VfL Frohnlach will sicher mehr sein als „der Gegner vor dem Derby“

Im Willi-Schillig-Stadion trifft der SVA am Mittwochabend (19 Uhr) auf ein Team, das frei von allen Abstiegssorgen ist

Der vergangene Spieltag der Bayernliga Nord hat zwar in der Titelfrage noch keine Entscheidung herbeiführen können, allerdings kann der SVA nach dem 4:3-Auswärtssieg in Weiden allmählich den Sekt kalt stellen. Verfolger FC Amberg wiederum hat nach dem 4:0 gegen den TSV Neudrossenfeld schon einmal mindestens den Relegationsplatz sicher. Auch am Tabellenende sind die Würfel gefallen: Der VfL Frohnlach darf nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen seit dem vergangenen Samstag – 4:0-Heimsieg gegen die SpVgg. Bayern Hof – für ein weiteres Jahr Bayernliga planen.

Somit kann die Elf von Stefan Braungardt dem Gastspiel der Viktoria am Mittwoch (19 Uhr) mit Gelassenheit entgegensehen. Der SVA beabsichtigt natürlich, seine mittlerweile beispielslose Siegesserie in zweistellige Dimensionen zu heben. Will man, was das Wunschszenario ist, am kommenden Samstag beim Lokalrivalen Alemannia Haibach im Stadion Am Hohen Kreuz den Aufstieg feiern, so benötigt man dazu mindestens einen Punkt im Willi-Schillig-Stadion. Dieses dürfte einem Teil der Mannschaft noch wohl bekannt sein, schließlich kreuzten sich die Wege der beiden Vereine schon einmal in der Regionalliga-Bayern-Saison 2012/13. Mit 4:1 überfuhr man damals den VfL im eigenen Stadion, in der Rückrunde kassierte man am Schönbusch gegen den designierten Absteiger eine bittere 0:2-Pleite, die damals Werner Dreßel das Traineramt kostete.

Das sind im schnelllebigen Liga-Geschäft schon wieder alte Hüte. Der VfL hat es sich in der zweiten Saison in der Bayernliga eingerichtet und soeben den Klassenerhalt realisiert, die Viktoria strebt nach dem Abstieg 2013/14 wieder höheren (Regionalliga-)Weihen entgegen. In der Vorrunde hielten die Weiß-Blauen die Oberfranken letztendlich mit 3:1 nieder, stellten den Arbeitssieg allerdings erst in der Schlussphase durch Treffer von Giulio Fiordellisi (71.) und Simon Schmidt (90.+1) sicher.

Slobodan Komljenovics Einschätzung, wonach es in dieser Saisonphase „keine leichten Gegner mehr gibt“, trifft auch im Fall des VfL Frohnlach unbedingt zu, dessen Trainer Stefan Braungardt im Vorfeld der entscheidenden Partie gegen Bayern Hof als sportliches Credo der Blau-Weißen verkündete. „Wenn jeder einzelne Spieler sich dem Erfolg des Teams unterordnet und an sein absolutes Leistungslimit kommt, dann schaffen wir das auch als Mannschaft, was es für jeden Kontrahenten dieser Liga schwer macht uns zu schlagen.“ Die Unberechenbarkeit des Gegners an diesem so harmlosen wie unscheinbaren Mittwochabend liegt darin, dass es für ihn faktisch um nichts mehr geht, es sei denn um jenes diebische Vergnügen, das jedes Kind kennt, das jemals die kunstvolle Sandburg seines talentierten Spielkameraden mutwillig zerstört hat. Und lässt sich ein kunstvolleres Konstrukt als eine Serie von neun Siegen denken?

Darum dürfte es Aufgabe des Trainer-„Mentalist“ Slobodan Komljenovic sein, seinen Spielern einzuimpfen, die im Umfeld seit Tagen herrschende fieberhafte Derby-Stimmung in ihren Köpfen auszublenden und auf dem Rasen des Willi-Schillig-Stadions in jeder Hinsicht präsent zu sein. Verrichten die Jungs um Kapitän Simon Schmidt ihre Werktagsarbeit wie vorgesehen, so dürfte sich das Jagdfieber der ohnehin schon bis in die Haarspitzen motivierten Haibacher Alemannen noch weiter erhöhen, was wir ihnen als gute Nachbarn gerne gönnen. Ein großes Fußballfest liegt schließlich in beiderseitigem Interesse.

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