Hot! Wetter, Kulisse, Derbysieg…

Nicht ganz 1. FC Köln 1987, aber in jedem Falle ein Kandidat für Viktorias „Hall of Fame der Neuzeit“

Mit einem letztlich verdienten 2:0-Erfolg im Derby gegen den SV Erlenbach vor der stimulierenden Kulisse von 2.165 Zuschauern hat der SVA seinen Höhenflug in der Bayernliga Nord fortgesetzt. Das Derby bot gleich in seiner ersten Auflage einen packenden Kampf, in dem sich beide Teams nichts schenkten und die nicht in Bestbesetzung angetretenen Erlenbacher den Hausherren lange Zeit das Leben schwer machten.

Dem kollektiven Jubel vor dem Anhang des SVE gingen verbale Schamützel voraus... (© Moritz Hahn)

Dem kollektiven Jubel vor dem Anhang des SVE gingen verbale Schamützel voraus… (© Moritz Hahn)

Bei der Viktoria waren Björn Schnitzer und Daniele Toch mit von der Partie, lediglich Dennis Löhr stand verletzungsbedingt nicht in der Startformation. Der SVE musste auf vier Stammkräfte verzichten und begann sehr zurückhaltend. Den SVA-Angreifern boten sich Räume in Hülle und Fülle, was Goalgetter Florian Pieper gleich mit der ersten Torchance für den SVA in 10. Minute gnadenlos ausnutzte. Die Viktoria konnte im Mittelfeld nach Belieben kombinieren. Johannes Gerhart legte auf Daniele Toch, der Zeit und Gelegenheit fand, den tödlichen Pass in den Raum zu spielen. Abnehmer wie gesagt Florian Pieper, der das Leder am herauseilenden Patsiouras vorbei flach ins rechte Eck schob. Saisontor Nummer fünf für den Mann mit der 9. Auch im weiteren Verlauf der Partie hatten die Mannen von Slobodan Komljenovic viel Platz, zeigten sich vor dem gegnerischen Tor aber des Öfteren zu verspielt und nicht beizeiten den Torabschluss suchend. Auf der anderen Seite agierten die Erlenbacher nun couragierter und brachten insbesondere mit hohen Bällen in den Strafraum die Aschaffenburger Defensive einige Male ins Schwimmen. So in der 21. Minute, als Sebastian Göbig das Leder aus dem Halbfeld hoch in den Strafraum zirkelte und die Viktoria-Abwehr den Ball nicht weg bekam. So musste zunächst Stefan Steigerwald sein ganzes Können aufbieten und anschließend Daniel Cheron vor dem einschussbereiten Marius Balles klären, um den Ausgleich zu verhindern. In der 30. Minute eine weitere personelle Schwächung für die Gäste, als mit Sebastian Göbig der torgefährlichste Akteur in den Reihen der Erlenbacher verletzt ausschied. Kurz vor der Pause hätten beide Teams noch aus individuellen Fehlern des Gegners Kapital schlagen können. Allerdings bügelte Stefan Steigerwald den Abspielfehler von Daniele Toch aus und hielt den Torschuss von Frank Schröer (40.). Auf der Gegenseite holte sich Keeper Patsiouras den Ball zurück, nachdem er diesen schon an Florian Pieper vertändelt hatte (43.).

Bildergalerie: Viktoria Aschaffenburg vs. SV Erlenbach (© Moritz Hahn)

In der Pause schien Jürgen Baier sein Team instruiert zu haben, sich noch intensiver um den Ausgleich zu bemühen. Die Viktoria hatte nun eine kritische Phase zu überstehen und geriet ins Wanken, als ein Schuss von Philipp Fachaux aus halblinker Position an den rechten Pfosten des Viktoria-Gehäuses klatschte. Stefan Steigerwald wäre hier ohne Chance gewesen. Erlenbach ließ nicht nach und hielt die Partie offen – bis zur 65. Minute, als es wieder mal Routinier Giulio Fiordellisi richten musste. Über die „üblichen Verdächtigen“ Toch und Schnitzer gelangte der Ball zu Fiordellisi, der, müde aller Umstandskrämerei, trocken abzog und das Leder im langen Eck versenkte. Überdies ein verdeckter Schuss und unhaltbar für Patsiouras. Das 0:2, obwohl zu einem vergleichsweise „frühen“ Zeitpunkt gefallen, hatte den Erlenbachern merklich den Stecker gezogen. Ihr Spiel war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr von der Überzeugung getragen, das Resultat noch umbiegen zu können. Dem erfahrenen Trainer Jürgen Baier war das natürlich nicht entgangen: „Nach dem 0:2 musste ich ein wenig um die Moral meiner Mannschaft fürchten.“ Gemeint hat er dies allerdings nur in Bezug auf die Offensivaktionen, denn die Gefahr eines Debakels bestand für seine Schützlinge zu keiner Zeit. Die Viktoria war in der Schlussphase des Spiel eher auf Ergebnissicherung bedacht, wie auch die Auswechslung der beiden Torschützen Florian Pieper (69.) und Giulio Fiordellisi (80.) signalisierte, für die Coach Komljenovic die beiden Youngster Marius Diwersi und Max Ertler brachte.

Video: BFV.TV Bayernliga Pur – Spieltag 7

Ein nicht nur wegen der großen Zuschauerresonanz rundum gelungener Derby-Tag, auch die beiden Teams taten ihr Bestes, ihr Spiel in die glänzenden Rahmenbedingungen einzupassen. Für den SVA gilt ab jetzt die alte Fußballer-Weisheit: „Nach dem Derby ist vor dem Derby.“

Davor haben die Götter allerdings unter anderem das Gastspiel beim Tabellenletzten SV Memmelsdorf am kommenden Wochenende gesetzt. Und dort täte der SVA sicher gut daran, die Rahmenbedingungen leistungstechnisch zu sprengen…

Video: Pressekonferenz mit Jürgen Baier (SVE), Slobodan Komljenovic (SVA) und Holger Stenger

 

Viktoria Aschaffenburg – SV Erlenbach 2:0 (1:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Simon Schmidt, Abassin Alikhil, Jonas Fritsch – Roberto Desch (56. Yannick Franz), Johannes Gerhart, Daniele Toch, Björn Schnitzer – Giulio Fiordellisi (80. Marius Diwersi), Florian Pieper (68. Max Ertler)

Erlenbach: Christos Patsiouras – Philipp Hörst, Bastian Kalweit, Stephan Krug, Niclas Strugarov – Frank Schröer, Eren Baris, Marius Balles (65. Deniz Tiryaki), Sebastian Göbig (31. Philipp Traut) – Philipp Fachaux (62. Tarek Thun), Paul Heinrich

Tore: 1:0 Florian Pieper (10.), 2:0 Giulio Fiordellisi (65.)

Gelbe Karten: Daniele Toch / Marius Balles, Stephan Krug

Schiedsrichter: Sven Engl

Zuschauer: 2.165

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