Hot! Viktoria in Augsburg: Aufstehen, nicht liegenbleiben

Der SVA sollte sich die Moral aus der unglücklichen Hinspielniederlage zu Herzen nehmen

Noch sechs Spiele sind in der Regionalliga-Saison 2013/2014 zu absolvieren und insgeheim hofft doch noch jeder, dass das Wort „Abschiedstournee“ nicht in den weiß-blauen Sprachgebrauch Eingang findet. Das Auswärtsspiel bei der Augsburger Reserve (Samstag, 16. April, 14 Uhr, Stadion in der Rosenau) gibt der Komljenovic-Elf die beste Gelegenheit, im Hinblick auf dieses Szenario klar Position zu beziehen. Ein spröderes Material, um daraus einen Klassenerhalt zu zimmern, als der von Dieter Märkle trainierte Kronprinz der U23-Teams lässt sich nämlich kaum denken.

Die Viktoria tritt am Samstag, 26. April, beim Tabellendritten an.

Die Viktoria tritt am Samstag, 26. April, beim Tabellendritten an.

In der letzten Saison noch knapp über die Relegation dem Abstieg entronnen, war von derlei Volkstümlichkeit bei der Augsburger Puppenkiste der Saison 2013/14 rein gar nichts mehr zu spüren. „Urmeli“ zeigte so manchem vorwitzigen Bewerber die (eis-)kalte Schulter und zählt mittlerweile mit Dauer-Abonnement auf den dritten Tabellenplatz zur Haute-Volee der Liga. Ausgestattet ist der Parvenu jedoch mit den traditionell schwäbischen Attributen Beständigkeit – die Bühnenregie liegt nach wie vor in den Händen von Dieter Märkle – und Bescheidenheit. Obwohl noch aussichtsreich im Titelrennen, haben die Verantwortlichen des FCA Ende März verlauten lassen, auf eine Lizenzierung für die 3. Liga verzichten zu wollen. Die Begründung reichte man gleich nach: „Dafür sind wir als Verein noch nicht stabil genug. Wir spielen mit den Profis erst im dritten Jahr in der Bundesliga und auch in den Nachwuchsteams sind wir trotz der Entwicklung noch nicht so weit, dass die 3. Liga die beste Spielklasse für unsere Nachwuchsförderung darstellt.“ Dieses Modell eines behutsamen Aufbaus, sprich nicht alles sofort zu wollen, was sich sportlich unter Umständen erreichen ließe, ist sowohl sportlich als auch wirtschaftlich sinnvoll in einer Zeit, in der viel von der Krise im Amateurfußball (die semiprofessionelle 3. Liga eingeschlossen) die Rede ist.

Der Verzicht dürfte sich allerdings auf das Team nicht demotivierend ausgewirkt haben, zu sehr steht dafür der Stolz auf eine extrem erfolgreiche Runde im Vordergrund, mit der vor Saisonstart in dieser Form niemand gerechnet haben dürfte. Nicht zuletzt präsentieren sich die Nachwuchsstars ja auch in eigener Sache und begehren Einlass ins Profigeschäft. So dürfte es wohl eher Zufall sein, dass seit der Verlautbarung des Aufstiegsverzichts dreimal in Folge remisiert wurde… oder auch nicht, denn man spielte zweimal auswärts und die Gegner hießen Fürth, Ingolstadt und Buchbach, sämtlich bekanntermaßen keine Leichtgewichte der Liga. Die anderen Zahlen bedürfen keiner Interpretation: Seit fünf Spielen ist man unbesiegt, Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel räumte man mit einer Ausnahme komplett ab (einzig Heimstetten glückte beim 0:0 in der Rosenau ein Punktgewinn), zwischen dem achten und 20. Spieltag blieb die Märkle-Elf bei sagenhaften 33:3 Punkten ohne Niederlage. Die exakte Mitte dieser Erfolgssträhne markierte das Gastspiel der Schwaben am 14. September letzten Jahres am Aschaffenburger Schönbusch, dessen unglückliches Finale noch so manchem Zuschauer als einer der Aufreger der Saison im Gedächtnis haftengeblieben sein dürfte. Eine Szene mit Symbolwert zudem: Augsburg in der 82. Minute im Angriff, ein Viktoria-Spieler verletzt am Boden, doch eine Spielunterbrechung zur Behandlung erfolgt nicht. Statt dessen schiebt Johannes Müller das Leder ungerührt zum 0:1-Endstand ein. Entsprechende Parallelen zur aktuellen sportlichen Situation sind nicht rein zufällig. Das „Spiel“ der Regionalliga-Saison 2013/14 befindet sich am 33. Spieltag unbestritten in der Schlussphase, die Viktoria liegt angezählt am Boden und weder vom Schiedsrichter geschweige denn vom Gegner ist Mitleid zu erwarten. Die Quintessenz? Besser schnell aufstehen. Geistesgegenwärtig kann nur der sein, der mit allem rechnet, und diese geistige Präsenz muss von einem Team eingefordert werden, vorausgesetzt es will sich im Abstiegskampf noch an den letzten Strohhalm klammern.

Wieder zurückgreifen kann Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic auf den zuletzt wegen einer Roten Karte gesperrten Stammtorhüter Stefan Steigerwald, dessen Sperre nach zwei Partien abgelaufen ist.

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