Hot! Wegen Übergröße: Viktoria brachte 7:0-Frachtpaket persönlich vorbei

Lediglich 260 Zuschauer sahen in Ammerthal eine SVA-Torfabrik auf Hochtouren und eine desaströse Defensivleistung der DJK

Den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters der Bayernliga Nord hatte sich bereits am Samstag die SpVgg. SV Weiden durch einen 2:0-Auswärtssieg beim Mitkonkurrenten TSV Großbardorf gesichert. Die Steilvorlage, durch einen Sieg im Auswärtsspiel gegen das Kellerkind DJK Ammerthal weiter Boden auf die Tabellenspitze gut zu machen, ließ sich die Viktoria allerdings nicht entgehen. Die Kaffeefahrt unter dem Motto „Herbst in der Oberpfalz“ war sehr ertragreich und bescherte den Weiß-Blauen satte sieben „Abschlüsse“. Tore von Daniele Toch (16./33.), Björn Schnitzer (17.), Kapitän Simon Schmidt (20.) sowie Roberto Desch (44./45.) und ein spätes Tor des eingewechselten Yannick Franz (89.) ließen in Ammerthal verfrüht die Blätter treiben. In der Tabelle schob sich der SVA aufgrund der besseren Tordifferenz vor Jahn Forchheim auf den zweiten Platz.

Der SVA gewinnt 7:0 in Ammerthal und klettert auf Rang 2 (© Andreas Brückmann)

Der SVA gewinnt 7:0 in Ammerthal und klettert auf Rang 2 (© Andreas Brückmann)

Gut aus Sicht der Gastgeber, die im Vorfeld der Partie den SVA als „das spielstärkste Team der Liga“ ausgemacht hatten, verliefen allenfalls die ersten 17 Minuten, während denen sie die Begegnung einigermaßen ausgeglichen gestalten konnten und auch zu ersten Chancen kamen. Als Daniele Toch mit seinem neunten Saisontor eine sehenswerte Kombination der Weiß-Blauen zur 1:0-Führung abgeschlossen hatte, wurde bald deutlich, dass die gegen Haibach aufgestellte Regel „Ein Treffer kommt selten allein“ auch in Ammerthal ihren Fortbestand haben würde. Björn Schnitzer und Kapitän Simon Schmidt durften sich innerhalb von drei Minuten ebenfalls in die Torschützenliste eintragen und ließen damit die Hoffnungen der Gastgeber auf ein Erfolgserlebnis nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie in weite Ferne rücken. Zunächst war Schnitzer im Anschluss an einen von Toch eingeleiteten Konter erfolgreich (17.), wenig später köpfte Schmidt eine Schnitzer-Ecke zum 3:0 ein. Mittelfeld-Stratege Daniele Toch schraubt unermüdlich an seinem Torekonto und führt mittlerweile die mannschaftsinterne Torschützenliste an. In der 33. Minute erzielte er aus spitzem Winkel sein zehntes Saisontor, nachdem unmittelbar zuvor die Gastgeber mehrere gute Chancen zum Anschlusstreffer vergeben hatten. „Jetzt wird’s lächerlich“, so der Kommentar des Liveticker-Schreibers, als der von Beginn an aufgebotene Youngster Roberto Desch mit einem Doppelschlag (44., 45.) das halbe Dutzend zur Pause voll machen konnte. In der Tat drohte zu diesem Zeitpunkt der Niederlagen-gestählten DJK ein Waterloo von bis dato unbekanntem Ausmaß.

Bildergalerie: DJK Ammerthal vs. Viktoria Aschaffenburg (© Andreas Brückmann)

…wenn es denn in dieser Manier weitergegangen wäre. Tat es aber nicht, denn die Weiß-Blauen orientierten sich in der zweiten Spielhälfte an dem bewährten „Haibacher Modell“, was da vorgab: das Ergebnis verwalten und hin und wieder durch punktuelle gefährliche Aktionen dem Gegner demonstrieren, dass man könnte, wenn man (noch) wollte… Andererseits hätte sich auch die DJK für ihre tadellose kämpferische Einstellung belohnen können, doch der erneut tadellose Stefan Steigerwald konnte gegen Haller (75.) und Pospisil (83.) klären. Eine Nullnummer blieb die zweite Hälfte dann doch nicht, weil mit Yannick Franz ein junger, ehrgeiziger Spieler eingewechselt wurde, der es noch mal wissen wollte. Er setzte denn auch, assistiert von Daniel Cheron, den Schlusspunkt zum 7:0 in einem Spiel zweier ungleicher Gegner.

Kantersiege dieser Art zeigen nicht zuletzt, dass zwischen einigen Teams der Bayernliga spielerische Welten klaffen. Liegt die Latte auf Höhe Ammerthal, ist für den SVA beim Sprung jede Menge Luft dazwischen. Es gibt jedoch einige Mannschaften, gegen die es viel knapper zugeht oder wo man sogar Gefahr läuft, die Latte zu reißen. Nichtsdestotrotz taugen allein diese zu einer verlässlichen Standortbestimmung. Ein solcher echter Gradmesser ist der FC Amberg, dem die Viktoria am kommenden Samstag ihre Aufwartung machen wird. Auch die fünftplatzierten Oberpfälzer nahmen zuletzt die Hürde in Haibach souverän mit 3:0.

 

DJK Ammerthal – Viktoria Aschaffenburg 0:7 (0:6)

Ammerthal: Kevin Schmidt – Thomas Götzl, Christian Richter (24. Dominik Haller), Manuel Jank, Bastian Leikam – Patrick Stauber (67. Philipp Lämmermann), Rafael Wodniok, Florian Fromholzer, Alexander Bucher – Ralf Maas (46. Nico Becker), Michal Pospisil

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Jonas Fritsch (71. Mike Kirchner), Simon Schmidt (57. Marius Diwersi), Abassin Alikhil, Dennis Löhr – Roberto Desch, Daniel Cheron, Björn Schnitzer, Daniele Toch (57. Yannick Franz) – Giulio Fiordellisi, Florian Pieper

Tore: 0:1 Daniele Toch (16.), 0:2 Björn Schnitzer (17.), 0:3 Simon Schmidt (20.), 0:4 Daniele Toch (33.), 0:5 Roberto Desch (44.), 0:6 Roberto Desch (45.), 0:7 Yannick Franz (89.)

Schiedsrichter: Sven Bode

Zuschauer: 260

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