Hot! Viktoria turnte den Jahn schwindelig

Mit einem klaren 4:0-Heimerfolg bleibt der SVA Spitzenreiter Weiden auf den Fersen

Das hatte sich manch einer schwerer vorgestellt: Souverän entledigte sich die Viktoria am 23. Spieltag der Bayernliga Nord ihrer Heimaufgabe gegen den SSV Jahn Regensburg II mit einem an Deutlichkeit keine Wünsche offen lassenden 4:0-Sieg, was ihr zum Auftakt der heißen Endphase der Meisterschaft die ersehnten drei Punkte bescherte. Die Tore in einer über weite Strecken einseitigen Partie vor 563 Zuschauern besorgten jeweils mit einem Doppelpack Florian Pieper und Björn Schnitzer.

Florian Pieper feiert seinen zweiten Treffer zum 4:0

Florian Pieper feiert seinen zweiten Treffer zum 4:0

Die Viktoria startete mit der schon in diversen Vorbereitungsspielen erprobten Variante einer Dreierkette in der Abwehr. In der Startformation fehlte der verletzungsbedingt angeschlagene Daniele Toch, erstmals von Beginn an wirkte dafür Faruk Arslan mit.

In der Anfangsphase war dem Team vom Ilija Czepina deutlich anzumerken, dass es sich für dieses Spiel einiges vorgenommen hatte, denn es setzte die Viktoria zunächst mit aggressivem Pressing unter Druck. Die Viktoria wusste sich aber der Umklammerung schon früh mit spielerischen Mitteln zu entziehen und erlangte schnell die Ballhoheit im Mittelfeld, die sie schnell in gefährliche  Offensivaktionen ummünzen konnte. In der 7. Minute bot sich Daniel Cheron die dicke Chance zur frühen Führung, doch scheiterte er aus spitzem Winkel an Regensburgs Keeper Nico Wagner. Auf der Gegenseite hätte sich in der 10. Minute ein dicker Patzer in der Viktoria-Defensive beinahe gerächt, doch konnte Keeper Stefan Steigerwald ausbügeln und den Schuss parieren. In der Folgezeit brannte nur im Regensburger Strafraum die Luft, wo die überraschenderweise sehr anfällige SSV-Defensive von einer Verlegenheit in die andere fiel. So in der 20. Minute, als Kapitän Simon Schmidts Geschoss, das vermutlich gepasst hätte, unfreiwillig von Flo Piepers Kopf „entschärft“ wurde. Eine Zeigerumdrehung später entwischte Florian Pieper rechts außen mit einem Spurt über das halbe Feld seinem Bewacher und schob das Leder zur hoch verdienten 1:0-Führung ins kurze Eck.

Die Viktoria dominierte weiterhin das Spiel, das jetzt allerdings hektischer wurde. Die Konsequenzen blieben nicht aus: vier gelbe Karten innerhalb von 10. Minuten (zwei auf jeder Seite). Das Chancenverhältnis war weniger ausgeglichen. So konnte der Regensburger Torwart in der 27. Minute einen aus guter, zentraler Position von Björn Schnitzer über die Mauer geschlenzten Freistoß so eben noch aus der rechten Torecke fischen, um den Preis einer hochkarätigen Nachschusschance. Doch auch Florian Pieper hatte gegen Nico Wagner das Nachsehen. „Wer alle Einladungen ausschlägt, feiert keine Party“, mag sich Björn Schnitzer gedacht haben, als er kurz vor der Pause (42.) aus kurzer Entfernung ein Zuspiel zum wichtigen 2:0 nutzte.

Der Pausentee wirkte aus Viktoria-Sicht nicht appetithemmend, sondern regte den (Tore-) Speichelfluss vielmehr an. Bis zur 56. Minute hatten abermals Björn Schnitzer (47.) und Florian Pieper nach maßgerechter Flanke per Kopf mit ihrem jeweils 13. Saisontreffer dafür gesorgt, keinen Zweifel am späteren Sieger mehr aufkommen zu lassen. Der Rest war Schaulaufen, offenbarte aber gleichwohl die Gründe, warum die Oberpfälzer an diesem Tag hoffnungslos unterlegen waren: Neben der schon erwähnten phasenweise indisponierten Defensive kam auch in der Vorwärtsbewegung fast kein Ball an, eine ernüchternde Tatsache, die sich die Czepina-Schützlinge unbeschadet der Spielstärke der Viktoria selbst zuzuschreiben hatten.

Somit bleibt festzuhalten: Es schmälert den auch in dieser Höhe völlig in Ordnung gehenden 4:0-Sieg der Viktoria nicht, wenn man hinzufügt, dass er gegen ein Team zustande kam, das an diesem Tag mit Sicherheit nicht sein bestes Spiel abgeliefert hat. Die Frage, inwieweit sich daraus Rückschlüsse für das am kommenden Samstag stattfindende Untermain-Derby in Erlenbach ziehen lassen, beantwortete ein Mitglied des Viktoria-Stabs lächelnd: „Das wird ein ganz anderes Spiel, ein heißer Tanz!“

 

Viktoria Aschaffenburg – SSV Jahn Regensburg II 4:0 (2:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Alban Lekaj, Zamir Daudi, Dennis Löhr – Johannes Gerhart, Abassin Alikhil – Daniel Cheron, Simon Schmidt (76. Yannick Franz), Björn Schnitzer, Faruk Arslan (79. Kevin da Silva) – Florian Pieper (57. Daniele Toch) (Trainer: Slobodan Komljenovic) Regensburg: Nico Wagner – Thomas Hierlmeier, Benjamin Karg, Christian Sauerer, Tayfun Arkadas, Kevin Hoffmann (60. Sinan Canac), Ünal Tosun, Daniel Franziskus (75. Alpay Kaygisiz), Andreas Jünger, Martin Sautner, Benedikt Schmid (69. Joseph Ammer) (Trainer: Ilija Dzepina) Tore: 1:0 Florian Pieper (21.), 2:0 Björn Schnitzer (2:0), 3:0 Björn Schnitzer (47.), 4:0 Florian Pieper (56.) Gelbe Karten: Dennis Löhr (31.), Abassin Alikhil (34.), Daniel Cheron (42.) / Daniel Franziskus (21.), Martin Sautner (32.) Schiedsrichter: Andreas Heidt – Roland Gawlik, Benjamin Wagner Zuschauer: 563

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