Hot! 1:1: Die Viktoria tanzte nur eine Halbzeit

Nach Roberto Deschs „Griff an die Wäsche“: Kickers nutzten die Halbzeitpause, um sich die rutschenden Rothosen wieder hoch zu ziehen

Die Viktoria ist bei den heimstarken Würzburger Kickers auf den erwarteten Widerstand gestoßen und musste sich nach 90 hart umkämpften Minuten mit einem 1:1 zufrieden geben. Die Führung für die Viktoria in der 23. Minute durch Roberto Desch währte bis zur 66. Minute, als Kickers-Kapitän Sebastian Fries den verdienten Ausgleich markieren konnte.

Die Viktoria lieferte sich einen heißen Kampf mit dem Kickers-Nachwuchs (© Moritz Hahn)

„Das Remis geht in Ordnung“, befand Viktoria-Coach Jochen Seitz nach dem Spiel. Allerdings hatte es in der ersten Halbzeit phasenweise so ausgesehen, als könne die Viktoria den Gastgebern den zweiten Dreier im Saisonverlauf aus den Rippen leiern. Auf dem engen Rasenplatz auf der Sieboldshöhe kombinierte die seit sieben Spielen unbesiegte Viktoria gefällig, wenn auch bis zum Führungstreffer Chancen auf beiden Seiten Mangelware waren.

Nach Führung Verunsicherung nicht genutzt

Die Vorarbeit zur Führung leistete Björn Schnitzer, der nach der Balleroberung vor dem 16er auf Roberto Desch ablegte. Dieser wiederum fackelte nicht lange und ließ Kickers-Keeper Nirsberger mit einem platzierten Flachschuss ins rechte Eck keine Abwehrchance. Der hatte ansonsten wie sein Kontrahent Peter Neuberger nichts zu halten, aber im Gegensatz zu diesem in einigen Szenen großes Glück, dass auf Seiten der Viktoria gefährliche Hereingaben ihren Adressaten nicht fanden bzw. diese einen Tick zu spät kamen. Die klarste Gelegenheit ließ Sascha Wolfert aus, als er bei einem schnellen Konter eine genau getimte flache Hereingabe von Björn Schnitzer verpasste. „In dieser Phase hätten wir unbedingt noch ein, zwei Tore nachlegen müssen“, bemängelte Jochen Seitz einmal mehr fehlenden Killerinstinkt, der sich nach dem Pausenpfiff noch rächen sollte.

Die Mannschatfskameraden beglückwünschen Roberto Desch zum Führungstreffer (© Moritz Hahn)

Kickers legen Hebel um

Dem Vernehmen nach sollen in der Würzburger Kabine bei der Halbzeit-Ansprache von Coach Claudiu Bozesan die Wände gewackelt haben. Auf taube Ohren ist er jedenfalls nicht gestoßen, denn die Rothosen dominierten nach dem Pausenpfiff klar das Geschehen. Sukzessive verlor der SVA den Zugriff auf das Spiel und konnte sich nicht mehr mit geordneten Spielzügen aus der Umklammerung befreien. Mit kühlem Kopf agierte allerdings der sehr stark spielende und enorm zweikampfstark auftretende Fabian Galm, der mit viel Übersicht einige brenzlige Situationen entschärfen konnte. In der 66. Minute fiel dann der zu diesem Zeitpunkt überfällige Ausgleich, als die Viktoria-Defensive einmal mehr das Leder nicht konsequent genug aus der Gefahrenzone befördern konnte. Eine Flanke fand daraufhin den Kopf von Kickers-Kapitän Sebastian Fries, der gegen die Laufrichtung von Keeper Neuberger zum 1:1-Ausgleich einnickte. Auch in der verbleibenden Zeit agierten die Kickers zielstrebiger und gefährlicher, eine Reaktion der Viktoria hinsichtlich einer nochmaligen Verstärkung der Offensivbemühungen blieb weitestgehend aus. Im Endeffekt durfte man mit dem Unentschieden zufrieden sein, denn die Punkteteilung hatten sich die Kickers, wie auch Jochen Seitz eingestand, mit einer deutlichen Leistungssteigerung in Hälfte zwei „redlich verdient“.

Björn Schnitzer wurde über weite Phasen an die kurze Leine genommen und blieb trotzdem gefährlich (© Moritz Hahn)

Aubstadt ante portas

Den Sprung auf Platz zwei der Tabelle (im Falle eines Sieges) haben die Seitz-Schützlinge zwar verpasst, aber mit drei Punkten Rückstand auf den derzeitigen Tabellenführer Neumarkt ist man weiterhin auf Tuchfühlung mit den Aufstiegsplätzen. Zu den „Pflichtsiegen“, wie Jochen Seitz die Heimerfolge gegen Feucht und Eltersdorf völlig zu Recht einstufte, muss aber noch der ein oder andere außerplanmäßige „Pflichtsieg“ gegen die Großen der Liga hinzukommen. Letztere bilden schließlich das Zünglein an der Waage, wenn man im Gerangel an der Tabellenspitze am letzten Spieltag die Nase vorn haben will. Eine gute Basis für einen weiteren Leistungsaufschwung ist ein Remis bei der starken Kickers-Reserve allemal. Unser Appell geht daher an das Aschaffenburger Publikum, das Team von Jochen Seitz im Spitzenspiel gegen den Tabellendritten TSV Aubstadt am kommenden Samstag, 25. März, 14 Uhr im Stadion am Schönbusch mit einer der Bedeutung des Spiels angemessenen Kulisse zu unterstützen.

 

25. Spieltag der Bayernliga Nord 2016/17 am Sonntag, den 19. März 2017, um 16 Uhr

FC Würzburger Kickers II – Viktoria Aschaffenburg 1:1 (0:1)

Würzburg: Jan Nirsberger – Lukas Boateng, Leon Volz, Dennis Schmitt, Ali Koller, Moritz Lotzen, Onur Ünlücifi (90. Alex Beier), Adrian Dußler, Dino Kardovic (55. Dominik Wüst), Sebastian Fries, Can Sakar (Sven Landshuter) (Trainer: Claudiu Bozesan) Aschaffenburg: Peter Neuberger – Daniel Cheron, Fabian Galm, Simon Schmidt, Dennis Kallina – Kevin Wittke, Roberto Desch – Daniele Toch (63. Philipp Beinenz), Björn Schnitzer, Niko Koukalias (84. Max Grünewald) – Sascha Wolfert (72. Janis Häuser) (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 0:1 Roberto Desch (23., Björn Schnitzer), 1:1 Sebastian Fries (66.) Gelbe Karten: Dennis Schmitt (28.) / Kevin Wittke (73.), Niko Koukalias (75.) Schiedsrichter: Dr. Sven Laumer – Thomas Gscheidl, Johannes Lorenz Zuschauer: 165 (Sportgelände Sieboldshöhe)

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