Hot! Viktoria schrammt an erstem Saisonsieg vorbei – 1:2 gegen Bamberg

1:2 – Bamberger Reiter siegt auf einem Brauereigaul

Mit dem FC Eintracht Bamberg stellte sich am 6. Spieltag der Regionalliga Bayern das mittlerweile dritte Team im Viktoria-Stadion vor. Um es vorweg zu sagen: Das hochgelobte und mit dem dritten Tabellenplatz und 10 Punkten (sportliches Eichenlaub) dekorierte Team von Dieter Kurth zeigte den bis dato müdesten Kick einer Gastmannschaft. Dass es dennoch als Einziges alle drei Punkte vom Schönbusch entführen konnte, gehört zu den Dingen des Lebens, die man nicht unbedingt verstehen muss.

6. Spieltag am 3. August um 17 Uhr: Viktoria Aschaffenburg – Eintracht Bamberg

Die Mannschaft von Slobodan Komljenovic zeigte von Beginn an das, was auch schon ihre Heimauftritte gegen Nürnberg und Ingolstadt gekennzeichnet hatte: hohes Tempo und die klare, ihrem Spiel aufgeprägte Absicht, Dominanz auszuüben. In den Anfangsminuten wurde Bamberg mit Pressing attackiert, was sich in Form von einigen Chancen auszahlte, deren beste Zino Zampach in der 8. Minute hatte, als sein Schuss knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Im wahrsten Sinne des Wortes einen Bruch im Spiel gab es dann in der 23. Minute, als sich der Bamberger Victor Gradl ohne Fremdeinwirkung schwer verletzte und nach einer 30-minütigen medizinischen Versorgung auf dem Spielfeld mit dem Krankenwagen ins Aschaffenburger Klinikum transportiert wurde. Diagnose Knöchelbruch sowie Sehnenabriss, wie ein noch sichtlich schockierter Dieter Kurth in der Pressekonferenz aufklärte. Vom SV Viktoria die besten Genesungswünsche an den inzwischen operierten Victor Gradl. Wer geglaubt hatte, die 30-minütige Unterbrechung mit viel menschlichem Leid hätte die Gemüter runtergekühlt, sah sich alsbald getäuscht, denn die Akteure auf dem Spielfeld taten fortan ihr Bestes, um den Belegungsplan des Klinikums auch weiterhin mitzugestalten. In der 42. Minute dann noch ein spielerischer Höhepunkt in Form einer Großchance für den SVA, als Zino Zampach in seiner unwiderstehlichen Art Tempo aufnahm und das Leder aus 16 Metern an den Pfosten hämmerte. Der Halbzeitpfiff unterbrach ein zunehmend zerfahrener werdendes Spiel.

Erst mit der Einwechslung des Ex-Alzenauers Petrit Topic in der 57. Minute für den starken, aber glücklosen Florian Pieper sollten sich die Ereignisse überschlagen. Mit seiner ersten Aktion auf Strafraumhöhe ließ Topic einen Gegner aussteigen, guckte den Torwart aus und stapelte das Leder halbhoch ins lange Eck. „Noch nie habe ich nach einer Einwechslung getroffen“, kommentierte der Torschütze nach dem Spiel den sehenswerten Treffer. Nach diesem Lanzenstich hing der Bamberger Reiter nur noch halb im Sattel und hätte durch Mert Sinan Pekesen in der 64. Minute den Abgang machen können, nein müssen. Ausgangspunkt war einmal mehr Petrit Topic, der mit einem Dribbling gleich mehrere Abwehrspieler auf sich zog, den Ball behauptete und auf den freistehenden Pekesen querlegte. Dieser versuchte sich mit einem Duplikat seines Treffers gegen Nürnberg, scheiterte aber am cool bleibenden Bamberger Torwart Mario Aller. Das Vergeben dieser „Hundertprozentigen“ war eine der Schlüsselszenen des Spiels. Deren zwei liegen in der Spielphase ab der 79. Minute, über die man am liebsten den Mantel des Schweigens decken möchte. In dieser ominösen 79. Minute gab man die ersten beiden Punkte aus der Hand. Hier ließ sich eine bis dahin tadellos funktionierende Defensive erstmals düpieren, ein Bamberger konnte drei Viktorianer auf engstem Raum narren und Nicolas Görtler kurz anspielen, der keine Mühe hatte, an Hinterkopf vorbei zum Ausgleich einzuschieben. Vollends sprachlos machte allerdings die 89. Minute, als man den letzten Punkt auch noch dreingab. Das Unentschieden war längst ausgemachte Sache, der Bamberger Reiter war abgestiegen, der müde Gaul abgesattelt, da preschte die alte Schindmähre noch mal los und bereitete unserem SVA unter ihren Hufen einen schmählichen „sudden death“. Im Klartext: Der Schlusspfiff lag in der Luft, Bamberg bekam 22 Meter vor dem Tor noch einen Freistoß und war – so schien`s – lediglich bestrebt, die Zeit noch runterzuspielen. Die etwas umständliche Auflage mündete dennoch in einen strammen Flachschuss, den Maximilian Hinterkopf nicht festhalten konnte. Das Leder touchierte daraufhin den Pfosten und wurde von dem eben dort postierten Aleksander Hurec über die Linie gedrückt.

Was soll man nun zu dieser „Naturkatastrophe“ sagen?  Unglück  nennen`s die einen, mangelnde Cleverness und Effizienz die anderen. Fast möchte man zu Letzterem tendieren, denn alles auf höhere Mächte zu schieben, bringt den Lernprozess nicht weiter, ja ist möglicherweise gar kontraproduktiv.  Letztlich kann man sich auch nichts davon kaufen, wenn Bambergs Trainer in der Pressekonferenz den Sieg seiner Mannschaft als „absolut unverdient“ bezeichnet.

 

SV Viktoria 01 Aschaffenburg – FC Eintracht Bamberg 2010 1:2 (0:0)

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf – Fnan Tewelde (23. Mert Sinan Pekesen), Denis Talijan, Markus Brüdigam, Roberto Desch (67. Florian Haith) – Simon Schmidt, Zino Zampach, Daniel Cheron, Yuki Nakagawa, Gökhan Öztas – Florian Pieper (56. Petrit Topic)

Bamberg: Mario Aller – Nikolai Altwasser, Florian Wenninger, Victor Gradl (23. Sven Wieczorek), Kevin Kühnlein – Ken Kishimoto, Johannes Bechmann, Christoph Kaiser, Lukas Görtler (46. Markus Fischer) – Alexander Deptalla (66. Aleksander Hurec), Nicolas Görtler

Tore: 1:0 Petrit Topic (58.), 1:1 Nicolas Görtler (78.), 1:2 Aleksander Hurec (89.)

Gelbe Karten: Mert Sinan Pekesen, Gökhan Öztas / Johannes Bechmann

Schiedsrichter: Rainer Pongartz – Michael Freund, Matthias Braun

Zuschauer: 564

 

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