Hot! Viktoria kehrt mit 0:1 aus Bamberg zurück

Enttäuschung in Bleigrau

Am 34. Spieltag der Regionalliga Bayern hat der SVA durch das 0:1 in Bamberg nicht nur den Kontakt zu den Domstädtern abreißen lassen, die jetzt bei noch drei zu absolvierenden Heimspielen schon 40 Punkte auf dem Konto haben. Auch der FC Bayern Hof gewann sein Spiel und setzte sich vor das Team von Antonio Abbruzzese. Die 623 Zuschauer, davon immerhin 50 mitgereiste Viktoria-Fans, sahen im Bamberger Fuchsparkstadion ein Spiel, das die Hausherren aufgrund des druckvolleren Offensivspiels mit einer Reihe guter Torchancen verdient gewannen. Das Siegtor erzielte Bambergs Kapitän Florian Pickel in der 55. Minute.

Die Truppe von Dieter Kurth hatte bei zuletzt zwei klaren Siegen reichlich Selbstvertrauen getankt und kam ohne große Umschweife direkt zur Sache. Bereits in der 5. Minute musste der an diesem Tag starke Maximilian Hinterkopf bei einem Schuss von Herl sein ganzes Können aufbieten. Auch in der Folge diktierten die Hausherren das Geschehen und brachten das Aschaffenburger Gehäuse mit gut vorgetragenen Angriffen in Gefahr. Nachdem Florian Pickel auf Flanke von Alexander Deptalla in der 15. Minute frei zum Kopfball gekommen war, erwies sich einmal mehr Maximilian Hinterkopf als Spielverderber und kratzte das Leder von der Linie. Der größte Chancenvernichter im negativen Sinne war auf Seiten der Bamberger Abou Khalil, dem im Anschluss an eine Ecke Alexander Deptalla per Kopf mustergültig den Ball auflegte. Zum Glück für den SVA trat der so Beschenkte freistehend über den Ball. Nachdem die erste Angriffswelle des FCE verebbt war, hatte der bis dato in der Offensive sehr zahm auftretende SVA nicht die Mittel, in dieses Vakuum hineinzustoßen. Mit vielen Abspielfehlern schon im Mittelfeld machten sich die Jungs von Antonio Abbruzzese das Leben selbst schwer. Folge: Die Partie verflachte zusehends. Erstmals ein nennenswertes Lebenszeichen setzten die Weiß-Blauen erst in der 38. Minute mit der eingespielten Variante Flanke Koukalias, Kopfball Sprung. Doch damit weckten sie schlafende Hunde, die sofort zuschnappten in Gestalt des Bambergers Bechmann, der wieder nach einer FCE-Ecke mit einem Flachschuss aus 10 Metern Hinterkopf zu einer Großtat zwang. Mit einem aus Viktoria-Sicht glücklichen torlosen Remis ging es in die Pause.

Nach Wiederanpfiff machten die Bamberger genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Das sollte sich bald auszahlen: Kurz nachdem der im Strafraum des SVA zu Fall gekommene FCE-Stürmer Alexander Deptella wegen einer Schwalbe den gelben Karton sah (53.), konnten die Hausherren auf derlei fragwürdige Methoden gänzlich verzichten und ganz legal einen Fehler im Aschaffenburger Verteidigungsverbund zum vielumjubelten Führungstreffer durch Florian Pickel nutzen (55.). Dieser hatte Maximilian Hinterkopf mit einem Flachschuss ins linke Toreck keine Chance gelassen. Antonio Abbruzzese reagierte und brachte in der 62. Minute Adnan Murtic für den erneut glücklosen Giulio Fiordellisi sowie Markus Wosiek für Nico Koukalias. Die nächste Viertelstunde war denn auch geprägt durch ein Powerplay-artiges Einschnüren des Kurth-Teams in der eigenen Hälfte, das aber auch offenbarte, dass das Aushebeln einer stabilen Abwehr mit einer eher altbackenen Kick-and-rush-Taktik ganz eindeutig nicht das Mittel der Wahl ist. Die hohen und weiten Bälle – eine sinnvolle Methode allenfalls kurz vor Spielschluss – wurden von der kopfballstarken FCE-Defensive gnadenlos abgeräumt. So verging die Drangperiode der Viktoria, ohne dass diese auch nur eine hochkarätige Torchance „erwirtschaftete“. Ab der 75. Minute mischte sich der FCE wieder in das Geschehen ein und setzte durch Kevin Kühnleins gefährlichen Kopfball das Fanal für die Schlussoffensive. Bemerkenswert, dass gerade in dieser offenen Schlussphase die größten Chancen des SVA zu Buche standen. Eine vielfach unterschätzte war die in der 77. Minute, als Adnan Murtic im Bamberger Strafraum mutterseelenallein an den Ball kam, jedoch selbst die bei dieser Chance sehr großzügig bemessene Reaktionszeit nicht einzuhalten vermochte und dadurch einem Bamberger Abwehrspieler noch die Möglichkeit zum Eingreifen einräumte. Die zweite Chance zum Ausgleich resultierte aus einem durch den Rückkehrer Patrick Amrhein – auf dessen spielerische Qualitäten ein SVA sich nicht erlauben sollte, zu verzichten – getretenen Freistoß von der Strafraumgrenze, der knapp am linken Pfosten vorbeistrich (88.).

Als Resümee ist zu ziehen, dass der Sieg des FCE in Ordnung ging aufgrund der klareren Torchancen, aber auch der über weite Strecken strukturierteren Spielanlage. Den SVA-Spielern, die nach Spielende erfreulicherweise zum Abklatschen mit den Fans an den Zaun kamen, stand die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben und korrespondierte recht gut mit dem an diesem Nachmittag bleigrauen Himmel. Aber es zeigte auch dem, der es wissen will, dass die Jungs „wollten“ und dass sie die Geschehnisse nicht kalt lassen. Es ist nur so, dass dem SVA allmählich die Gegner ausgehen, gegen die man zumindest theoretisch noch punkten könnte. Gut möglich, dass man das ja schon mehrfach revidierte Saisonziel noch ein letztes Mal korrigieren muss, indem man die Latte auf Tiefststand legt: Relegationsplatz.

 

FC Eintracht Bamberg 2010 – SV Viktoria 01 Aschaffenburg 1:0 (0:0)

Bamberg: Mario Aller – Kevin Kühnlein, Johannes Bechmann, Florian Wenninger, Josel Pickel – Christoph Kaiser, Christoph Herl, Florian Pickel (81. Markus Fischer), Julian Gressel – Abdel Abou Khalil (66. Lukas Görtler), Alexander Deptalla (89. Sebastian Wagner)

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf – Matthias Fries, Markus Brüdigam, Mario Sternheimer (80. Patrick Amrhein), Daniel Cheron – Steffen Bachmann, Marcello Fiorentini, Simon Schmidt, Nico Koukalias (61. Markus Wosiek) – Giulio Fiordellisi (61. Adnan Murtic), Peter Sprung

Tore: 1:0 Florian Pickel (55.)

Gelbe Karten: Johannes Bechmann, Alexander Deptalla / –

Zuschauer: 624

Schiedsrichter: Lothar Ostheimer (Sulzfeld)

 

Die nächsten Spiele der Viktoria:

35. Spieltag am Sonntag, den 4. Mai, um 14 Uhr beim FC Bayern München II

36. Spieltag am Samstag, den 11. Mai, um 14 Uhr beim FC Ismaning

37. Spieltag am Samstag, den 18. Mai, um 14 Uhr gegen SpVgg Greuther Fürth II

38. Spieltag am Samstag, den 25. Mai, um 14 Uhr beim FV Illertissen

 

Das Nachholspiel beim FC Memmingen ist aufgrund deren Teilnahme am BFV-Pokal noch nicht final terminiert.

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