Gibt der VfL Frohnlach wieder den Part des Schlachtopfers?

Beim 8:0 im Hinspiel bereitete die Viktoria den an Niederlagen gewöhnten Oberpfälzern die schwärzeste Stunde

Durch den 3:1-Auswärtsieg bei der SpVgg Ansbach hat sich die Viktoria als erster Verfolger des rechtzeitig wieder in die Spur gekommenen Tabellenführers VfB Eichstätt positioniert. Von einer Vorentscheidung ist man allerdings weit entfernt, da auch die von hinten nachdrängende Konkurrenz zeigte, dass sie weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die Seitz-Truppe hat es allerdings selbst in der Hand, durch den fest eingeplanten Dreier im Heimspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht VfL Frohnlach (Samstag, 14 Uhr, Stadion am Schönbusch) die Verfolger auf Distanz zu halten und im günstigsten Fall dem Primus Eichstätt, der zeitgleich im Heimspiel gegen den FC Amberg ein wesentlich anspruchsvollere Aufgabe zu bewältigen hat, noch näher auf die Pelle zu rücken.

23. August 2014: Die Viktoria setzte sich mit 3:1 gegen VfL Frohnlach durch (© Moritz Hahn)

Wenn sich im bisherigen Saisonverlauf eine Mannschaft nachdrücklich für eine sportliche Zukunft in der Landesliga empfohlen hat, so ist dies der VfL Frohnlach. Den zweifellos größten Coup – um mit etwas Positivem zu beginnen – landeten die Oberfranken gleich am zweiten Spieltag mit einem 2:1-Auswärtserfolg beim damals noch designierten Aufstiegskandidaten FC Amberg. Das muss die Kräfte überfordert haben, denn seither sollte kein einziger Zähler auf fremden Plätzen mehr hinzukommen. Den nächsten Sieg konnte man erst wieder am 17. Spieltag mit dem 5:0 im Heimspiel gegen den SV Erlenbach feiern, der gleichzeitig den höchsten Saisonsieg bedeutete. Vor einer Woche setzte man mit einem 3:0 über den 1. SC Feucht letztmals positive Akzente im heimischen Willy-Schillig-Stadion. Das herangezogene zarte Pflänzchen der Hoffnung auf einen Saisonschlussspurt welkte unter der Woche aufs Großbardorfer Grabfeld gepflanzt beim 0:5 quasi unter der Hand weg. Wie es sich für einen mustergültigen Laternenträger gehört, hat das Team von Coach Oliver Müller mit Abstand die wenigsten Tore geschossen (20) und die meisten gekriegt (72). Sein Saison-Waterloo erlebte der VfL bei der 0:8-Heimniederlage ausgerechnet gegen die Viktoria, deren vorherige Gastspiele im Willy-Schillig-Stadion (4:1 –Regionalliga Bayern 2012/13; 6:0 – Bayernliga-Saison 2014/15) auch schon nicht von Pappe waren. Vergleichsweise gekleckert haben die Weiß-Blauen dagegen zu Hause: In der ersten Regionalliga-Bayern-Saison unterlagen sie dem Tabellenletzten und späterem Absteiger sogar mit 0:2, in der Meistersaison 2014/15 hatten sie beim 3:1 mehr Mühe als ihnen lieb war.

Jochen Seitz: „Brauchen nicht drum herumreden“

Weniger der Blick in die Historie denn die aktuelle Saisonstatistik ringen auch dem allergrößten Pessimisten die Aussage ab, dass alles andere als ein Sieg der Viktoria am Samstag eine faustdicke Überraschung wäre. Es wäre jetzt der Glaubwürdigkeit nicht zuträglich, wenn man – so wie die Dinge nun mal stehen – Stärken des Gegners hervorheben würde, wo offenkundig keine sind. Jochen Seitz, überdies personell kaum gehandicapt (allein noch fraglich der Einsatz von Daudi), ist erfahren genug, um mit einem unmissverständlichen Statement genau in dieselbe Kerbe zu schlagen: „Klar, gegen Frohnlach müssen wir gewinnen, da brauchen wir nicht drum herumreden. Es ist trotzdem kein Selbstläufer. Wir haben englische Wochen, da müssen wir zusehen, dass wir die Kräfte bündeln und uns am Samstag die drei Punkte holen.“ Man könnte hinzufügen: Es muss nicht unbedingt achtmal einschlagen wie im Hinspiel, aber ein 1:0-Arbeitssieg wäre denn doch des Guten ein bisschen zu wenig. Den „Tag der Arbeit“ haben wir schließlich erst in gut drei Wochen…

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