Viktoria erteilt dem TSV Buchbach einen 4:0-„Denkzettel“

„Weine nicht, wenn der Regen fällt“: Die Viktoria schwor ihren wetterfesten Fans einmal mehr ewige Treue / Cheron (2), Schnitzer und Gashi trafen

Die Viktoria hat mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg gegen den Tabellennachbarn TSV Buchbach den vierten Dreier in Folge eingefahren und darf sich mit Fug und Recht „Mannschaft der Stunde“ nennen. Nach dem Platzverweis für den Gästespieler Stefan Denk in der 13. Spielminute war das Team von Jochen Seitz klar Chef im Ring und erteilte den Oberbayern einen gemessen an den Chancen noch moderaten, sprichwörtlichen „Denkzettel“.

Viktoria Aschaffenburg setzt sich am 14. Spieltag mit 4:0 gegen den TSV Buchbach durch (© Björn Friedrich)

Ergiebiger Dauerregen bildete eine ideale Kulisse für die ganz Hartgesottenen, zu denen sich immerhin 808 Besucher zählen durften. Jochen Seitz hatte gegenüber dem Pokalspiel gegen Schweinfurt die Startelf auf drei Positionen verändert, für Michél Harrer, Roberto Desch und Jonas Fritsch spielten Egson Gashi, Clay Verkaj und Daniel Cheron. In der ersten Viertelstunde waren trotz der widrigen Platzbedingungen zwei ballsichere Teams zu sehen, die schon andeuteten, warum sie in der Tabelle weit oben stehen. „Da hat man gesehen, was das für ein Spiel hätte werden können“, so Gäste-Coach Markus Raupach mit leiser Wehmut bei der anschließenden Pressekonferenz. „Hätte werden können“ bezieht sich auf den frühen Platzverweis für den Gästespieler Stefan Denk, der für ein rüdes Tackling an der Mittellinie glatt Rot sah. Eine in ihrer Härte gleichwohl diskutable Entscheidung von Schiedsrichter Tiedeken, der aber wohl schon durch einige rustikale Aktionen der Oberbayern im Vorfeld entsprechend „getriggert“ war.

Jochen Seitz kann gar nicht hinsehen. Nach dem rüden Foul von Denk an Boutakhrit war die Partie für Denk frühzeitig beendet (© Björn Friedrich)

Nicht nur aufgrund der geöffneten Himmelsschleusen hatten die Weiß-Blauen nun deutlich Oberwasser. Gerade einmal acht Minuten später konnte der SVA seine Überzahl in Zählbares ummünzen. Zunächst scheiterte Björn Schnitzer mit einem Schuss an TSV Keeper Maus. Die nachfolgende Ecke des sehr gut aufgelegten Benni Baier wurde per Kopf von Hamza Boutakhrit auf Daniel Cheron verlängert, der aus wenigen Metern ungehindert einnicken konnte. Björn Schnitzer konnte in der 28. Minute das 2:0 nachlegen, als er per abgefälschten Freistoß Keeper Maus in die falsche Ecke schickte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verlieh Daniel Cheron mit dem 3:0 (44.) der Überlegenheit der Seitz-Elf einen adäquaten Ausdruck.

Chancen in Hülle und Fülle, aber die Viktoria belässt es bei „Vier gewinnt“

Daniel Cheron war mit zwei Treffern maßgeblich am Sieg beteiligt (© Björn Friedrich)

Buchbachs Coach Markus Raupach stärkte zur zweiten Halbzeit mit der Einwechslung von Orth die Defensive und ließ damit durchblicken, dass sein Team in der zweiten Halbzeit vorrangig um Schadensbegrenzung bemüht sein sollte. Dieses Konzept ging anfangs nicht auf, denn bereits in der 51. Minute stockte Egson Gashi das Resultat auf 4:0 auf. Benni Baiers satten Distanzschuss konnte Maus nicht festhalten, Gashi hatte keine Mühe, flach einzuschieben. Ein Debakel schien jetzt möglich, die Oberbayern verschanzten sich jetzt sprichwörtlich „mit Mann und Maus“ in der eigenen Hälfte und konnten dennoch nicht verhindern, dass sich die Weiß-Blauen Chancen in Hülle und Fülle erarbeiteten, die locker zu einem Rekordsieg gereicht hätten. So landete ein sehenswerter Schuss aus dem Lauf von Egson Gashi an der Latte (66.), dasselbe Schicksal war einem strammen 20-Meter-Schuss von Benni Baier (73.) beschieden. Keeper Maus blieb Sieger bei einem platzierten Kopfball des eingewechselten Daniel Meßner (87.) sowie kurz vor dem Abpfiff gegen Max Grünewald. „Wir können uns bei unserem Keeper bedanken, dass er das Ergebnis in einem einigermaßen erträglichen Rahmen gehalten hat“, bilanzierte Gäste-Coach Raupach treffend. Jochen Seitz war – wie könnte es anders sein – „happy“, sorgte sich aber auch durch die Blume um die mit den Erfolgen wachsende Erwartungshaltung. Das was seine Schützlinge aktuell leisteten, sei eben „keine Selbstverständlichkeit“, betonte der Coach. Wenn wir ihn richtig verstanden haben: Erfolge in Serie darf es am Schönbusch ruhig weiterhin geben, eine „Routine des Erfolgs“ in den Köpfen sollte sich aber nicht einstellen.

In der Vorsaison gingen die Weiß-Blauen nach 22 Spieltagen mit 27 Zählern in die Winterpause, in dieser Spielzeit hat man nach 14 Spieltagen bereits 23 Punkte. Wir wollen nicht unken, aber es wäre nicht sonderlich verwegen, die Messlatte in diesem Jahr etwas höher zu legen. Am kommenden Samstag (14 Uhr) gastiert die Seitz-Elf bei der Augsburger Reserve, die sich mit mageren 13 Zählern in der Abstiegszone eingenistet hat. Da könnte was gehen für die Weiß-Blauen. Wir haben aber die Mahnung von Jochen Seitz im Ohr: Selbstverständlich ist nichts…

14. Spieltag Regionalliga Bayern 2019/20, am Sonntag, 6. Oktober 2019, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – TSV Buchbach 4:0 (3:0)

Aschaffenburg: Kevin Birk – Silas Zehnder, Simon Schmidt, Luca Dähn, Hamza Boutakhrit – Benjamin Baier (79. Tom Schulz), Daniel Cheron, Björn Schnitzer, Clay Verkaj (63. Max Grünewald), Philipp Beinenz (70. Daniel Meßner) – Egson Gashi (Trainer: Jochen Seitz) Im Kader: Peter Neuberger (TW), Michél Harrer, Jonas Fritsch, Zaki Ech-Chad Buchbach: Daniel Maus – Lukas Winterling, Thomas Leberfinger, Maximilian Hain, Marco Rosenzweig, Samed Bahar (67. Tobias Sztaf), Mucahid Cinar (46. Benedikt Orth), Maximilian Drum, Markus Grübl (51. Thomas Breu), Stefan Denk, Aleksandro Petrovic (Trainer: Markus Raupach/Andi Bichlmaier) Tore: 1:0 Daniel Cheron (21., Hamza Boutakhrit), 2:0 Björn Schnitzer (28., direkter Freistoß, Clay Verkaj), 3:0 Daniel Cheron (44.), 4:0 Egson Gashi (51., Benjamin Baier) Besondere Vorkommnisse: Stefan Denk (13., rote Karte) Gelbe Karten: Philipp Beinenz (46.) / Aleksandro Petrovic (8.) Schiedsrichter: Elias Tiedeken – Paul Birkmeir, Benjamin Senger Zuschauer: 808 (Stadion am Schönbusch)

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