In der Regionalliga Kellerderby, in der Bayernliga Spitzenspiel

Die Viktoria möchte im Auswärtsspiel beim SC Eltersdorf (Freitag, 19.30 Uhr) gute Erinnerungen an eine Gastfreundschaft auffrischen

Nein, die heutige Viktoria hat nicht mehr viel mit der aus Regionalliga-Zeiten zu tun. Ganze zwei, drei Spieler im Viktoria-Trikot, so Frohnlachs Trainer Stefan Braungardt nach dem letzten Heimspiel, hätte er beim Gegner ausfindig gemacht, die er noch aus der gemeinsamen Regionalliga-Saison 2012/2013 kenne. Das sind eben jene, die auch den SC Eltersdorf als damaligen Regionalliga-Konkurrenten noch aus eigener Anschauung kennen.

10. Spieltag: SC Eltersdorf - Viktoria Aschaffenburg (Freitag, 29. August)

10. Spieltag: SC Eltersdorf – Viktoria Aschaffenburg (Freitag, 29. August)

Sämtliche Vergleiche, es waren inklusive BFV-Toto-Pokal drei an der Zahl, mit dem Club aus dem beschaulichen Vorort Erlangens konnte der SVA für sich entscheiden, eine gemessen an der sonstigen dürftigen Regionalliga-Bilanz geradezu beispiellose Erfolgsstory. Dennoch lagen am Ende der Saison gerade einmal drei Punkte zwischen den Rivalen, die den SC in die Bayernliga verbannten und dem SVA das – im Rückblick – zweifelhafte Vergnügen eines weiteren Jahres Regionalliga schenkten.

SC Eltersdorf will „oben mitspielen“

Heute, gerade einmal 18 Monate später, präsentieren sich beide Clubs in stolzgeschwellter Bayernliga-Tracht, als habe es nie was anderes als diese (nahezu Profireserven-freie) „Mia-san-mia-Liga“ gegeben. Die seit ihrem Abstieg von Hendrik Baumgart trainierten Mittelfranken haben sich nach einem Akklimatisierungsjahr und Rang acht in der Vorsaison weiter konsolidiert und streben getreu ihrer Saisonziel-Vorgabe „oben mitspielen“ ganz offensichtlich nach Höherem. Die vier Punkte Rückstand, die der SC derzeit auf die Viktoria aufweist, relativieren sich schnell, wenn man in Rechnung stellt, das der SC noch das seinerzeit ausgefallene Heimspiel gegen einen weiteren Mitfavoriten, den TSV Großbardorf, in petto hat. Heißt im Klartext: Gelingt es der Baumgart-Elf, in diesen beiden Spitzenspielen ihre bisherige Heimbilanz von 5:1 Punkten um zwei Dreier aufzustocken, so darf man dies als einen Frontalangriff auf den Tabellen-Olymp werten. Dass dieser nicht nur blasse Theorie ist, zeigt der Fakt, dass am 4. Spieltag mit der bärenstarken SpVgg. SV Weiden (0:1) schon einmal ein Spitzenteam auf der Sportanlage in der Langenau die Segel streichen musste. Aufzupassen gilt es in jedem Fall auf Eltersdorfs Goalgetter Michael Jonczy, der auch schon in Regionalliga-Tagen die Gegner das Fürchten lehrte. In dieser Bayernliga-Saison hat Jonczy nach acht Partien bereits sechs Treffer auf dem Konto, ebenso viele wie Florian Pieper und Giulio Fiordellisi, die dazu ein Spiel mehr benötigten.

Ein Vorteil, den der SC (neben dem Heimrecht) gegen den SVA für sich in Anspruch nehmen kann, sollte auch Erwähnung finden: Die Zusatzbelastung BFV-Toto-Pokal ist für den SCE kein Thema mehr, seit man in der 1. Hauptrunde beim Landesligisten ASV Neumarkt mit 5:6 (2:2) nach Elfmeterschießen ausschied. Die andere Seite der Medaille: Um das attraktive Los FC Eintracht Bamberg dürfte man die Viktoria freilich beneiden…

Entspannte Personalsituation beim SVA

Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic glaubt daran, dass sein Team nach den jüngsten Erfolgserlebnissen mit genügend Selbstvertrauen ausgestattet ist, um auch gegen einen „ambitionierten Gegner“ etwas zu reißen. Zusätzlichen Auftrieb dürfte geben, dass sich mit Roberto Desch, Björn Schnitzer und Johannes Gerhart drei Leistungsträger unter der Woche gesund zurückgemeldet haben und sich als zusätzliche Optionen im Mittelfeld anbieten. Somit stellt sich das Team nicht wie zuletzt so ziemlich von selbst auf, sondern man darf gespannt sein, welcher Startformation Slobodan Komljenovic am Freitagabend sein Vertrauen schenken wird.

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