Hot! 5:0 – auch der Bayernliga-Abschied stimmte den SVA nicht milde

Bedauernswerte Ammerthaler waren nur Requisiten beim finalen Akt auf der Viktoria-Bühne

Den Fans noch einmal ordentlich was geboten hat die Viktoria als designierter Meister der Bayernliga Nord im letzten Heimspiel der Saison gegen die DJK Ammerthal. Mit dem 5:0 waren die erschreckend harmlosen Oberpfälzer am Ende noch gut bedient. Die Tore vor der wieder einmal erfreulichen Kulisse von 879 Zuschauern waren zu 60 Prozent Abschiedsgeschenke: Giulio Fiordellisi markierte seine Saisontreffer neun und zehn, Florian Pieper seinen 25. Den Rest steuerten Björn Schnitzer und Johannes Gerhart bei.

Sozusagen als Hommage an sein 16-jähriges erfolgreiches Wirken für seine große Liebe Viktoria durfte Giulio Fiordellisi von Beginn an auflaufen. Der vor Spielfreude sprühende Routinier bedankte sich für diese Geste prompt mit einem Doppelpack (32., 67.). Den Torreigen eröffnet hatte in der 29. Minute wieder einmal Florian Pieper, der sich mit diesem Treffer auch zum Torschützenkönig der Liga küren sollte. Giulios 2:0 ließ Björn Schnitzer bereits zwei Minuten später das 3:0 folgen. Spätestens jetzt kamen bei den Gästen schlimme Erinnerungen an das 0:7 aus dem Hinspiel auf. Mit einiger Berechtigung, denn der SVA machte mit den sichtlich eingeschüchterten Gästen, was er wollte und spielte Chancen in Hülle und Fülle heraus. Der Pausenstand von 3:0 war angesichts der großen spielerischen Überlegenheit noch moderat zu nennen, das Erreichen der angestrebten 100-Tore-Marke mit vier weiteren Treffern keineswegs illusorisch. Dies sah auch Coach Slobodan Komljenovic so, äußerte aber Verständnis dafür, dass seinem Team des Öfteren vor lauter Spielfreude die Gäule durchgegangen waren.

Viktoria Aschaffenburg feiert die Meisterschaft in der Bayernliga Nord 2014/2015

Viktoria Aschaffenburg feiert die Meisterschaft in der Bayernliga Nord 2014/2015

Existenznachweis geliefert

Gänzlich ungeschoren kam der Gast freilich auch in der zweiten Halbzeit nicht davon, denn Johannes Gerhart (56.) und erneut der seinen Auftritt sichtlich genießende Giulio Fiordellisi (67.) schraubten das Result

at auf ein annähernd standesgemäßes 5:0. Als der Stürmer in der 75. Minute vom Feld ging, erlebte der Schönbusch einen großen Moment: Die ganze Haupttribüne, sonst in punkto Motorik eher zurückhaltend, erhob sich geschlossen, um einem großen Sportsmann auf den letzten Metern auf Schönbusch-Rasen zu applaudieren. Von den Fans auf der Gegengerade muss an dieser Stelle nicht die Rede sein: Die hatten das Ganze schon seit Tagen geübt… Mit Pfosten hier und Latte da rettete sich die DJK über die Restzeit, kurz vor Spielschluss kreierte sie sogar selbst eine Torchance, wie um einen Grund geliefert zu haben, an diesem Tag hier gewesen zu sein.

Viktoria, Dir sei Ehre in der Höhe…

Mehr als ein Jahrzehnt durfte die Viktoria keine Meisterschaft mehr feiern, da darf’s ruhig auch mal eine Nummer größer sein. Als „Römer-Balkon“ diente nach Spielschluss die altehrwürdige Hintertortribüne, zu der die Viktoria-Spieler einzeln durch ein Spalier frischer, blutjunger Cheerleader-Mädels (gehörten nicht zum Preis) aufsteigen durften, um aus den Händen der zwar betagteren, aber dafür eminent wichtigen Offiziellen – Bayernliga-Spielleiter Thomas Unger und Fußballkreis-Vorsitzender Adolf Weis – Medaille, Urkunde und Meisterwimpel entgegenzunehmen. Von den anschließenden Ansprachen war leider nur die von Bürgermeister Jürgen Herzing (Politprofi eben!) deutlich vernehmlich, der scherzhaft ausführte, dass es in Aschaffenburg für solche Fälle einen Rathausbalkon gebe, nur leider sei der im dritten Stock und damit zu „hoch“. Mit Verlaub, hier irrt der Herr Bürgermeister: Zu hoch gibt’s nicht. Fußball ist Religion und Religion ist Erhöhung. Vorschlag zur Güte: Wie wäre es, das Team beim nächsten Titel gleich nebenan auf der Plattform der Freitreppe der Stiftskirche zu platzieren? Aus dem Stiftsbrunnen könnte an solch einem Tag wahlweise Bier oder Wein für die versammelte Fangemeinde fließen. Und der „Fußballgott“ hat in seiner Basilika ein Heimspiel…

 

Viktoria Aschaffenburg – DJK Ammerthal 5:0 (3:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald (49. Nemanja Saula) – Alban Lekaj, Zamir Daudi, Abassin Alikhil – Daniel Cheron, Björn Schnitzer, Johannes Gerhart, Daniele Toch, Roberto Desch – Giulio Fiordellisi (75. Simon Schmidt), Florian Pieper (57. Yannick Franz) (Trainer: Slobodan Komljenovic)

Ammerthal: Mathias Lang – Manuel Jank, Bastian Leikam, Nico Becker (46. Marcel Fürsattel), Thomas Kotzbauer, Benjamin Scheidler (64. Michael Jonczy), Lukas Papadopoulos, Philipp Lämmermann, Patrick Stauber, Florian Fromholzer (58. Dominik Haller), Michal Pospisil (Trainer: Robert Ziegler)

Tore: 1:0 Florian Pieper (28.), 2:0 Giulio Fiordellisi (31.), 3:0 Björn Schnitzer (34.), 4:0 Johannes Gerhart (54.), 5:0 Giulio Fiordellisi (67.)

Gelbe Karten: – / –

Schiedsrichter: Manuel Steigerwald – Max Burlein, Lukas Steigerwald

Zuschauer: 879 (Stadion am Schönbusch)

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