Hot! Tag der Arbeit am Schönbusch – 3:1 gegen Ansbach

Nicht Verdi, sondern die IG Bau Steine Erden machte die Musik beim mühevollen 3:1-Sieg über Aufsteiger SpVgg. Ansbach

Es gibt nicht nur ein Gesetz, sondern auch eine Last der Serie. Diesen Eindruck konnten die 853 Zuschauer, die die Partie des zuletzt siebenmal in Folge siegreich gebliebenen SVA gegen den designierten Abstiegsrelegations-Aspiranten live miterlebten, insbesondere in der ersten Hälfte gewinnen. Hätte Björn Schnitzers Geistesblitz, mit dem er Johannes Gerhart das Tor zum 1:1-Ausgleich ermöglichte, nicht ein bis dahin bleiernes Spiel zur Schmelze gebracht, wer weiß ob dann am Ende der 90 Minuten nach zwei weiteren Treffern von Florian Pieper (54.) und Björn Schnitzer (80.) ein 3:1 und damit der achte Sieg in Folge zu Buche gestanden hätte.

Florian Pieper sorgte mit seinem Tor für die 2:1-Führung

Florian Pieper sorgte mit seinem Tor für die 2:1-Führung

Die in Bestbesetzung antretenden Weiß-Blauen taten sich gegen die forsch beginnenden Mittelfranken ungewohnt schwer. Von Beginn an attackierten diese früh und schufen Überzahl gegen den Ball, so Abspielfehler der Viktoria provozierend. Die erste dicke Chance für den Gast entsprang allerdings einer Standardsituation. Im Anschluss an die von Christoph Hasselmeier getretene erste Ecke des Gastes herrschte heillose Verwirrung in Viktoria-Strafraum, die Fabian Döllinger beinahe zur Führung genutzt hätte, doch sein Schuss aus dem Gewühl heraus sprang vom Innenpfosten wieder ins Feld (7.). Drei Minuten später war es dran passiert: Die SpVgg. startete einen schnellen Gegenangriff, das Anspiel in die Spitze nahm Goalgetter Tobias Herzner auf, der beim Torabschluss das Leder gar nicht richtig traf, aber es dennoch am herauseilenden SVA-Keeper Stefan Steigerwald zum 1:0 vorbeilegte.

Schnitzers genialer Moment verbrämt viel Leerlauf

In der Folgezeit verdienten sich die Gäste die Führung redlich und brachten mit ihrem variablen Flügelspiel das Tor der Viktoria des Öfteren in Gefahr. Bei der bevorzugt durch die Mitte agierende Viktoria fanden die Pässe in die Spitze selten einen Adressaten. Wenn, dann stand im Tor der Ansbacher mit Daniel Himmrich ein hellwacher Keeper, der Daniel Cherons Geschoss nach Flanke Pieper entschärfte (28.) sowie gedankenschnell vor dem von Daniele Toch geschickten Abassin Alikhil klärte (33.). Vielleicht die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (Ansbach-Coach Andreas Heid: „Mir ein Rätsel, warum der Schiri nachspielen ließ“), als Björn Schnitzer mit einem genialen Pass – seit Uwe Beins Zeiten auch „tödlicher Pass“ genannt  – Youngster Johannes Gerhart einsetzte, der Himmrich umspielte und quasi mit dem Abpfiff zum zu diesem Zeitpunkt glücklichen 1:1-Pausenstand einschob.

Viktoria muss bis in die Schlussphase schuften

Einige Male schon präsentierten sich am Schönbusch Gäste spielerisch stark und mit großem Anfangselan, bauten dann allerdings in der zweiten Hälfte stark ab und bekamen schließlich doch noch das Fell über die Ohren gezogen. So drastisch kann man das im Fall von Ansbach keinesfalls ausdrücken, denn die Mittelfranken ließen sich von dem Rückschlag nicht entmutigen und hielten das Tempo hoch. Stefan Steigerwald musste bei Schüssen von Michael Gassner (52.) und dem frei durchgebrochenen Fabian Gassinger (54.) zweimal sein ganzes Können aufbieten, um seinem Team einen neuerlichen Rückstand zu ersparen. Im direkten Gegenzug boten sich dem SVA erstmals die für seinen berüchtigten Kombinationsfußball benötigten Räume, was über die Stationen Daniele Toch, Björn Schnitzer und Florian Pieper (20. Saisontreffer) auch eiskalt ausgenutzt wurde. Das Team von Michael Heid wollte sein hohes Leistungs-Investment allerdings immer noch nicht abschreiben und hatte in der 64. Minute nach einem Konter die große Chance zum Ausgleich, doch Pascal Haltmeyer verzog frei vor Steigerwald. Ohne von einem konditionellen Einbruch reden zu können, forderte das Kräfte zehrende Spiel der Ansbacher nun seinen Tribut. Der nach Doppelpass mit Simon Schmidt frei vor Keeper Himmrich auftauchende Björn Schnitzer sorgte in der 77. Minute mit dem 3:1 für klare Verhältnisse in einer lange Zeit auf der Kippe stehenden Partie. Und da er nun mal im Trikot eines Tabellenführers spielt, lochte Schnitzer nicht direkt ein, sondern entschied sich zunächst für einen Schlenker für die Galerie, mit dem er Himmrich düpierte. In den Schlussminuten lag gegen den in seiner Spannung naturgemäß nachlassenden Gast sogar ein vierter Treffer im Bereich des Möglichen, doch wäre das – der Ehrlichkeit halber sei’s gesagt – auch des Guten zuviel gewesen.

Entsprechend zerknirscht präsentierte sich Ansbach-Coach Michael Heid in der anschließenden Pressekonferenz, wusste er doch, dass für sein Team an diesem Tag unter Umständen mehr hätte drin sein können. „Wir haben es der Viktoria heute sehr schwer gemacht“, machte er seiner Truppe dennoch indirekt ein Kompliment. Trainerkollege Slobodan Komljenovic richtete den Blick weder auf die komfortable Tabellensituation noch auf die beeindruckende Siegesserie, sondern attestierte seinen siegestrunkenen Helden ungerührt „das schlechteste Heimspiel der Saison“. Insbesondere was die erste Hälfte angeht, mag man ihm zustimmen, wenngleich auch der Gegner daran gehörigen Anteil hatte.

Im Übrigen, das weiß Slobo als alter Trainerfuchs, macht es sehr viel Sinn, angesichts der phasenweise „siegesmüden“ Vorstellung seiner Mannen etwas an der Spannungsschraube zu drehen, geht es doch am kommenden Spieltag in Weiden um nicht weniger als eine Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft und Aufstieg.

 

Viktoria Aschaffenburg – SpVgg. Ansbach 3:1 (1:1)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Alban Lekaj, Zamir Daudi, Dennis Löhr – Daniel Cheron, Simon Schmidt, Johannes Gerhart, Abassin Alikhil – Daniele Toch (69. Faruk Arslan), Björn Schnitzer (81. Giulio Fiordellisi) – Florian Pieper (56. Yannick Franz) (Trainer: Slobodan Komljenovic)

Ansbach: Daniel Himmrich – Heiko Kandler, Raul Crisan, Christoph Hasselmeier, Marc Suttor (87. Max Störzenhofecker), Michael Gassner (84. Sven Hendel), Patrick Kroiß, Bastian Herzner, Fabian Döllinger, Pascal Haltmayer (69. Sebastian Stolz), Petrit Djonbalic (Trainer: Andreas Heid)

Tore: 0:1 Bastian Herzner (10.), 1:1 Johannes Gerhart (45.+1), 2:1 Florian Pieper (54.), 3:1 Björn Schnitzer (80.)

Gelbe Karten: Johannes Gerhart (43.), Abassin Alikhil (74.), Daniel Cheron (77.), Dennis Löhr (86.) / Patrick Kroiß (39.), Sebastian Stolz (72.), Raul Crisan (74.), Michael Gassner (84.)

Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann – Tobias Blay, Christian Stapf

Zuschauer: 853 (Stadion am Schönbusch)

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