Hot! Unterschied zur GroKo: Viktorias Amtsinhaber haben alle „gedient“

Faktencheck beim neuen Viktoria-Führungsquintett spricht diesbezüglich Klartext

„Kompetenzteam“, mit diesem Begriff ist in letzter Zeit vor allem die Politik hausieren gegangen. Über den inflationären Gebrauch sollte aber nicht vergessen werden, dass die Ausschöpfung von Kernkompetenzen unerlässlich für das Funktionieren eines jeden Gemeinwesens (Staat, Verein etc.) ist. Das heißt nicht mehr und nicht weniger als dass sich jeder dort einbringen sollte, wo er gemäß seinen Fähigkeiten, Begabungen und anderen Faktoren (z.B. gesellschaftliche Stellung) den größtmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft erbringt. In diesem Sinne dient der folgende Text nicht nur der Vorstellung der einzelnen Mitglieder des Vorstands, sondern auch der Beantwortung der Frage: Haben die Viktorianer bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 12. Dezember einem Vorstand ihre Stimme gegeben, der im besten Sinne als „Kompetenzteam“ bezeichnet zu werden verdient?

Marion Schütz
Vorstand Finanzen

Mit Marion Schütz, 39 Jahre alt, und im Hauptberuf Bankkauffrau und Leiterin der Sparkassenfiliale Erlenbach, hat die Viktoria einen Glücksgriff getan. Als Vizepräsidentin Finanzen hat sie seit ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren aufgrund ihrer Qualifikation einen entscheidenden Teil zur Transparenz wie zur Konsolidierung des Viktoria-Haushalts beigetragen. Akribisch wurde der Papierkrieg aus der Vor-Schütz/Kammann-Ära abgearbeitet. Ähnlich wie bei ihrem Lebensgefährten Ludwig Münz, der als Sicherheitsbeauftragter der Viktoria fungiert, sind auch bei Marion Schütz Privatleben und Vereinstätigkeit untrennbar miteinander verwoben. Kein Zufall also, dass sich die beiden über ihre gemeinsame Begeisterung  für den SVA kennen- und lieben lernten.

Holger Stenger
Vorstand Marketing

Er war und ist ein Schwergewicht in Aschaffenburg, aller Gewichtsreduktion zum Trotz: Die Rede ist von dem 52-jährigen Holger Stenger, der auch künftig das Ressort Marketing leitet und dem neu gewählten Vorstand als dessen Sprecher seine unverwechselbare Reibeisenstimme leiht. Die Assoziationen zum englischen Überlebenskünstler Joe Cocker, die vor allem ältere Semester haben dürften, kommen nicht von ungefähr, schlüpft Holger Stenger doch regelmäßig auf regionalen Bühnen als Joe Schocker in die Person des britischen Kultrockers. Letzterer, in der Stahlstadt Sheffield geboren, prägt wie kein anderer das Image von harter, ehrlicher Maloche, hinter der viel Herzblut steckt, Grundwerte, die auch Holger Stengers Wirken bei der Viktoria charakterisieren. Als alteingesessener Einzelhändler und Entertainer in seiner Heimatstadt bekannt wie ein bunter Hund, ist es dem gelernten Großhandelskaufmann eine Herzensangelegenheit, seine weitreichenden Kontakte für die Überzeugungsarbeit in Sachen Zukunftsprojekt Viktoria zu nutzen. Dabei dürften ihm auch seine in jahrzehntelanger Bühnenpräsenz geschliffenen rhetorischen Fähigkeiten zu Statten kommen, die er erst jüngst mit einer bemerkenswerten Brandrede nach dem letzten Heimspiel der Viktoria unter Beweis stellte. Geradezu ein Empfehlungsschreiben für zukünftiges politisches Wirken, beabsichtigt Holger Stenger nach eigener Aussage im neuen Jahr doch, auch in der Kommunalpolitik Akzente zu setzen.

Peter Löhr
Vorstand Sport

Peter Löhr, seit Dezember 2012 dem Viktoria-Präsidium als Vizepräsident Sport angehörend, wird als künftiger Vorstand Sport dem Verein auch weiterhin seinen reichen Erfahrungsschatz als ehemaliger Fußballprofi zur Verfügung stellen. Als gebürtiger Aschaffenburger und Viktoria-Eigengewächs startete Peter Löhr Ende der 70er Jahre vom Schönbusch aus seine Profikarriere, die ihn zunächst zum damaligen Zweitligisten VfR Bürstadt und schließlich in der Rückrunde der Saison 1980/81 zum Bundesligisten Fortuna Düsseldorf führte. Für die Rheinländer absolvierte er stolze 102 Bundesligaspiele. Auch am erfolgreichsten sportlichen Kapitel der jüngeren Viktoria-Geschichte durfte er mitschreiben, denn als die Viktoria 1986 den Aufstieg in die 2. Liga realisierte, folgte Peter Löhr dem Lockruf in die alte Heimat ohne Zögern. Als Stammspieler in der damaligen Zweitligamannschaft dürften die alten Viktorianer den defensiven Mittelfeldspieler noch in bester Erinnerung haben. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn verdiente sich der heute 54-jährige, gelernte Bürokaufmann, im Hauptberuf als Mitarbeiter des Sportamts der Stadt Aschaffenburg, erste Sporen als Trainer. So coachte er in der Saison 2000/2001 seinen SVA und belegte mit ihm den 10. Rang in der Oberliga Hessen, anschließend fungierte er mehrere Jahre als Trainer bei den Sportfreunden Seligenstadt. Mit seiner neuerlichen Funktionärstätigkeit bei dem jetzigen Regionalligisten schließt sich nun der Kreis, dessen Quadratur Peter Löhr bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr so erklärte: »Ich bin ein alter Viktorianer und habe gesehen, dass am Schönbusch wieder schwierige Zeiten anbrechen. Ich hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen und meinen Kontakten helfen kann.« Seine Viktoria-Vergangenheit im Zusammenwirken mit seiner unverbrüchlichen Vereinstreue, aber auch der Vorteil, an der Informations-Schnittstelle städtisches Sportamt tätig zu sein, prädestinieren Peter Löhr wie keinen Anderen für dieses Amt.

Herbert Lehnert
Vorstand Organisation

Den neu geschaffenen Posten des Vorstands Organisation wird künftig der 51-jährige gelernte Industriekaufmann und Metzgermeister Herbert Lehnert bekleiden. Er ist selbständig bei unserem Sponsor Edeka Stenger beschäftigt und in dieser Funktion für die Organisation des Caterings im VIP-Bereich zuständig. Sein Talent für funktionierende Abläufe wird er künftig im weitesten Sinne zum Wohl der Viktoria einbringen und mit neuen Ideen frischen Wind in das Vereinsleben bringen. Eine Kostprobe lieferte er in einer Ko-Produktion mit dem gleichfalls neu designierten Vorstand Jugend Stefan Sickenberger schon ab: Beide kamen auf die schöne Idee, die einzelnen Jugendteams samt Eltern im Wechsel in die Stadionbewirtschaftung einzubinden. Das Projekt lief sehr erfolgversprechend an und soll demnächst auf die U19 und U23 ausgeweitet werden.

Stefan Sickenberger
Vorstand Jugend

„Die Eltern an den Verein heranführen“, darin sieht denn auch der frisch gewählte Vorstand der Jugend, Stefan Sickenberger, eine seiner Hauptaufgaben. Da sein Filius selber in der U12 des Nachwuchsleistungszentrums die Kickstiefel schnürt, weiß der 46-jährige gelernte Industriekaufmann und Vertriebsleiter beim Viktoria-Sponsoring-Urgestein f.a.n. Frankenstolz, wovon er spricht. Gehobenen Schlafkomfort wie bei Frankenstolz wird es auch mit Stefan Sickenberger als Jugendleiter im Nachwuchsleistungszentrum nicht geben können – dazu sind dessen Ziele gar zu ambitioniert formuliert –, wohl aber niedrigschwellige Angebote, die die Kommunikation zwischen den Parteien stärken und zu einem leistungsfördernden Miteinander führen.

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