Viktoria kommt an der Altmühl unter die Räder

Derbe 0:5-Klatsche beim Tabellenzweiten VfB Eichstätt / Torjäger Fabian Eberle mit Dreierpack

Nach dem jüngsten Heimsieg hatten sich die Weiß-Blauen mit viel Selbstbewusstsein auf den Weg nach Eichstätt gemacht. Doch der auf Amateurmeisterschaftskurs befindliche Tabellenzweite wischte dem alten Klassenkameraden aus der Bayernliga Nord gewaltig eins aus. Insbesondere Torjäger Fabian Eberle – Jochen Seitz: „Ein herausragender Stürmer, der heute den Unterschied gemacht hat“ – war nicht zu bremsen und steuerte allein drei Tore zum 5:0-Kantersieg der Mattes-Elf bei.

Bereits nach 59 Sekunden leitete Goalgetter Fabian Eberle mit seinem ersten Treffer die bis dato höchste Saisonniederlage der Weiß-Blauen ein. Nach einem Freistoß von der rechten Seite löste er sich aus der Spielertraube und versenkte das Leder per Kopf ins linke Eck. „Bei Standardsituationen müssen wir hellwach sein und das besser verteidigen. Das haben wir heute nicht gemacht, und das ist der Grund warum wir heute so eine Niederlage kassiert haben“, so Jochen Seitz nachher in der Spielanalyse. In der fünften Minute hatte Pasqual Verkamp die Chance zum Ausgleich, traf aber den Ball nicht richtig. In der 10. Minute legte die Heimelf nach, als nach einem langen Einwurf von Marcel Schelle Ex-Profi Dominik Steinhöfer einen zu kurz abgewehrten Ball aus 18 Metern aus vollem Lauf in die rechte untere Ecke nagelte. „Von der 24. bis zur 50. Minute konnten wir das Spiel offen gestalten, hätten wir da den letzten Pass gut angebracht, wäre durchaus der Anschlusstreffer möglich gewesen“, war Jochen Seitz mit der folgenden Phase in spielerischer Hinsicht nicht unzufrieden. In der Tat ließ seine Truppe trotz der frühen Nackenschläge den Kopf nicht hängen, kombinierte im Mittelfeld durchaus gefällig, allein den Bällen in die Spitze mangelte es an Qualität. Dasselbe galt in dieser Phase auch für die Gastgeber, die das allerdings angesichts einer 2:0-Führung eher verschmerzen konnten.

Foto mit Symbolcharakter. Viktoria-Trainer Jochen Seitz musste in Eichstätt mit seinem Team eine 0:5-Niederlage quittieren (Archiv, © Moritz Hahn)

Ruhende Bälle wiegten Viktoria in den Schlaf…

Die Anfälligkeit bei Standards konnte die Viktoria auch im zweiten Durchgang nicht ablegen. Bei zwei aufeinander folgenden Eckbällen der Gastgeber war die Abwehr nicht im Bilde, aber immerhin noch vom Glück begünstigt (52.). Anders in der 54. Minute, als nach einem Eckball von links und einem im Zentrum verlorenen Kopfballduell Florian Grau am langen Pfosten nur noch einzudrücken brauchte. Simon Schmidt mit dem Versuch eines Lupfers nach einem Fehler von VfB-Keeper Özhitay meldete leise Ansprüche auf eine Resultatsverbesserung an, doch stattdessen musste der machtlose Viktoria-Keeper Kevin Birk in der 64. Minute den vierten Einschlag zur Kenntnis nehmen. Nach einem Ballverlust von Roberto Desch vor dem gegnerischen Strafraum schnappte sich Eichstätts Ngamkam Hontcheu die Kugel und startete am linken Flügel durch. Mit einem mustergültig getimten Pass bediente er den zentral in Stellung gegangenen Torjäger Fabian Eberle, der keine Mühe hatte, frei vor Birk das Leder flach im rechten Toreck zu versenken. Der SVA verzeichnete noch eine Chance durch Michél Harrer mit einem leicht verzogenen Schuss aus der Drehung, ehe Fabian Eberle in der 75. Spielminute mit einem an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter den Schlusspunkt zum 5:0 setzte. Bei einem Freistoß für den VfB von der linken Strafraumgrenze hatte Marcel Schelle blitzschnell geschaltet und auf den rechts völlig blank stehenden Schäll geflankt. In der Mitte kam Birk gegen Eberle einen Schritt zu spät und holte ihn von den Beinen. Die Chance zu einem Ehrentreffer vergab Jonas Fritsch kurz vor Schluss.

Die „Mann-gegen-Mann-Geschichte“ muss noch einmal vertieft werden

„Das Ergebnis täuscht über den wahren Spielverlauf etwas hinweg, aber das darf uns nicht von der eigentlichen Problematik wegführen, nämlich dass wir das einfach besser verteidigen müssen“, kritisierte Jochen Seitz im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte der Gegentore. Leichtsinn will er seinem Team nicht unterstellen, doch zeitweise verhalte es sich etwas naiv. Wobei es an der nötigen Präparation nicht fehlt: „Vor jedem Spiel bekommt bei uns jeder seinen Gegenspieler zugeteilt. Das ist eine Mann-gegen-Mann-Geschichte, eine Willenssache. Da gilt es körperlich mehr dagegen zu halten. Heute gegen den Tabellenzweiten Eichstätt hat man den Unterschied gesehen.“

Zwiespältig sieht Jochen Seitz die Tatsache, dass die Viktoria am kommenden Wochenende in der Liga spielfrei ist: „Zum einen haben die kranken und verletzten Spieler, die wir ja in der Tat haben, eine Woche länger Zeit, sich zu regenerieren. Auf der anderen Seite: Nach einer solchen Niederlage ist es von Vorteil, wenn man möglichst schnell wieder spielt, um die Sache aus den Köpfen rauszubekommen.“

25. Spieltag, 16. März 2019, um 14:00 Uhr in Eichstätt (Liqui-Moly-Stadion // Am Sportplatz 8, 85072 Eichstätt)

VfB Eichstätt – Viktoria Aschaffenburg 5:0 (2:0)

Eichstätt: Mustafa Özhitay – Benjamin Schmidramsl, Marcel Schelle, Dominik Wolfsteiner, Florian Grau (70. Klinsman Alejandro Calderon Buitrago), Fabian Eberle, Markus Steinhöfer, Fidele Ngamkam Hontcheu (65. Fabian Schäll), Thomas Haas, Jonas Fries, Michael Zant (75. Maximilian Eberwein) (Trainer: Markus Mattes) Aschaffenburg: Kevin Birk – Philipp Beinenz, Luca Dähn, Simon Schmidt, Hamza Boutakhrit, Ugurtan Kizilyar – Max Grünewald (46. Roberto Desch), Kevin Wittke (64. Jonas Fritsch), Clay Verkaj, Pasqual Verkamp (79. Daniel Cheron) – Michél Harrer (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 1:0 Fabian Eberle (2.), Markus Steinhöfer (10.), 3:0 Florian Grau (54.), 4:0 Fabian Eberle (64.), 5:0 Fabian Eberle (75., FE) Gelbe Karten: Fidele Ngamkam Hontcheu (30.) / Hamza Boutakhrit (40.), Kevin Birk (74.) Schiedsrichter: Dr. Florian Kornblum – Pantelis Gitopoulos, Assad Nouhoum Zuschauer: 620 (Liqui-Moly-Stadion)

1 Kommentar

  1. Alles halb so wild! Spielerisch waren wir auf Augenhöhe, Standards schlecht verteidigt.
    Das Testspiel nächste Woche zum „üben“ benutzen und dann geht’s in der Liga wieder weiter. Den Klassenerhalt schaffen wir, dafür geben sich alle Mühe!

    Gegen Ingolstadt gibts dann wieder einen 3er! 🙂

    Kopf hoch und weiter machen.

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