Hot! SVA trug Auswärtsserie der Gallier zu Grabe

Beim verdienten 4:2-Heimsieg über den TSV Großbardorf entlarvten Tore von Pieper (2), Toch und Schnitzer den „heimlichen Tabellenführer“

Bei strahlender Novembersonne im Stadion am Schönbusch wollte in der 632-köpfigen Trauergemeinde keine rechte Trübsal aufkommen,  als die Serie des TSV  Großbardorf – immerhin sechsmal in Folge blieb man auswärts ungeschlagen – den Weg alles Irdischen ging. Eine sich wieder offensivstark präsentierende Viktoria hatte den Gegner jederzeit im Griff und hat nun, begünstigt vom Lapsus der SpVgg. SV Weiden, einen bis jetzt noch nicht genossenen Panoramablick auf den Platz an der Sonne.

Viktoria Aschaffenburg darf vier Mal gegen Großbardorf jubeln (© Moritz Hahn)

Viktoria Aschaffenburg darf vier Mal gegen Großbardorf jubeln (© Moritz Hahn)

Selbstverständlich saß die in der Hinrunde erlittene 0:3-Schlappe noch als Stachel im Fleisch der Weiß-Blauen. Diese zogen vom Anpfiff weg ein variables Angriffsspiel auf, dem die erwartungsgemäß abwartend agierende Elf von Dominik Schönhöfer nur bis zur 18. Minute standhalten konnte. Dann setzte sich Björn Schnitzer auf links sehr schön durch und passte von der Grundlinie aus in die Mitte, wo Daniele Toch unbedrängt zur Führung einschieben konnte.

SVA schwört auf Kneipp-Kuren

Dass die Gallier vom Anstoß weg ohne eine Ballberührung eines Viktoria-Spielers durch Alexander Mantlik den postwendenden Ausgleich markieren konnten, mag andernorts als Kuriosität gewertet werden, die Zuschauer am Schönbusch sind über die Jahre durch die Vielzahl heiß-kalter Wechselduschen an einem bemerkenswerten Grad der Abhärtung angelangt. „Das war die einzige Chance des TSV in der ersten Halbzeit“, hatte Coach Slobodan Komljenovic richtig beobachtet. Der Spielfreude der Hausherren tat dieser klassische „Counterstrike“ indes keinen Abbruch, sie wirbelten munter weiter und stellten in dieser turbulenten Spielphase in der 23. Minute durch Florian Pieper auf 2:1 um. Das Tor fiel allerdings unter gütiger Mithilfe von TSV-Keeper Julian Schneider, der, wohl von der tief stehenden Sonne geblendet, einen harmlosen Ball durch die Finger gleiten ließ, so dass Pieper den freien Ball nur über die Linie zu drücken brauchte. Eine Mütze, wie sie Stefan Steigerwald in der zweiten Halbzeit trug, hätte Julian Schneider unter Umständen Ungemach erspart. Vorerst, muss man freilich hinzufügen, denn eine hungrige Viktoria legte nach. In der 34. Minute ging es wiedermal zu schnell für die Abwehr der Gallier, nach einer sehenswerten Kombination chippte Daniel Cheron das Leder maßgerecht auf den Kopf von Florian Pieper, der aus kürzester Distanz nur noch einzunicken brauchte.

Pausentee kein Zaubertrank für die Gallier

„Wir waren deutlich unterlegen, nicht weil wir so schlecht gespielt haben, sondern weil die Viktoria sehr gut gespielt hat“, brachte TSV-Coach Dominik Schönhöfer die erste Halbzeit auf einen einfachen Nenner. In der Pressekonferenz lüftete er auch das Geheimnis seiner Kabinenpredigt: „Für die zweite Halbzeit habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass wir mutiger nach vorne spielen müssen, auch auf die Gefahr hin, dass wir vielleicht untergehen. Das haben wir dann auch gut gemacht, so dass die Zuschauer etwas ruhiger geworden sind.“

So ganz trauten seine Mannen dem Braten dennoch nicht. Zwar spielten sie offensiver, aber der Mut zum vollen Risiko und der kompromisslose Wille, das Spiel noch zu drehen, waren zu keinem Zeitpunkt zu spüren. Freilich meinte es auch der Spielfilm nicht gut mit den Galliern, denn Björn Schnitzer konnte nach einer sehenswerten Einzelleistung bereits in der 49. Minute vorentscheidend auf 4:1 erhöhen. Alexander Mantlik konnte zehn Minuten später mit seinem zweiten Treffer noch einmal verkürzen, doch dann waren die Gallier trotz noch 30-minütiger Spieldauer mit ihrem Latein am Ende. Gegen sich mit zunehmender Spieldauer zurückziehende Viktoria gelang den ideenlos mit hohen  Bällen operierenden Galliern nicht, was Slobodan Komljenovic an diesem Tag als die große Stärke seines Teams ausgemacht hatte: „spielerisch sehr viele Lösungen finden“.

Hier finden Sie das Video der Pressekonferenz

Am kommenden Samstag, 8. November, um 14 Uhr gastiert die Viktoria beim Tabellenelften TSV Aubstadt, der in der Hinrunde am Schönbusch deutlich mit 3:0 bezwungen werden konnte. Es gilt die Konzentration hochzuhalten und sich keine Blöße zu geben, denn auch die anderen Teams aus der Spitzengruppe stehen an diesem Spieltag durchweg vor lösbaren Aufgaben.

 

Viktoria Aschaffenburg – TSV Großbardorf 4:2 (3:1)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Jonas Fritsch, Abassin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr – Johannes Gerhart, Roberto Desch – Björn Schnitzer (87. Faruk Arslan), Daniel Cheron, Daniele Toch (65. Yannick Franz) – Florian Pieper (58. Giulio Fiordellisi)

Großbardorf: Julian Schneider – Marcel Hölderle, Markus Kirchner, Manuel Orf, Maximilian Zang – Simon Snaschel (65. Dominik Zehe), Björn Schönwiesner, Pascal Stahl (82. Markus Neder), Manuel Leicht – Alexander Mantlik, André Rieß

Tore: 1:0 Daniele Toch (19.), 1:1 Alexander Mantlik (20.), 2:1 Florian Pieper (23.), 3:1 Florian Pieper (35.), 4:1 Björn Schnitzer (49.), 4:2 Alexander Mantlik (59.)

Gelbe Karten: Jonas Fritsch / André Rieß, Björn Schönwiesner, Dominik Zehe, Markus Neder

Schiedsrichter: Andreas Kasenow – Martin Götz, Christian Russer

Zuschauer: 632

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