Hot! 5:0 – Derby klare Angelegenheit für die Viktoria

45 Minuten Gala-Tanz, 45 Minuten lockerer Schwoof – Hildenbeutel: „Mit 0:5 gut bedient“

„Nach 20 Minuten war das Spiel gelaufen“, so der sichtlich geknickte Coach der Alemannen, Klaus Hildenbeutel, in der anschließenden Pressekonferenz. Zu diesem Zeitpunkt lag die Viktoria vor der zweitbesten Saisonkulisse von 1.749 Zuschauern bereits mit 4:0 vorne, weil sie, wie zuvor vom Coach eingefordert, ihre spielerische Überlegenheit endlich wieder konsequent in Tore umzumünzen verstand. Nach einer turbulenten ersten Halbzeit stand durch Tore von Björn Schnitzer, Daniel Cheron, Florian Pieper und Daniele Toch (2) bereits der 5:0-Endstand fest. Die Weiß-Blauen verfuhren dabei nach dem Motto „Jeder Schuss ein Treffer“.

Dabei waren die ersten Spielzüge, die die Alemannen auf den nassen Rasen brachten, durchaus vielversprechend. „Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn…“, ist ein Satz fürs Phrasenschwein, aber für eine Szene aus der 5. Minute muss er gleichwohl bemüht werden: Weil ein Viktoria-Spieler auf dem seifigen Boden ausrutschte, durfte Keeper Steigerwald gleich zweimal gegen Christian Huth die frühe Führung der Alemannia vereiteln. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, war dies die beste Haibacher Chance im ganzen Spiel.

Impressionen vom Derby finden Sie hier…

Ganze zwei Minuten später traf die Viktoria mit ihrer ersten Offensivaktion mitten hinein ins grün-weiße Herz. Björn Schnitzer konnte mutterseelenallein 15 Meter vor dem Tor in zentraler Position Maß nehmen und setzte einen Flachschuss ab, der auf dem nassen Rasen Fahrt aufnahm und unhaltbar für Dominik Stürmer ins rechte Toreck einschlug. „Da hätten wir früher herausrücken müssen“, kritisierte Klaus Hildenbeutel. So aber öffneten sich die Schleusen und in kürzester Zeit hieß es „Land unter“ bei den Grün-Weißen. Daniel Cheron keine 60 Sekunden später und Florian Pieper (15.), mustergültig bedient von Giulio Fiordellisi und Daniele Toch, überprüften jeweils die Strapazierfähigkeit des Tornetzes im rechten unteren Eck, nachdem der statisch agierende Haibacher Defensiv-Verbund zuvor mit schnellem Direktspiel ausgehebelt worden war. Nachdem Florian Pieper im Anschluss an einen schnell vorgetragenen Angriff mit einem satten Schuss Dominik einen ersten Leistungsnachweis abverlangt hatte, war es Zeit für die One-Man-Show des Daniele Toch. Schon zuvor hatte der vor  Spielwitz sprühende Mittelfeldakteur mit seinen überforderten Gegenspielern ein ums andere Mal Katz und Maus gespielt. Bei seinen Saisontreffern sieben und acht (19./40.) stellte er erneut einen unwiderstehlichen Zug zum Tor sowie Kaltschnäuzigkeit beim Torabschluss unter Beweis und sprach das Amen einer Messe, die längst gelesen war. „Aus sechs Chancen fünf Tore gemacht. Besser geht es kaum“, lautete denn auch das zufriedene Resümee von Slobodan Komljenovic.

Stefan Steigerwald bejubelt das 2:0

Stefan Steigerwald bejubelt das 2:0

Dass die Einheimischen ob des klaren Vorsprungs in der zweiten Spielhälfte die Zügel etwas schleifen ließen, versteht sich von selbst. Die über weite Strecken blutleere Vorstellung der Grün-Weißen bot auch nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass sich kleine Nachlässigkeiten eventuell rächen könnten. Vorne fand Haibach nicht statt, und wenn’s bei der Viktoria zur Abwechslung mal wieder schnell ging, lag sofort wieder ein Tor in der Luft. So bei einer sehr schönen, mit Szenenapplaus bedachten Kombination in der 68. Minute zwischen Fritsch, Pieper und Fiordellisi, der leider der verdiente Torabschluss durch Toch versagt blieb.

Alemannia-Coach bemühte sich denn auch nicht groß um irgendwelche Erklärungen, sondern urteilte schonungslos: „So komisch das klingt: Mit dem 0:5 sind wir gut bedient.“

Es ist nicht überliefert, ob unser nächster Auswärtsgegner DJK Ammerthal das genauso gesehen hat, als er am Freitag von der SpVgg. SV Weiden mit dem gleichen Ergebnis abgefertigt wurde. Ist dem aber so, erklärt sich die Viktoria gerne bereit, nächsten Sonntag die „Bedienung“ zu übernehmen…

 

Viktoria Aschaffenburg – SV Alemannia Haibach 5:0 (5:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Jonas Fritsch, Simon Schmidt, Abassin Alikhil, Dennis Löhr – Johannes Gerhart, Daniel Cheron (58. Roberto Desch) – Daniele Toch, Giulio Fiordellisi (82. Marius Diwersi), Björn Schnitzer (72. Yannick Franz) – Florian Pieper

Haibach: Dominik Stürmer – Christian März, Christoph Schneider, Christian Huth, Matthias Sänger – Ephraim Uworuya, Lukas Fröhlich, Fnan Tewelde (32. Michael Sauer), Damien Letellier (75. Manuel Meyer) – Marco Trapp, Christian Breunig (46. Dominik Stenger)

Tore: 1:0 Björn Schnitzer (7.), 2:0 Daniel Cheron (8.), Florian Pieper (15.), Daniele Toch (19.), 5:0 Daniele Toch (40.)

Gelbe Karten: – / Fnan Tewelde, Michael Sauer, Manuel Meyer

Schiedsrichter: Florian Badstübner – Thomas Gscheidl, Kevin Rösch

Zuschauer: 1.749

1 Kommentar

  1. Gratulation zu diesem tollen Ergebnis – und das mit 10 Mann!
    Der Spieler Löhr wurde von seinen Mitspielern ständig ignoriert, obwohl er sich andauernd angeboten hat.
    Er wurde nicht eingebunden.
    Das muss der Trainer erkennen und gegensteuern!

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