Hot! Viktoria kann für die Bayernliga planen

Beim 1:1 in Fürth spielte die Viktoria engagiert, brachte die Gastgeber aber zu selten in Bedrängnis

Die Viktoria kann das Thema Aufstieg vorerst ad acta legen. Defensiv stark verbessert, aber in der Offensive mit zu wenig Durchschlagskraft präsentierten sich die Weiß-Blauen bei hochsommerlichem Wetter vor 808 Besuchern im Sportpark Ronhof. Die Tore fielen in der Endphase des Spiels, als das Kleeblatt ohnehin schon mit mehr als einem Bein in der Regionalliga stand. Das 0:1 in der 81. Minute durch Tolcay Cigerci egalisierte der eingewechselte Janis Häuser per Kopf in der Nachspielzeit.

Die Viktoria hat in 40 Pflichtspielen der Saison 2016/17 alles gegeben und musste sich am Ende knapp dem Nachwuchs der SpVgg. Greuther Fürth geschlagen geben (© primavera24)

Wie schon im Hinspiel gehörte die Anfangsphase der Viktoria, die mit kämpferischer Attitude und mannschaftlich geschlossen auftretend dem Gegner keinen Raum ließ, so dass er sich nie so entfalten konnte wie am Schönbusch. Ganz ausschalten konnte man die gefährlichen Fürther Spitzen freilich nicht. Als Maderer (9.) knapp am kurzen Pfosten vorbei köpfte und Raums Flachschuss am langen Pfosten vorbeistrich (21.), hieß es Atem anhalten beim SVA. Bei den durchaus gefällig vorgetragenen Angriffen der Viktoria kam Björn Schnitzer zweimal in Schussposition, doch seine Abnahmen landeten jeweils direkt in den Armen von Fürths Keeper Burchert. Ab Mitte der ersten Halbzeit ließ sich der SVA weit zurückfallen, das Kleeblatt mit mehr Ballbesitz, ohne daraus Kapital schlagen zu können. Aufregung nur noch mal kurz vor Halbzeitpfiff, als ein Schuss von Steininger so eben noch von einem Viktoria-Bein geblockt werden konnte.

Drei Einladungen war eine zuviel

Nach dem Wechsel drängte die Viktoria auf den Führungstreffer, den in der Folge Gökhan Aydin zweimal auf dem Fuß hatte. Zunächst in der 55. Minute, als er sich über links schön durchsetzte, seinen Schuss aber knapp über die Querlatte zimmerte. In der 72. Spielminute verfehlte der Ex-Kahler im Anschluss an einen Freistoß mit einem Flachschuss das Fürther Tor um Haaresbreite. Zwischenzeitlich hatte sich aber schon abgezeichnet, dass die nun aufgerückte Viktoria ein hohes Risiko ging, von den Gastgebern ausgekontert zu werden. Zunächst verfehlte Steininger knapp (60.), dann – als in den letzten 15 Minuten die Kräfte der Seitz-Truppe vor allem hitzebedingt erlahmten – hatte Tolcay Cigerci drei Versuche frei, bei fast gleich bleibendem „Standort“. Den ersten setzte er knapp drüber (76.), beim zweiten Mal zielte er schon besser und traf das Quergebälk. In der 81. Spielminute konnte er der Einladung nicht widerstehen, in aller Seelenruhe Maß nehmen zu können, und platzierte das Leder unhaltbar für den fehlerlosen Peter Neuberger oben links ins Eck. Damit war das Schicksal der Viktoria besiegelt, die kurz danach noch Glück hatte, dass Neuberger in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Raum das 0:2 vereitelte. So war der Viktoria noch der Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit vergönnt, den Janis Häuser im Anschluss an eine Ecke per Kopf erzielte.

Die Viktoria hat ohne Zweifel eine gute Leistung abgerufen, doch um gegen ballsichere und trotz ihres jugendlichen Alters abgeklärte Fürther das schwere Erbe der 3:4-Niederlage zu tilgen, hätte es noch einer Schippe mehr bedurft. Wobei zu betonen ist, dass die Weiß-Blauen in Anbetracht der sommerlichen Hitze schon am körperlichen Limit spielten. Nach einer vergleichsweise kurzen Sommerpause startet die Viktoria in Kürze in die Bayernliga-Saison 2017/18 und das ungeliebte Spielzeug Relegation verschwindet wieder für mindestens ein Jahr in der Mottenkiste…

Relegation zur Regionalliga Bayern 2017/18, Rückspiel (Runde 2) am Sonntag, 11. Juni 2017, um 14 Uhr

SpVgg. Greuther Fürth II – Viktoria Aschaffenburg 1:1 (0:0)

Fürth: Sascha Burchert – Patrick Tischler, Stephen Sama, Arman Corovic (86. Niclas Egerer), Dominik Sollfrank, Benedikt Kirsch, Stefan Maderer (81.Kevin Guerra), David Raum, Daniel Steininger, Lukas Gugganig, Tolcay Cigerci (88. Michael Guthörl) (Trainer: Timo Rost) Aschaffenburg: Peter Neuberger – Simon Schmidt, Fabian Galm, Dennis Kallina (79. Janis Häuser) – Kevin Wittke, Roberto Desch, Max Grünewald (71. Zamir Daudi), Clay Verkaj (55. Sascha Wolfert), Daniele Toch – Björn Schnitzer, Gökhan Aydin (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 1:0 Tolcay Cigerci (81.), 1:1 Janis Häuser (90.+2) Gelbe Karten: David Raum (53.), Lukas Gugganig (71.), Benedikt Kirsch (73.) / Roberto Desch (59.), Simon Schmidt (65.), Kevin Wittke (75.), Fabian Galm (86.), Björn Schnitzer (89.) Schiedsrichter: Michael Bacher – Jochen Gschwendtner, Tobias Wittmann Zuschauer: 808 (Sportpark Ronhof)

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