Hot! Viktoria einstimmig in die Zukunft

Der unterfränkische Traditionsverein präsentiert sich bei Jahreshauptversammlung geschlossen wie selten zuvor

Am Donnerstag, dem 5. Februar 2015, fand im Nilkheimer Bürgerhaus die Jahreshauptversammlung des SV Viktoria 01 e.V. Aschaffenburg statt. Der Traditionsverein sendet nicht nur eine Menge optimistischer Meldungen, sondern wählte auch einen namhaften Verwaltungsrat.

75 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung gekommen, in der sich der Verein einig wie selten zuvor präsentierte. Nur knapp 60 Minuten vergingen, bis die Versammlung auch schon wieder geschlossen wurde. Es ergingen nur einstimmige Beschlüsse und die Mitgliederversammlung geriet zu einer Demonstration, wie viel Vertrauen sich die Vorstandschaft um Holger Stenger in ihrer kurzen Amtszeit schon erarbeitet hat.

 

Peter Löhr: „Neues Ziel heißt Aufstieg“

Peter Löhr (Vorstand Sport) war der Erste, der einen Ressort-Bericht vortrug. Er rief noch einmal die zwei turbulenten Regionalliga-Spielzeiten ins Gedächtnis, um dann aber aus heutiger Sicht zu bilanzieren: „So bitter der Abstieg für uns war, er erwies sich im Nachhinein als Glücksfall.“ Durch untadelige sportliche Leistungen und solides Finanzgebaren habe man in der Stadt Aschaffenburg wieder Vertrauen gefunden. „Man geht wieder zur Viktoria und man steht wieder zur Viktoria.“ Ziel sei es gewesen, in der Bayernliga zunächst einmal Fuß zu fassen und im gesicherten Mittelfeld zu stehen.

Peter Löhr

Peter Löhr formulierte klare Ziele für den SVA

Dass die Viktoria jetzt um die Meisterschaft mitspiele, sei zum einem dem Umstand zu verdanken, dass die Neuzugänge hervorragend eingeschlagen hätten, zum anderen zweifelsfrei das Verdienst von Trainer Slobodan Komljenovic, dem es gelungen sei, aus einer sehr jungen Mannschaft eine Einheit zu formen. Auf der Grundlage dieser Entwicklung fand Peter Löhr klare Worte, indem er das vor Rundenbeginn ausgegebene Saisonziel revidierte: „Unser neu gefasstes Ziel heißt Aufstieg in die Regionalliga Bayern.“ Voraussetzungen hierfür seien freilich eine sportlich erfolgreiche Restsaison und die Schaffung einer soliden finanziellen Basis, „an der wir arbeiten“. Das Szenario des Aufstiegs und eines soliden Mittelfeldplatzes in der Regionalliga Bayern werde man auch dann nicht aus den Augen verlieren, wenn man dieses Jahr noch scheitern sollte.

Für den aufgrund Krankheit verhinderten Jugendvorstand Stefan Sickenberger trat Holger Stenger ans Mikrofon, um über die Situation der Jugendarbeit zu referieren. Bewusst trage er nicht die von Stefan Sickenberger ausgearbeitete Rede vor, aber er könne aus einem morgens getätigten Telefonat weitergeben, was Stefan Sickenberger besonders am Herzen liege: der explizite Dank an die Personen, die sich um die Jugendarbeit in besonderer Weise verdient gemacht haben. Sein Dank gehe an Michael Zeitler, für all das was er seit der letzten Hauptversammlung geleistet und bereits umgebaut habe, an Karlheinz Klug für die Organisation der Sommer-Stadtmeisterschaft und, „was wir alle hier unterschreiben können“, an alle Spielereltern, ohne die eine derart erfolgreiche Jugendarbeit nicht zu realisieren wäre. Holger Stenger stellte heraus, dass es gerade solche Aktionen wie die Übernahme des Stadion-Caterings durch die Spielereltern waren, die den neuen Geist am Schönbusch spürbar werden ließen. In seinem ausführlichen Rückblick auf die vergangenen Jahre verhehlte Stenger nicht, dass die sportlichen Misserfolge in der Regionalliga und der nachfolgende Abstieg auch Wunden geschlagen haben. Mit gewissem Stolz dürfe man allerdings für sich reklamieren, den „Abstieg ertragen zu haben, ohne in hektische Betriebsamkeit verfallen zu sein“. In seinem Plädoyer für einen nachhaltigen, behutsamen Aufbau brach er auch eine Lanze für Slobodan Komljenovic, den man nicht seiner sportlichen Meriten wegen verpflichtet habe, sondern als einen Trainer, der dieses Konzept des Neuaufbaus mittrage wie kein Anderer. „Slobo geht mit uns gemeinsam diesen Weg. Wir sind sehr froh, ja stolz, ihn an unserer Seite zu wissen. Deswegen wollen wir ihn auch behalten“, so Holger Stenger.

Die Jugendabteilung konnte in den vergangenen 12 Monaten mit der „erfolgreichsten Saison der letzten Jahre“ von sich reden machen. Drei Aufstiege der ältesten Mannschaften in der vergangenen Saison sorgen dafür, dass der SVA erstmals wieder von der C- bis zur A-Jugend in der Bayernliga (zweithöchste Spielklasse) vertreten ist. „A-Jugend-Bundesliga ist aktuell noch zu hoch für uns, aber wir können natürlich auch nicht mit den Jugend-Internaten von den Fußball-Bundesligisten mithalten“, so Holger Stenger. Dazu kommen ligenexterne Turniererfolge wie der Sieg der U15-Junioren beim Bau-Pokal und etliche weitere tolle Auftritte quer durch alle Altersklassen zeugen von der enormen Leistungsdichte im NLZ am Schönbusch.

 

Zwei Jahre hintereinander Gewinnzone erreicht

Zwei Jahre in Folge in der Gewinnzone - Marion Münz hatte Grund zur Freude

Marion Münz hatte Grund zur Freude

Marion Münz (Vorstand Finanzen) präsentierte im Anschluss daran den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2013. Zu Buche stand ein Gewinn von knapp über 9.000 Euro und auch für das Jahr 2014 rechnet die Frau der Zahlen mit einem ähnlich positiven Abschluss. Garanten für diese positive Entwicklung der Viktoria waren vor allem die deutlichen Erlössteigerungen aus Werbeeinnahmen, Zuschauereinnahmen, aber auch auf der Gegenseite die Reduzierungen bei Löhnen und Gehältern sowie bei verschiedenen kleinen Posten.

Die Kassenprüfer Dietmar Appel und Wolfgang Buchner hatten dem nichts hinzuzufügen. Die Kassenprüfung für das Jahr 2013 verlief vollkommen anstandslos und der Vorstand wurde von der Versammlung einstimmig entlastet.

 

Holger Stenger skizziert positive Zukunft für Fußball in Aschaffenburg

Vorstandssprecher Holger Stenger brauchte dann etwas länger als seine Vorredner, um die Vielzahl seiner Anliegen in Worte zu kleiden. Von Mindestlohn, positiver sportlicher Entwicklung, Zusammenwachsen des Vereins und mittel- bis langfristigen Zielen war die Rede in seinem emotionalen Vortrag. Vor allem war ihm anzumerken, mit wie viel Engagement und Herzblut er die Viktoria Tag für Tag einen Schritt weiter nach vorne bringt.

Spätestens als er die aus Sicht des Vorstands möglichen mittelfristigen Ziele umriss, hingen auch die letzten anwesenden Zuhörer an seinen Lippen. Von einer kurzfristigen Rückkehr in die Regionalliga Bayern war genauso die Rede, wie davon, sich in Liga 4 zu etablieren.

 

Viktoria Aschaffenburg hat neuen Verwaltungsrat

Horst R. Schmidt präsentierte neuen Verwaltungsrat

Horst R. Schmidt präsentierte neuen Verwaltungsrat

Danach trat Horst R. Schmidt ans Rednerpult. Er zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Viktoria, insbesondere die der letzten 14 Monate. Viele wichtige Schritte seien gemacht worden. Eine solide Grundlage sei genauso geschaffen worden wie eine sympathisch auftretende regionale Mannschaft mit starkem Unterbau.

Dr. Klaus Herzog, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, ab sofort Mitglied im Verwaltungsrat des SVA

Oberbürgermeister Dr. Klaus Herzog ist ab sofort Mitglied im Verwaltungsrat des SVA

Entsprechend gut kam er auch bei der Zusammenstellung des neuen Verwaltungsrates voran. Zwar hatte Wunschkandidat Hans Nolte kurzfristig abgesagt, was Horst R. Schmidt bedauerte, aber dennoch fanden sich sieben Schwergewichte aus Politik und Wirtschaft, die die Viktoria in Zukunft gemeinsam mit dem Vorstand weiter nach vorne bringen sollen. Im Einzelnen waren Vorschlagskandidaten: Oberbürgermeister Dr. Klaus Herzog, die ehemaligen Präsidenten Markus Kammann und Herbert Euler, Dr. Volker Schwab, Ahmed Kalkan und Gerhard Rienecker. Und auch er selbst würde einen Platz im neuen Verwaltungsrat haben, sofern die Mitglieder die Güte hätten zuzustimmen, so Horst R. Schmidt mit einem Augenzwinkern. Diese ließen sich nicht lange bitten. Einstimmig per Akklamation folgten sie dem Vorschlag.

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