Hot! 4:1 – ein Ergebnis, dem man die Arbeit nicht ansieht

Erst gelb-rote Karten für Würzburg signalisierten grünes Licht auf dem Weg zum zweiten Heimerfolg

Mit einem deutlichen 4:1-Heimsieg überden Würzburger FV hat die Viktoria am 5. Spieltag der Bayernliga Nord erstmals den Kontakt zur erweiterten Spitzengruppe hergestellt. Ehe der zweite Heimsieg in Folge in trockenen Tüchern war, mussten sich die 519 Zuschaueram Schönbusch allerdings lange in Geduld üben. Erst ab Mitte der zweiten Hälfte schossen Florian Pieper, Giulio Fiordellisi und zweimal Yannick Franz den klaren Erfolg heraus gegen einen Gast, der mit zunehmender Zeit von personeller Schwindsucht geplagt war.

Die Torschützen Pieper (1) und Franz (2) freuen sich über den verdienten 4:1-Heimsieg

Die Torschützen Pieper (1) und Franz (2) freuen sich über den verdienten 4:1-Heimsieg

Der wieder genesene Stefan Steigerwald war für Nemanja Saula ins Tor der Viktoria zurückgekehrt. Die Würzburger rührten gleich kräftig Beton an, doch bevor dieser erstarrte, hätte die Viktoria schon in Führung liegen können. Florian Pieper, dem der Ball nach einer Ecke vor die Füße fiel, scheiterte in der 7. Minute aus kürzester Distanz an Würzburgs Keeper Grunz, und keine Zeigerumdrehung später war es ein Freistoß von Björn Schnitzer, der knapp das Ziel verfehlte. Die Gäste ließen im Unterschied zum letzten Heimgegner Aubstadt immer mal wieder ihre Gefährlichkeit aufblitzen, so in der 16. Minute, als ein in den Viktoria-Strafraum gezirkelter Freistoß David Droesler fand, dessen Kopfball von Steigerwald reaktionsschnell über die Latte gelenkt werden konnte. Vier Minuten später zappelte der Ball im Würzburger Netz, nachdem Florian Pieper eine Flanke von Björn Schnitzer aus kurzer Distanz eingeköpft hatte, doch wurde der Treffer wegen Behinderung des Torwarts nicht anerkannt. In der 35. Minute noch einmal eine Schrecksekunde für die Heimelf, als ein ansatzloser Schuss aus der Drehung knapp am langen Eck des Viktoria-Tores vorbeistrich. In den ersten 45 Minuten fand die Viktoria – abgesehen von einigen Standards – selten die spielerischen Mittel, um der destruktiven Spielweise der Gäste beizukommen, die ihrerseits bei ihren immer in Unterzahl vorgetragenen wenigen Entlastungsangriffen die Viktoria-Defensive vor Probleme stellte. Kein Wunder, dass sich Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic  nachher in der Pressekonferenz mit der Vorstellung seines Teams in der ersten Halbzeit nicht zufrieden zeigte.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Paukenschlag, als Roberto Desch völlig frei vor Würzburgs Keeper die Nerven versagten. Für den Youngster kam in der 51. Minute Bayernliga-Newcomer Yannick Franz aus der letztjährigen U19, der nach Ablauf der 90 Minuten in aller Munde sein sollte. Doch zunächst sollte in der 57. Minute die trotz aller Verkrampfung überfällige Führung für die Weiß-Blauen fallen. Der quirlige Daniele Toch hatte sich durchgetankt und abgezogen, den Schuss konnte der Würzburger Keeper zur Seite abwehren, direkt vor die Füße von Florian Pieper, der sich mit der Großchance etwas überfordert zeigte, aber auf die gütige Mithilfe von Jan-Peter Grunz zählen durfte, der – wie man so schön sagt – „sich das Ei selbst reinlegte“. Etwas bedenklich sollte stimmen, dass, als Würzburg befand, nun sei die Zeit gekommen zu agieren, sofort der Ausgleich fiel. Die Führung währte kaum eine Minute, da markierte der Gast durch Johannes Lotter mittels eines durchaus vertretbaren Foulelfmeters den 1:1-Ausgleich. In der 62. Minute ein Knackpunkt des Spiels, als die schon in der ersten Hälfte einsetzende Flut von gelben Karten sich für den WFV rächte: Benjamin Schömig sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Als Routinier Giulio Fiordellisi in der 68. Minute einen direkten Freistoß unter die Latte zimmerte, schien das Spiel entschieden, doch das Team von Christian Graf „biss“ auch noch zu zehnt. Der durchgebrochene Shawn Hilgert hatte in der 76. Minute die Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte aber am glänzend parierenden Stefan Steigerwald. Wenig später der endgültige Genickschlag für die Blauen: Gelb-Rot auch für Kevin Dees wegen einer Schwalbe im Strafraum. Nun erst konnte der SVA die sich bietenden Räume nutzen und eben jenen Yannick Franz zweimal in Szene setzen, der im Stile eines abgebrühten Klassestürmers präzise und mit Kalkül zum 4:1- Endstand einlochte (81., 88.).

Ohne Zweifel ein verdienter Sieg für den SVA, wie auch Würzburgs Coach Christian Graf in der PK einräumte, der allerdings Kritik übte am seiner Meinung nach kleinlich pfeifenden Referee, der wohl vergessen habe, dass „wir in der Bayernliga sind“ und Karten verteilte wie ein Weltmeister. Seine Einlassung, der Sieg des SVA sei zu hoch ausgefallen, wurde vom Aschaffenburger Anhang mit Unmutsbekundungen quittiert, doch Slobodan Komljenovic sprang ihm bei. In der Tat ist dies eine Meinung, die man als neutraler Betrachter teilen kann.

Im Rahmen der Pressekonferenz nahm Viktorias Mannschaftsarzt Dr. Thomas Dreyer Glückwünsche von Vorstand Holger Stenger im Namen des Gesamtvereins entgegen und wurde mit einem Weinpräsent bedacht. Auch von unserer Seite herzlichen Glückwunsch und alles Gute zum 75. Geburtstag!

Der 6. Spieltag am kommenden Samstag führt unser Team zur U23 von Jahn Regensburg. Diese hat ihren klassischen Fehlstart weitestgehend ausgebügelt und gerade die SpVgg. Bayern Hof im eigenen Stadion mit 1:0 düpiert. Ein Erfolg beim Jahn wäre die beste Promotion für den Heimspiel-Kracher am 9. August gegen den SV Erlenbach.

 

Viktoria Aschaffenburg – Würzburger FV 4:1 (0:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Abassin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr – Roberto Desch (51. Yannick Franz), Johannes Gerhart (84. Jonas Fritsch), Björn Schnitzer, Daniele Toch – Giulio Fiordellisi (76. Arwed Kellner), Florian Pieper

Würzburg: Jan-Peter Grunz – Marcel Heck, David Droesler, Andreas Zehner (63. Jonas Dirksen), Maxililian Ullrich – Johannes Lotter (71. Shawn Hilgert), Rene Schäffer, Kevin Dees, Andreas Ganzinger – Benjamin Schömig, Simon Heim (66. Patrick Hofmann)

Tore: 1:0 Florian Pieper (57.), 1:1 Johannes Lotter (57., FE), 2:1 Giulio Fiordellisi (68.), 3:1 Yannick Franz (81.), 4:1 Yannick Franz (88.)

Gelbe Karten: Björn Schnitzer, Giulio Fiordellisi / Johannes Lotter, Benjamin Schömig, Simon Heim, Kevin Dees, Andreas Zehner, Jonas Dirksen

Besondere Vorkommnisse: Benjamin Schömig (63., Gelb-Rote Karte), Kevin Dees (76., Gelb-Rote-Karte)

Schiedsrichter: Mario Hofmann

Zuschauer: 519

1 Kommentar

  1. und ich hoffe mal, daß es auch so bleibt. wir haben gute jugendmannschaften und müssen diese spieler versuchen zu etablieren

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