Hot! 2:1 – Viktoria sorgt für Ernüchterung im Winzerort

Björn Schnitzer und Daniele Toch wecken den SV Erlenbach aus einem langen, langen Rausch

Die Viktoria setzte auch im Untermain-Derby gegen den Nachbarn SV Erlenbach ihren Erfolgskurs fort und siegte letztlich verdient mit 2:1. Einen kurzfristigen tabellarischen Nutzen konnten die Weiß-Blauen aus dem Erfolg nicht ziehen, denn auch alle anderen Aufstiegsaspiranten punkteten dreifach und untermauerten damit nachdrücklich ihre Ambitionen. Dennoch stellt sich die Ausgangssituation für den SVA zehn Spieltage vor Saisonende glänzend dar, gerade angesichts der maximalen Punkteausbeute aus den letzten zwei, beileibe nicht als Selbstläufer gehandelten Partien.

Der Feierlichkeit des Anlasses entsprechend ließen sich beide Teams nicht nehmen, in Bestbesetzung anzutreten. Zur Mallorca Beach Party mit stimmungsvoller musikalischer Untermalung waren 1.350 Zuschauer ins Erlenbacher Waldstadion gepilgert und sahen in der Anfangsphase vornehmlich von Gastgeberseite ein stark von Taktik geprägtes Spiel. Die Räume wurden zugestellt, so dass die Angriffsmaschinerie der Viktoria nicht wie gewohnt in Gang kam. Da der SV seinerseits auch mit konstruktiven Offensivaktionen geizte, verstrichen 26 Spielminuten, in denen Kampf und vereinzelte Nickligkeiten zu sehen waren, aber keinerlei aufregende Torraumszenen.

Die Viktoria bejubelt den Treffer zum 1:0 (© Moritz Hahn)

Die Viktoria bejubelt den Treffer zum 1:0 (© Moritz Hahn)

SVA dominiert erste Hälfte

Die erste Torchance für die Viktoria bedeutete in der 27. Minute gleich die Führung durch Björn Schnitzer, der mit einem Schuss aus 16 Metern flach ins Eck Erlenbachs Keeper Christos Patsiouras keine Chance ließ. Die Schwarz-Weißen präsentierten sich nun sichtlich angeknockt und verloren vorübergehend die Ordnung. Daraus wusste die Viktoria dieses Mal bemerkenswert effizient Kapital zu schlagen, indem sie gerade einmal vier Minuten später durch Daniele Toch auf 2:0 erhöhte. Dieser hatte im Anschluss an einen der häufig über rechts vorgetragenen Angriffe einen zu kurz abgewehrten Ball per sehenswerter Volleyabnahme halbhoch ins rechte Toreck gedroschen. Die mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher zu Tage tretende technische Überlegenheit prägte auch die noch verbleibende Viertelstunde bis zur Pause, ohne dass sich daraus noch zwingende Torchancen für die Komljenovic-Elf ergeben hätten. Der SV Erlenbach hatte seine erste in der 43. Minute, bezeichnenderweise durch eine Standardsituation. Bei einem auf den kurzen Pfosten gezogenen direkten Freistoß des SVE wurde Keeper Steigerwald erstmals ernsthaft auf die Probe gestellt. Mit einer hochverdienten 2:0-Führung für den SVA ging es in die Kabinen.

Echtes Spitzenteam: trotz Tremor nichts verschüttet

In die zweite Halbzeit ging der SVA zunächst mit dem Elan aus der ersten. Sich eröffnende Chancen durch Björn Schnitzer (Freistoß) und Johannes Gerhart blieben ungenutzt. Gegen Mitte der zweiten Halbzeit ging ein Bruch durch das Spiel der Viktoria, die Dominanz war auf der Strecke geblieben. Gleichzeitig legten die Gastgeber mehr Beherztheit in ihr bis zu diesem Zeitpunkt leidenschaftsloses Offensivspiel und ließen urplötzlich mit Ansätzen von schnellem, direktem  Kombinationsspiel in die Spitze die Viktoria-Defensive einige Male „alt“ aussehen. Gewissermaßen mir Vorankündigung fiel denn auch Anschlusstreffer durch Philipp Traut in der 77. Minute, der die Verwirrung im Viktoria-Strafraum im Anschluss an einen Freistoß nutzte und das Leder im Nachschuss über die Linie drückte. Der SVE witterte denn auch noch mal Morgenluft und marschierte, doch richtig aufreißen konnte er die jetzt massierte Deckung der Weiß-Blauen nicht mehr. Bei einer Kontergelegenheit hätte Florian Pieper frei vor Patsiouras alles klar machen können, doch zögerte er zu lange, so dass ein Verteidiger in höchster Not klären konnte. Ein Wermutstropfen wurde in den Jubel der nach Abpfiff gemeinsam mit den Fans feiernden Spieler doch noch gemischt: durch den Schiedsrichter, der Daniel Cheron in der 84. Minute nach einem überflüssigen Einsteigen im Niemandsland des Mittelfeldes wegen groben Foulspiels die Rote Karte zeigte.

Insgesamt zweifellos ein verdienter Sieg der Viktoria, die sich noch das große Zittern einhandelte, indem sie sich zu früh in der Chill-out-Zone wähnte. Dem SVE fehlten glücklicherweise in der Schlussphase freilich auch unter Zeitdruck die Mittel zu einer vollumfänglichen Strafaktion. In diesem Sinne ist der Gegner am nächsten Wochenende, das abgeschlagene Schlusslicht SV Memmelsdorf, schon darum „der schwierigste“ (O-Ton Slobodan Komljenovic in der PK), da man aufgrund seiner trostlosen Tabellensituation allzu leicht auf den Gedanken kommen könnte, in ihm eine 90-minütige Chill-out-Zone zu sehen.

 

SV Erlenbach – Viktoria Aschaffenburg 1:2 (0:2)

Erlenbach: Christos Patsiouras – Frank Schröer, Stephan Krug (85. Tarek Thun), Fabian Galm, Paul Heinrich, Philipp Fachaux (64. Marius Balles), Sebastian Göbig, Baris Eren, Philipp Hörst, Robin Breunig, Marius Trippel (60. Philipp Traut) (Trainer: Jürgen Baier) Aschaffenbrug: Stefan Steigerwald – Alban Lekaj, Zamir Daudi, Abassin Alikhil – Johannes Gerhart, Simon Schmidt (79. Roberto Desch), Dennis Löhr, Daniel Cheron – Björn Schnitzer, Daniele Toch (86. Giulio Fiordellisi) – Florian Pieper (68. Yannick Franz) (Trainer: Slobodan Komljenovic) Tore: 0:1 Björn Schnitzer (27.), 0:2 Daniele Toch (31.), 1:2 Philipp Traut (75.) Besondere Vorkommnisse: Daniel Cheron (83. Rote Karte) Gelbe Karten: Philipp Hörst (3.), Frank Schröer (26.) / Zamir Daudi (42.) Schiedsrichter: Florian Badstübner – Philipp Silvestri, Dominik Fober Zuschauer: 1.350

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