Hot! Viktoria startet mit „Speed-Dating“ in die Bayernliga

Als erster Kandidat wird der FC Amberg am kommenden Samstag (12. Juli) um 15 Uhr im Stadion am Schönbusch vorstellig

Wer gemeint hatte, in der Bayernliga könnte es eventuell beschaulicher zugehen, wird gleich zu Saisonbeginn eines Besseren belehrt, denn eine Adaptionszeit für Liga-Neueinsteiger ist im Spielplan nicht vorgesehen. Das gilt sowohl in temporaler als auch in qualitativer Hinsicht, denn die Komljenovic-Elf sieht sich  nicht nur gleich mit einer englischen Woche konfrontiert, sondern innerhalb dieses Zeitraums auch durch die Bank mit Gegnern gehobenen Bayernliga-Formats.

1. Spieltag: Viktoria Aschaffenburg vs. FC Amberg

1. Spieltag: Viktoria Aschaffenburg vs. FC Amberg

Den Anfang macht am Samstag um 15 Uhr der FC Amberg, der dem Schönbusch-Stadion seinen Premierenbesuch abstattet. Der kartographisch vergleichsweise klangvolle Namen suggeriert richtigerweise einen soliden, gut geführten und strukturierten Verein, der als Aushängeschild des Bezirks und als Sammelbecken aller dort ausgebildeten fußballerischen Talente fungiert.

Als Sammelbecken des Bezirks und darüber hinaus, muss man wohl präzisieren, denn längst hat es sich auch bei höherklassig spielenden Akteuren herumgesprochen, dass der Fußballclub in der 41.000-Einwohner-Stadt an der Vils gute sportliche Perspektiven bietet. „Für uns ist es eine größere Herausforderung, mit dem FC Amberg eventuell um den Aufstieg zu spielen als mit dem SV Seligenporten immer gegen den Abstieg“, geben die drei in der Sommerpause an die Vils gewechselten Klosterer Marco Wiedmann, Christian Knorr und Matthias Brandl als Grund für ihre sportliche Veränderung an. Ambergs sportlicher Leiter Bernd Scheibel übt sich mit Blick auf die kommende Saison eher in Bescheidenheit und bemüht sich die Erwartungen zu dämpfen: „Wir wollen uns den Regionalliga-Aufstieg nicht aufoktroyieren lassen. Diesen Schuh lassen wir uns nicht mehr anziehen.“ Mit dem „Nicht mehr“ dürfte Bernd Scheibel darauf abheben, dass der FCA in der Bayernliga-Saison 2013/14 mit Rang 4 und 60 Punkten durchaus über weite Strecken an dieser Zielmarke zu kratzen imstande war, was sich wiederum in einer enorm gestiegenen  Erwartungshaltung ausdrückte. Bewusst nimmt Scheibel „sein“ Team aus dem Fokus, wenn er prognostiziert: „Für mich sind heuer andere Teams favorisiert: die beiden Regionalliga-Absteiger Viktoria Aschaffenburg und SpVgg. Bayern Hof sowie die SpVgg. SV Weiden, der SC Eltersdorf, die SpVgg. Jahn Forchheim, der TSV Aubstadt und der enorm verstärkte Aufsteiger SpVgg. Ansbach.“

Doch auch mit den konkreten sportlichen Saisonzielen hält Scheibel nicht hinter den Berg: „Es ist sicherlich die stärkste  Bayernliga Nord der letzten drei Jahre. Wenn wir in dieser mehr als die 60 Punkte erreichen, ist das schon eine Hausmarke.“ Wobei man freilich kein großer Mathematiker sein muss, um zu errechnen, dass die angestrebten 60+X faktisch wieder einem Platz in der Bayernliga-Spitzengruppe entsprechen würde.

Etwas zurückhaltender formuliert Coach Slobodan Komljenovic  das Saisonziel des SVA im Jahr eins nach dem Regionalliga-Abstieg. Einen „Platz im oberen Mittelfeld“ gibt er seinem Team als Weisung mit auf den Weg. Doch auch diese moderaten Töne werden kaum verhindern können, dass die Viktoria als Regionalliga-Absteiger eines der Teams ist, die vor Rundenstart von einem Großteil ihrer Kontrahenten auf den Favoritenschild gehoben werden. Was hierbei unter den Tisch fällt: Nach dem personellen Umbruch ist das sportliche Standing der Schönbusch-Truppe ein einziges großes Rätsel. Darüber, wie sie sich im Bayernliga-Feld zu positionieren vermag, müssen die ersten Pflichtspiele Aufschluss geben. Hilfreich wäre es in jedem Fall, sich gleich am Samstag im ersten Heimspiel gegen den FC Amberg einer Altlast aus der Regionalliga-Zeit zu entledigen. Gemeint ist die seit 24. August letzten Jahres (2:0-Sieg gegen Rain) andauernde Serie von mittlerweile 13 sieglosen Heimspielen, deren Fortbestand dem SVA auch in der Bayernliga nicht gut zu Gesicht stünde.

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