Hot! Viktoria bleibt im Aufstiegsrennen

Tore von Aydin, Häuser und Grünewald zwingen dezimierte Bamberger in die Knie

Mit einem 3:0-Erfolg im Heimspiel gegen die abstiegsbedrohte DJK Don Bosco Bamberg konnte die Viktoria nach zuvor drei sieglosen Spielen gerade noch rechtzeitig wieder in den Aufstiegsmodus schalten. Die couragiert auftretenden Gäste, die bereits in der 23. Minute den Platzverweis ihres Verteidigers Jessen wegstecken mussten, waren bis zum Führungstreffer der Viktoria zu Beginn der zweiten Halbzeit ein ebenbürtiger Gegner.

Simon Schmidt wurde vor der Partie von der Vorstandschaft für 300 Spiele im Trikot von Viktoria Aschaffenburg geehrt (© Moritz Hahn)

Die Viktoria dominierte erwartungsgemäß die Anfangsphase. Die Bamberger ließen sich allerdings nicht lange beeindrucken und legten früh den Respekt ab. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel mit Torszenen auf beiden Seiten. Daniele Toch per artistischem Seitfallzieher und Björn Schnitzer hatten die Führung auf dem Fuß, die Balsam für die spürbare Nervosität im Spiel der Gastgeber gewesen wäre. Fehlpässe im Spielaufbau ermunterten die erstaunlich unbekümmert auftretenden Gäste immer wieder zu Gegenstößen, durch die das von Peter Neuberger gehütete Tor des Öfteren ernsthaft in Gefahr geriet. Zunächst köpfte der völlig allein gelassene Sengül, im Übrigen auffälligster Akteur in der Offensive der Gäste, aus zwei Metern Keeper Neuberger das Leder direkt in die Arme. „Eine hundertprozentige Chance, die muss er machen“, trauerte Mario Bail der vergebenen Großchance nach. Das Prädikat „spielentscheidend“ vergab Bambergs Coach allerdings an eine andere Szene, die wenig später – in der 23. Spielminute – folgen sollte. Gökhan Aydin war zentral durch und wurde von Bambergs Jessen gelegt. Schiedsrichter Hanslbauer wertete das Foul als Notbremse und verwies Jessen des Feldes. „Keine Rote Karte, der zweite Innenverteidiger stand dabei“, so Bail, der aber nach dem Platzverweis zunächst keinen Bruch im Spiel seines Teams sah: „Auch zu zehnt hatten wir anfangs die klareren Chancen“. Die klarste vergab wiederum Sengül, der einen diesmal schulmäßigen Kopfball an den langen Pfosten setzte.

Vielleicht die Schlüsselszene der Partie. Rote Karte für Joahnnes Jessen in der 23. Spielminute nach Notbremse (© Moritz Hahn)

„Abnutzungskampf der derzeit besten Offensive der Liga“

Eigentlich wollte man bei der Viktoria die Eckpfosten schon einmotten, doch wer anders könnte ihnen zu neuem Ansehen verhelfen als der „aktuell beste Spieler der Liga“ (Bail), Björn Schnitzer? In der 53. Minute servierte er einen Eckball dem an der Strafraumgrenze postierten Gökhan Aydin genau auf den Schlappen, der das Leder volley flach in die Maschen jagte. Der Bann war gebrochen, eine demoralisierte DJK sah sich außerstande, in Unterzahl und mit schwindenden Kräften einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. „In der zweiten Halbzeit ist hinten gar nichts mehr angebrannt“, resümierte Jochen Seitz. Der Belagerungszustand des DJK-Tores durch seine Truppe sollte noch weitere Früchte tragen: Janis Häuser konnte sich in der 63. Minute nach Pass von Daniel Cheron aus kurzer Distanz die Ecke aussuchen und Max Grünewald traf in der 89. Minute zum 3:0-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nach einer weiteren gelb-roten Karte nur noch zu neunt. „Wir mussten uns letztlich dem Abnutzungskampf der derzeit besten Offensive der Liga beugen“, konstatierte Mario Bail und räumte ein, dass der Sieg der Viktoria auch noch höher hätte ausfallen können.

Gökhan Aydin hat nach seinem Trumtor zum 1:0 allen Grund zu strahlen (© Moritz Hahn)

Jochen Seitz mahnt zur Geduld

Somit hatte Jochen Seitz alle Argumente auf seiner Seite, als er im Rahmen seiner Stellungnahme auf der Pressekonferenz den Appell an die Fans richtete, geduldiger mit der Mannschaft zu sein und positiv zu bleiben: „Wie es halt so ist: Wenn die ersten Fehlpässe gespielt werden oder wir nicht in Führung gehen, dann werden wir nervös und wollen es erzwingen. Nicht nur wir werden nervös, auch die Fans. Man weiß, wie schwierig es ist, gegen eine defensive Mannschaft zu spielen. Da braucht man Geduld und auch ein Quäntchen Glück. Deshalb meine Bitte auch an die Fans: Seid nicht so ungeduldig. Positiv bleiben, auch bei Fehlern. Nicht vergessen: Wir sind eine Amateurmannschaft.“

Ein zufriedener Jochen Seitz mahnte die Fans und das Umfeld zu mehr Ruhe und Geduld (© Moritz Hahn)

Was Geduld und langer Atem bewirken können, zeigt nicht zuletzt unser Viktoria-Jubilar Simon Schmidt, der im Anschluss an die Pressekonferenz geehrt wurde. Mit Schnellschüssen und Über-das-Knie-brechen bringt man es nicht mal eben auf 300 Pflichtspiele im Trikot der Viktoria…

32. Spieltag der Bayernliga Nord 2016/17 am Freitag, 5. Mai 2017, um 18.30 Uhr

Viktoria Aschaffenburg – DJK Don Bosco Bamberg 3:0 (0:0)

Aschaffenburg: Peter Neuberger – Daniel Cheron, Fabian Galm, Simon Schmidt, Dennis Kallina – Kevin Wittke, Max Grünewald, Daniele Toch (63. Philipp Beinenz), Björn Schnitzer – Janis Häuser (81. Niko Koukalias), Gökhan Aydin (74. Clay Verkaj) (Trainer: Jochen Seitz) Bamberg: Christoph Trunk – Pascal Niersberger, Johannes Jessen, Nicolas Esparza, Felix Strobler, Daniel Schäffler (85. Christos Makrigiannis), Calvin Sengül, Markus Fischer (74. Ulrich Spies), Nicolas Wunder, Benedict Leicht (57. Martin Körner), Simon Schmoll (Trainer: Mario Bail) Tore: 1:0 Gökhan Aydin (53., Björn Schnitzer), 2:0 Janis Häuser (63., Daniel Cheron), 3:0 Max Grünewald (89., Björn Schnitzer) Besondere Vorkommnisse: Johannes Jessen (23., rote Karte, Notbremse), Nicolas Esparza (81., gelb-rote Karte) Gelbe Karten: Fabian Galm (45.) / Markus Fischer (41.), Nicolas Esparza (75.) Schiedsrichter: Patrick Hanslbauer – Thomas Gscheidl, Kevin Hegwein Zuschauer: 604 (Stadion am Schönbusch)

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