Hot! Viktoria gewinnt 3:1 beim FC Memmingen

Was nicht sein kann, darf es ruhig geben…

SVA überstrapazierte beim 3:1-Auswärtssieg in Memmingen die Phantasie von Freund und Feind

Bevor man einen Neustart macht, wird noch einmal gehörig über die Stränge geschlagen. Nach dem durch die Partie gegen Illertissen markierten Tiefpunkt sollte am 13. Spieltag im Auswärtsspiel beim Tabellenzwölften FC Memmingen ein auf mehreren Positionen verändertes Team Imagepflege betreiben. Im Sturm war anstelle des verletzten Florian Pieper Massé Bell-Bell aufgeboten, unterstützt von dem nach einer Gelbsperre ins Team zurückgekehrten Gökhan Öztas als hängende Spitze. Im Tor stand nach längerer Pause mal wieder Maximilian Hinterkopf.

13. Spieltag: FC Memmingen – Viktoria Aschaffenburg 1:3 (0:1)

Viktoria Aschaffenburg trat vom Start weg sehr beherzt auf und hatte schon in der 2. Minute durch eine gefährliche Freistoßflanke ihre erste Offensivaktion. Gegen die gut organisierte Abwehr der Weiß-Blauen kam der ersatzgeschwächte Sturm der Gastgeber erst Mitte der ersten Halbzeit zu zwingenderen Aktionen, konnte aus gelegentlichen Unsicherheiten der Viktoria-Abwehr bei hohen Bällen allerdings kein Kapital schlagen. Die klaren Torchancen hatte das Team von Slobodan Komljenovic. So in der 24. Minute, als Zino Zampach einen Schuss aus 24 Metern an den Außenpfosten setzte. In der 36. Minute sorgte Massé Bell Bell dann für eine Saisonpremiere aus der Rubrik „Ganz was Feines“. Erstmals konnte der SVA in der Fremde in Führung gehen. Am langen Pfosten sträflich alleingelassen, hatte der FSV-Neuzugang keine Mühe, nach einer Flanke das Leder aus acht Metern über die Linie zu befördern.

Kein Wunder, dass das Team von Esad Karic derart perplex war, dass es kurzzeitig kein Bein auf den Boden brachte. Daniel Cheron mit einem Lattenknaller aus 20 Metern (39.) und kurz vor dem Halbzeitpfiff erneut Bell Bell, der frei vor Memmingens Torwart vergab, hätten schon zu diesem Zeitpunkt die Weichen auf den ersten Auswärtssieg stellen können respektive (im letzteren Fall) müssen.

So blieb einstweilen Ungewissheit, wie die Reaktion der Hausherren auf den sicherlich nicht einkalkulierten Rückstand ausfallen würde. Solche Überlegungen werden am ehesten gegenstandslos,  wenn man selbst aktiv wird und die Initiative ergreift. Das taten die Komljenovic-Schützlinge denn auch sogleich. Der agile, wieder in der Startformation aufgebotene Zino Zampach wurde in der 54. Minute steil angespielt und versenkte frei vor Memmingens Gruber aus 14 Metern eiskalt ins rechte Eck. Ob so viel Effizienz im Abschluss zeigten die Memminger deutlich Wirkung. Die Verunsicherung des Karic-Teams löste sich erst, als Steffen Friedrich in der 71. Minute im dritten Versuch den Ball über die Linie des Aschaffenburger Tores zum 1:2-Anschlusstreffer brachte. Um den erwarteten Endspurt der Morgenluft witternden Allgäuer abzufangen, wechselte Slobodan Komljenovic taktisch und brachte zur Verstärkung der Defensive Marius Diwersi für Stürmer Massé Bell Bell. Doch die an diesem Tag mit ungewohnter Durchschlagskraft agierende SVA-Offensive „durchkreuzte“ das allseits befürchtete Szenario einer Abwehrschlacht in den letzten 20 Minuten, indem sie den allzu sorglos operierenden Allgäuern kurzerhand in der 81. Minute den Todesstoß versetzte. Kapitän Daniel Cheron ließ alle im Umlauf befindlichen Statistiken zur schwarzen Auswärtsserie der Viktoria mit einem trockenen Schuss aus 16 Metern ins rechte Toreck zum 3:1-Endstand zu Makulatur werden. Vorausgegangen war ein mustergültiger Konter der Weiß-Blauen.

Mit diesem hoch verdienten Sieg wurde in gewisser Weise auch der Memminger Horizont erweitert, können doch die Allgäuer nach diesem Spieltag deutliche Fortschritte in ihrer Vorstellungskraft für sich geltend machen (siehe Zitat Spielvorschau). Aber auch unsere Phantasie wurde beflügelt: Können wir uns doch urplötzlich wieder vorstellen, dass die Reserve aus der Fuggerstadt bei ihrem Gastspiel am Schönbusch am nächsten Samstag (14. September, 14 Uhr) ergebnistechnisch übers Ohr gehauen wird.

 

FC Memmingen – Viktoria Aschaffenburg 1:3 (0:1)

Memmingen: Martin Gruber – Branko Nikolic, Simon Ernemann, Matthias Bader, Harald Holzapfel – Ümüt Sönmez, Thomas Thönnessen, Sebastian Bonfert, Daniel Eisenmann (42. Jannik Keller) – Jannik Froschauer (63. Steffen Friedrich), Marco Gröschel (63. Sebastian Schmeiser)

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf – Fnan Tewelde, Denis Talijan, Florian Haith, Daniel Cheron – Roberto Desch, Zino Zampach (70. Petrit Topic), Yuki Nakagawa, Soheyl Alipour-Rafi – Gökhan Öztas (63. Simon Schmidt), Massé Bell Bell (73. Marius Diwersi)

Tore: 0:1 Massé Bell Bell (36.), 0:2 Zino Zampach (54.), 1:2 Steffen Friedrich (71.), 1:3 Daniel Cheron (81.)

Gelbe Karten: Matthias Bader / keine

Schiedsrichter: Christian Dietz

Zuschauer: 709

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