2:3 – Viktoria fiel „Serienkiller“ Riglewski zum Opfer

Starke erste Halbzeit reichte gegen Schlusslicht Heimstetten nicht / Für Rotsünder Ugurtan „Tanne“ Kizilyar ist schon Weihnachten…

Trotz eines vor allem in der ersten Halbzeit überlegen geführten Spiels musste ein ersatzgeschwächtes Viktoria-Team im Heimstettener Sportpark letzten Endes mit 2:3 die Segel streichen und verhalf den seit Partien sieglosen Gastgebern zu ihrem erst zweiten Heimsieg in der laufenden Runde. Dabei diente ausgerechnet das Führungstor für die Weiß-Blauen durch Michél Harrer in der 67. Minute dem SVH als Initialzündung, um die Partie in einer furiosen Schlussphase noch für sich zu entscheiden, womit denn auch die Auswärtsserie (siebenmal ungeschlagen) der Seitz-Combo Geschichte ist.

„In der ersten Halbzeit haben wir einen sehr guten Fußball gespielt und hätten eigentlich in Führung gehen müssen“, bilanzierte Jochen Seitz den ersten Durchgang, in dem seine Mannschaft vor allen nach der roten Karte für den Heimstettener Daniel Wellmann in der 28. Minute klar Chef im Ring war. Pasqual Verkamp hätte nach einem Schnitzer-Pass freie Bahn gehabt, wurde aber mittels einer Grätsche von hinten unsanft von den Beinen geholt. Den fälligen Freistoß zirkelte Björn Schnitzer mustergültig ins rechte Kreuzeck, doch SVH-Keeper Riedmüller hatte aufgepasst und parierte. Eine weitere Chance zur Führung hatte wenig später Pasqual Verkamp, der eine Schnitzer-Hereingabe hauchdünn verpasste (38.).

Viktoria-Trainer Jochen Seitz musste in Heimstetten mitansehen, wie sein Team die Punkte in der Schlussphase aus der Hand gab (Archiv, © Moritz Hahn)

Jochen Seitz hatte noch gewarnt…

Am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht mehr ganz den Zugriff gehabt. Ich weiß nicht warum, vielleicht waren wir einfach körperlich etwas müde, weil es allmählich extrem anstrengend wird“, suchte der Viktoria-Coach nach einer Erklärung für den Leistungsknick seiner Schützlinge nach dem Pausentee gegen zehn Heimstettener. „Trotzdem“, so Jochen Seitz, ging die Viktoria in der 67. Minute durch Michél Harrer in Führung, der eine Flanke von Björn Schnitzer per Flugkopfball in die Maschen beförderte. Aber bereits drei Minuten später war Heimstetten durch Lukas Riglewski, der das Leder von der Strafraumkante unhaltbar für Neuberger ins lange Eck schlenzte, zum 1:1. „Ein vermeidbarer Treffer. Genau das hatten wir in der Mannschaftsbesprechung angesprochen, dass der Riglewski immer nach innen zieht und dann in die lange Ecke schlenzt. Trotzdem ist es passiert“, ärgerte sich Jochen Seitz über den Ausgleich. Durch eine „Undiszipliniertheit“ schwächten sich die Weiß-Blauen dann zu allem Überfluss auch noch selbst. Ugurtan Kizilyar hatte, nachdem er im Mittelfeld in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren hatte, seinen Gegenspieler von hinten weggegrätscht und sah dafür die rote Karte (73.). „Damit nahm das Unglück seinen Lauf und wir sind dann auch nicht mehr zurückgekommen“, machte Jochen Seitz den Knackpunkt aus. Auf die Verliererstraße geriet der SVA, als in der 78. Minute Peter Neuberger sich eine auf den kurzen Pfosten gezogene Ecke von Schels ins eigene Netz faustete. Mit einem verwandelten Foulelfmeter kurz vor Ende der regulären Spielzeit zum 3:1 (88.) sorgte wiederum Lukas Riglewski endgültig für klare Verhältnisse. Nur noch statistischen Wert hatten in der Nachspielzeit ein weiterer von Neuberger parierter Elfmeter des SVH sowie der späte Anschlusstreffer zum 2:3 (90.+3) durch Lucas Oppermann, der sein erstes Saisontor für die Viktoria erzielte.

Lob für Zaki Ech-Chad

„Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern wir haben heute dieses Spiel verloren, weil wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr an die Leistung der ersten anknüpfen konnten“, brachte Jochen Seitz die unnötige Niederlage beim Schlusslicht auf den Punkt. Zum Jahresfinale am Schönbusch gegen den kriselnden designierten Titelanwärter 1. FC Schweinfurt 05 werden Luca Dähn und Hamza Boutakhrit zwar wieder ins Team zurückkehren, mit dem Ausfall des rotgesperrten Ugurtan Kizilyar muss die Viktoria-Defensive allerdings eine weitere empfindliche Schwächung verkraften. „Wir werden sehen, wie wir das dann zusammensetzen. Zaki Ech-Chad, der heute gespielt hat, hat seine Sache sehr ordentlich gemacht und war mit einer der Besten. Es kann sehr gut sein, dass er auch weiterhin spielen wird. Im Vergleich zu heute wird es aber definitiv Veränderungen geben, welche genau, wird sich im Verlauf der kommenden Woche zeigen“, lässt sich Jochen Seitz für das bevorstehende Unterfrankenderby, die letztmögliche Punkte-Tankstelle vor der Winterpause, alle Optionen offen.

21. Spieltag, 24. November 2018, um 14:00 Uhr in Heimstetten (Sportanlage Heimstetten // Am Sportpark 2, 85551 Kirchheim b. München)

SV Heimstetten – Viktoria Aschaffenburg 3:2 (0:0)

Heimstetten: Maximilian Riedmüller – Daniel Wellmann, Yannick Günzel, Orhan Akkurt (81. Moritz Hannemann), Dominik Schmitt (46. Carl Weser), Fabio Sabbagh, Paul Thomik, Mathias Regal, Lukas Riglewski (89. Rene Schäffer), Peter Beierkuhnlein, Tim Schels (Trainer: Christoph Schmitt) Aschaffenburg: Peter Neuberger – Daniel Cheron, Ugurtan Kizilyar, Zaki Ech-Chad, Jonas Fritsch – Max Grünewald (77. Roberto Desch), Daniele Toch (73. Lucas Oppermann), Clay Verkaj, Silas Zehnder, Björn Schnitzer – Pasqual Verkamp (62. Michél Harrer) (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 0:1 Michél Harrer (67., Björn Schnitzer), 1:1 Lukas Riglewski (70.), 2:1 Lukas Riglewski (78.), 3:1 Lukas Riglewski (88., FE), 3:2 Lucas Oppermann (90.+3) Besondere Vorkommnisse: Daniel Wellmann (28., rote Karte), Ugurtan Kizilyar (73. rote Karte), Peter Neuberger pariert Elfmeter von Fabio Sabbagh (90.+3) Gelbe Karten: Yannick Günzel (25.), Lukas Riglewski (55.) / Zaki Ech-Chad (56.), Max Grünewald (72.) Schiedsrichter: Andreas Hartl – Thomas Zippe, Andreas Höcker Zuschauer: 280 (Sportanlage Heimstetten)

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