Viktoria würde es im „Forever Sportpark“ gerne kurz machen

Vier Spiele, acht Punkte: Heimstetten betreibt Rettung im Do-it-yourself-Verfahren

Zum Ausklang einer englischen Woche reist die Schönbusch-Elf am Samstag, 3. Mai, in die Münchner Umlandgemeinde Heimstetten. Anpfiff des Spiels gegen den dort beheimateten SV ist um 14 Uhr. Letzte Saison in der Abschlusstabelle noch auf einem sehr guten sechsten Rang, hielten sich die Oberbayern während eines Großteils der Runde 2013/14 unter dem Strich auf, der die drei direkten Abstiegsplätze vom Rest des Feldes trennt. Doch durch einen rasanten Antritt an den letzten vier Spieltagen haben die Mannen von Rainer Elfinger das wahrgemacht, wovon in den Pressekonferenzen der Viktoria immer die Rede war, was aber letztlich graue Theorie geblieben ist: sich durch einen energischen Schlussspurt am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen und sich als Ultima Ratio über die Relegation den Klassenerhalt zu sichern.

Am 35. Spieltag muss der SVA beim SV Heimstetten antreten

Am 35. Spieltag muss der SVA beim SV Heimstetten antreten

Nach dem 2:2 im Mittwochsspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim sind die Chancen der Viktoria auf den Ligaverbleib nur noch rein theoretischer Natur. Das was Coach Slobodan Komljenovic in der Pressekonferenz einforderte, „aus den verbleibenden Spielen so viele Punkte wie möglich zu holen“, sollte schon aus Gründen der sportlichen Fairness selbstverständlich sein, könnte aber anderenfalls noch sehr wichtig werden, wenn der SVA aufgrund von Entscheidungen am grünen Tisch doch noch als Kandidat für den Klassenerhalt in Betracht käme. Überaus bemerkenswert diesbezüglich die (vielleicht nicht von jedem gerne gehörten) Worte, die Rosenheims Coach Thomas Siegmund in der PK an die Adresse des SVA richtete: „Als Allererstes der Aufruf: Abstiegskampf ist erst dann entschieden, wenn der letzte Spieltag absolviert ist. Aschaffenburg sollte diese Chance noch nutzen und sich nicht darauf verlassen, dass jemand nicht aufsteigt, sondern versuchen, es aus eigener Kraft zu schaffen.“ Ein frommer Wunsch, nur hatte der Mann die Tabellenkonstellation wohl nicht ganz im Blick. In der Sache allerdings ist ihm uneingeschränkt Recht zu geben: Im Sinne eines fairen Wettbewerbs sollten idealerweise sportliche Leistungen und nicht ökonomische Aspekte den Ausschlag für Auf- oder Abstieg geben. Sollte es im Amateurfußball so weitergehen, braucht man in Zukunft nicht mehr Fußball spielen, sondern nur noch Bilanzen vorlegen… Hier sind die Verbände gefordert, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Amateurfußball weiter existieren kann.

Getreu der Devise von Thomas Siegmund hat unser nächster Auswärtsgegner, der SV Heimstetten, vorbildlich gehandelt und beste sportliche Voraussetzungen geschaffen, um sich nicht fremdbestimmen zu lassen. Zudem hat der SVH eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man gerade unter Druck auch über sich hinauswachsen kann. Acht Punkte aus den letzten vier Spielen sind für ein Kellerkind an sich schon eine beachtliche Bilanz, beim Blick auf die Gegner allerdings stellt sich beinahe so was wie eine leichte Ehrfurcht ein. Die existentiell wichtigen Punkte wurden nicht irgendwelchen Liga-Nobodies, sondern Nürnberg (0:0), Fürth (4:2), Ingolstadt (1:0) und zuletzt Buchbach (1:1) „aus den Rippen geleiert“, wobei sich einem bei separater Betrachtung dieser Ergebnisse nicht erschließt, was diese Mannschaft in der Abstiegszone verloren hat. Die Erklärung ist einfach: Sie hingen tief drin im Abstiegskeller, die Mannen von Rainer Elfinger, und waren lange Zeit unser direkter Tabellennachbar. Aktuell belegen sie mit 32 Punkten Rang 15 und damit den ersten Relegationsplatz, die Rettung (Rang 14, Schalding-Heining, gleichfalls 32 Punkte) genauso in Schlagweite wie den Totalabsturz (Rang 17, 30 Punkte, Bayern Hof, erster direkter Abstiegsplatz). Gegen die schon etwas abgeschlagene Viktoria ist ein Heimsieg für die Oberbayern allererste Pflicht. Man darf gespannt sein, ob die graue Maus der Liga im Forever Sportpark zu Heimstetten ihre Haut teurer verkauft als die so genannten großen Tiere.

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