Die Viktoria spielt ihren letzten Heimspieltrumpf aus

Am Samstag (14 Uhr) gegen die U21 des 1. FC Nürnberg / Jochen Seitz: „Wir wollen einen großen Schritt machen“

Noch keinen Durchbruch in Sachen direkter Klassenerhalt brachte das vergangene Wochenende, an dem die Viktoria zu Hause gegen den Mitkonkurrenten VfR Garching quasi auf der letzten Rille ein 1:1 ins Ziel brachte. Eine Kehrseite des begeisternden Pokaltriumphes gegen die Löwen zeigte sich in einem enormen Substanzverlust, ohne den – da ist Jochen Seitz überzeugt – die Partie gegen die Münchner Vorstädter siegreich gestaltet hätte werden können. Mangelnde Regeneration spielt im Vorfeld des letzten Heimspiels der Saison gegen den Tabellendritten Nürnberg II (Samstag, 14 Uhr) eher keine Rolle. Man steht jedoch vor der heiklen Aufgabe, die fehlenden Punkte zum Klassenerhalt gegen eines der spielstärksten Teams der Liga zu holen. Dass es für die Cluberer faktisch um nichts mehr geht, möchte Jochen Seitz als Vorteil nicht gelten lassen: „Für den Club geht es doch schon seit Wochen um nichts mehr.“

32. Spieltag: Viktoria Aschaffenburg empfängt den 1. FC Nürnberg II

Während die Profis des FCN gerade dabei sind, sich nach nur einer Saison wieder aus der 1. Bundesliga zu verabschieden, übt sich die Club-Reserve drei Klassen tiefer in der Regionalliga Bayern seit nunmehr sieben Jahren, was die sportlichen Leistungen angeht, in Kontinuität. Ob die Trainer nun Roger Prinzen, Peter Zeidler oder Reiner Geyer hießen: Ein einstelliger Tabellenplatz war den jungen Talenten aus der Frankenmetropole stets sicher. Auch in der laufenden Spielzeit bleibt man sich treu und schickt sich unter Neu-Coach Fabian Adelmann sogar an, seine bisher beste Platzierung aus der Saison 2016/17 zu wiederholen, als man als damals beste Profi-Reserve den dritten Platz belegte.

Mit 20 Punkten aus zehn Partien konnten die jungen Cluberer im neuen Jahr überzeugen. Hinter dem designierten Meister Bayern II und dem VfB Eichstätt belegen die Mittelfranken mit beträchtlichem Abstand aktuell den dritten Platz. Mit der 0:2-Auswärtsniederlage in Burghausen ging am vergangenen Wochenende eine Erfolgsserie von fünf Siegen und zwei Unentschieden zu Ende. Eine Lizenz für die 3. Liga hatte die Nürnberger Profireserve ohnehin in dieser Saison nicht beantragt. „Das hat mit der Ausrichtung des Vereins zu tun. Wir sind der Meinung, dass die Regionalliga Bayern für unsere jungen Spieler die beste Liga ist, um fußballerisch den nächsten Schritt zu machen“, sieht der Coach sein Team am rechten Platz. Immer nach dem Motto „Fortschritt statt Stillstand“ formuliert Adelmann seine ambitionierten Ziele: „Wir möchten die positive Entwicklung weiter vorantreiben und uns nicht mit dem bis jetzt Erreichten zufrieden geben. Unser Anspruch ist, in jedem Spiel fußballerisch zu überzeugen und Top-Leistungen abzurufen. Schön wäre es, wenn wir unseren dritten Platz verteidigen könnten. Wichtiger ist aber, dass wir mit der Spielweise zufrieden sein können.“

Ein durchaus realistisches Szenario ist das Erreichen des dritten Tabellenplatzes, auf den lediglich noch der 1. FC Schweinfurt 05 und Wacker Burghausen Ansprüche anmelden. Beide haben allerdings zwei Spieltage vor Schluss zwei Punkte weniger auf dem Konto und damit deutlich schlechtere Karten als die Club-Reserve.

Jochen Seitz beschwört den Favoritenschreck

Gegen eine junge, spielstarke Truppe mit technischen und taktischen Vorteilen sieht Jochen Seitz extrem viel Arbeit auf sein Team zukommen. „Aber wir haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir gerade gegen die Favoriten gut spielen können, und wollen das am Samstag auch wieder beweisen“, weiß Jochen Seitz um die mittlerweile charakteristische Steigerungsfähigkeit seiner Truppe. Gegen die nach den Bayern spielstärkste Mannschaft der Liga gibt er seiner Mannschaft ein vergleichsweise einfaches Erfolgsrezept auf den Weg: „Wir müssen vorne mal wieder unsere Chancen nutzen und unsere Anfälligkeit bei Standards abstellen.“

Wozu die Weiß-Blauen an guten Tagen in der Lage sind, das durften die Gäste aus Mittelfranken in dieser Saison bereits erfahren, denn im Hinspiel an der Noris trumpfte die Seitz-Elf mit einem 2:1-Sieg auf.

Zwei Spieltage vor Saisonschluss weiß man am Schönbusch natürlich auch um die Abhängigkeit von den Ergebnissen auf den anderen Plätzen. „Wenn die anderen auch gewinnen, dann sind wir selbst bei einem Sieg gegen Nürnberg immer noch nicht durch“, rückt Seitz die Verhältnisse zurecht. Wobei mit „die anderen“ konkret die zwei Punkte zurückliegenden Reserven aus Fürth (am Freitag bei den kleinen Bayern) und Augsburg (beim VfR Garching) gemeint sind. Was man ohnehin nicht beeinflussen kann, mit dem braucht man sich auch nicht belasten, weshalb der SVA-Coach denn auch eine ganz klare Marschrichtung vorgibt: „Wir haben am Samstag gegen Nürnberg die Chance, einen großen Schritt zu machen. Dem gilt unser Hauptaugenmerk.“

Hamza Boutakhrit muss am Samstag eine Gelbsperre absitzen. Noch fraglich ist der Einsatz von Luca Dähn, der gegen Garching noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste.

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