur nichts für schwache Nerven

Im vorgezogenen Freitagabendspiel des 10. Spieltages in der Bayernliga Nord musste die Viktoria zum Gipfel nach Eltersdorf reisen. Die Sportanlage in der Langenau  präsentierte sich  diesmal als ein deutlich heißeres Pflaster mit giftigen Quecken, die nach zwischenzeitlicher 4:2-Führung schon wie der sichere Sieger aussahen. In einer denkwürdigen Partie, in der nichts unmöglich schien, konnte der nie aufsteckende SVA in der Schlussphase noch ausgleichen und wenigstens einen Punkt entführen.

Daniele Toch erzielte zwei von vier SVA-Treffern

Daniele Toch erzielte zwei von vier SVA-Treffern

280 Zuschauer wollten diesen Positionskampf innerhalb der Spitzengruppe sehen und brauchten sich über Ereignislosigkeit zu keinem Zeitpunkt beklagen. Die von Anfang an früh attackierenden Gastgeber konnten in der 13. Minute durch Tobias Herzner in Führung gehen. Diese hatte nicht lange Bestand, denn in der 21. Minute war der wieder in der Startelf aufgebotene Björn Schnitzer zur Stelle und markierte sein erstes Saisontor. Vorausgegangen war ein überlegtes Zuspiel von Daniele Toch, nachdem er die Eltersdorfer Abwehr durcheinandergewirbelt hatte. In der 35. Minute sollte die Komljenovic-Elf das einzige Mal in diesem Spiel in Führung gehen, erneut eine Koproduktion der beiden Mittelfeldmotoren Schnitzer und Toch. Diesmal flankte der Ex-Jügesheimer und Daniel Toch besorgte per Kopf die 2:1-Führung. Das Bemühen, diese in die Pause mitzunehmen, wurde vom SCE indes brutal durchkreuzt. Ein Eigentor von Zamir Daudi (42.) und Sven Röwe (45.) stellten auf 3:2 um und verpassten den Viktorianern einen psychologischen Knacks, von dem sich zu erholen die „Ringpause“ nicht ausreichte.

So war es denn nicht verwunderlich, dass die Baumgart-Elf in der zweiten Halbzeit zunächst Oberwasser hatte und Keeper Stefan Steigerwald wieder einmal sein ganzes Können aufbieten musste, um sein Team im Spiel zu halten. Alles schien vergebens, als in der 65. Minute die Eltersdorfer Torfabrik Michael Jonczy ansprang und die Führung der Gastgeber vermeintlich vorentscheidend auf 4:2 ausbauen konnte. Dass Daniele Toch mit seinem mittlerweile dritten Saisontreffer quasi postwendend zum 3:4 verkürzen konnte, ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass an diesem Tag auf beiden Seiten Aufmerksamkeitsdefizite dem Erfolg im Wege standen.

Danach war erst einmal finito mit dem munteren Scheibenschießen, denn der SCE besann sich plötzlich auf ein alt bewährtes Erfolgsrezept im Fußball und machte die Schotten dicht, um den Sieg über die Zeit zu bringen. Es wurde nichts draus:  Giulio Fiordellisi fand es in der 85. Minute an der Zeit, mal wieder mit südländischem Temperament auf die Rückennummer 10 zu deuten, frenetisch bejubelt vom eigenen Anhang und mit hängenden Köpfen quittiert von den sauertöpfischen Quecken, die weiterhin auf den ersten Sieg über den SVA warten müssen.

Fazit: Beide Teams befanden sich vor dem Spiel in einer komfortablen Tabellensituation und sind es auch danach. Legt man den Spielfilm zugrunde, so fühlt sich das Unentschieden für die Viktoria wie ein Sieg an. Beide Teams werden sich allerdings selbstkritisch hinterfragen müssen, wie das geht: vier Tore erzielen und trotzdem nicht als Sieger vom Platz gehen.

 

SC Eltersdorf – Viktoria Aschaffenburg 4:4 (3:2)

Eltersdorf: Alexander Schulz – Nicolas Esparza, Matthias Völker, Philip Messingschlager, Michael Hirschberger – Tom Abadjiew, Thomas Dotterweich, Tobias Herzner (75. Patrick Fuchs), Sven Röwe – Oliver Janz (90. Arpad Backens), Michael Jonczy (80. Maximilian Großmann)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Simon Schmidt, Abassin Alikhil, Dennis Löhr (84. Mike Kirchner) – Zamir Daudi, Johannes Gerhart, Jonas Fritsch, Björn Schnitzer (51. Yannick Franz), Daniele Toch – Giulio Fiordellisi (88. Roberto Desch)

Tore: 1:0 Tobias Herzner (13.), 1:1 Björn Schnitzer (21.), 1:2 Daniele Toch (35.), 2:2 Zamir Daudi (42., ET), 3:2 Sven Röwe (45.), 4:2 Michael Jonczy (59.), 3:4 Daniele Toch (61.), 4:4 Giulio Fiordellisi (85.)

Gelbe Karten: Sven Röwe, Philip Messingschlager / Zamir Daudi

Schiedsrichter: Björn Söllner

Zuschauer: 280

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