Hot! Déjà-vu beim 1:1 gegen Heimstetten

Der 23. April 2013 stellte in mehrerlei Hinsicht einen ganz besonderen Tag in der Vereinsgeschichte der Viktoria dar. Unmittelbar vor Spielbeginn trat das Präsidium um Markus Kammann, Marion Schütz und Peter Löhr geschlossen zurück. Antonio Abbruzzese übernahm das Amt des kommissarischen Vizepräsidenten Sport und entließ in einer ersten Amtshandlung Trainer Werner Dreßel.

Zum  sportlichen Teil des Tages. Mit dem SV Heimstetten reiste ein Spitzenteam der Liga an den Schönbusch. Insbesondere auf fremden Plätzen fühlten sich die Oberbayern bislang pudelwohl. In Aschaffenburg war es aber der Viktoria unter Interimstrainer Abbruzzese vorbehalten, der ersten Halbzeit ihren Stempel aufzudrücken.

Für den ersten Knalleffekt sorgte Simon Schmidt bereits in der 4. Minute, als er nach einem Handspiel eines Heimstetteners den fälligen Freistoß über die Mauer hinweg an die Latte zirkelte. Peter Sprungs platzierter Kopfball auf Flanke von Daniel Cheron wurde in der 14. Minute eine Beute von SVH-Keeper Marjan Krasnic, der anlässlich der auf Hochtouren laufenden Angriffsmaschinerie der engagiert auftretenden Hausherren noch mehrmals Gelegenheit bekommen sollte, sich auszuzeichnen. So bei einer Doppelchance nach einer knappen halben Stunde, als zunächst Fiordellisi, im zweiten Versuch dann Sprung das Leder am SVH-Alleinunterhalter nicht vorbeibekamen. Als Peter Sprung in der 41. Minute zu einem unwiderstehlichen Solo ansetzte und alleine auf Krasnic zulief, schien es um dessen weiße Weste geschehen zu sein. Allein Peter schien an diesem Tag keine Schmutzflecken zu mögen, denn Krasnic konnte wohl zu seiner eigenen Verwunderung dem Viktoria-Stürmer fast mühelos den Ball vom Fuß nehmen. Das Verschmähen der  längst fälligen Führung zieht nach den elementaren Gesetzen der Fußball-Logik die alsbaldige Quittung nach sich. Und so war`s dann auch: SVH-Goalgetter Neumeyer, bis dato nicht sonderlich in Erscheinung getreten, düpierte mit einer Körpertäuschung die Viktoria-Abwehr und krönte eine gnadenlos effektive Sturmleistung mit einem Schlenzer ins lange Eck. Neumeyer hatte schon im Hinspiel das Tor zum 1:1-Endstand erzielt. Mitten in die am Schönbusch einsetzende Schockstarre hinein ertönte der Pausenpfiff.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten sich die Glieder wieder gelöst. So  wollte der SVA dem Elfinger-Team durch konsequent praktiziertes Pressing signalisieren, dass man einen Missbrauch des Hausrechtes nicht so ohne Weiteres hinnehmen werde. Diesbezüglich eine deutliche Sprache fand Rückkehrer Marcello Fiorentini, der einen sehenswerten Angriff mit einem strammen Schuss aus 22 Metern ins untere rechte Toreck abschloss. Um nochmals Bezug auf das Hinspiel zu nehmen: Auch beim 1:1 am 6. Spieltag war Fiorentini am Treffer für den SVA beteiligt, legte damals für Patrick Amrhein auf. Mit zunehmender Spieldauer kam Heimstetten immer besser ins Spiel und zeigte zusehends die spielerischen Attribute, die man von einem Tabellensechsten der Regionalliga erwartet. Da sich auch die Elf von Toni Abbruzzese nicht mit einem Punkt zufriedengeben wollte, entwickelte sich im Laufe der zweiten Halbzeit ein offener Schlagabtausch mit spielerischen und kämpferischen Akzenten. Möglichkeiten zum Siegtreffer gab es noch auf beiden Seiten. Peter Sprung fand in der 58. Minute einmal mehr seinen Meister in Krasnic, um dann in der 76. Minute nach einer scharfen Hereingabe des links durchgebrochenen Steffen Bachmann an der klarsten Einschussmöglichkeit vorbeizurutschen. Bei den Heimstettenern, die umso besser ins Spiel kamen, je mehr bei der Viktoria die Kräfte nachließen, hätten Christoph Schmidt und Gianluca Simani die Matchwinner sein können. Ersterer scheiterte an Maximilian Hinterkopf (60.), letzterer schoss knapp drüber (66.).

Insgesamt aufgrund der Spielanteile ein leistungsgerechtes Unentschieden, wenn auch ein klares Chancenplus bei der Viktoria zu verzeichnen war. Gelänge es, die Schönbusch-Akteure  gegen den am Untermain epidemisch auftretenden weiß-blauen Chancentod durchzuimpfen, dann wäre Abstieg wohl schon bald kein Thema mehr.

Trainerstimmen

Rainer Elfinger (Heimstetten): Glückwunsch zum Punkt an Antonio Abbruzzese. Marcello Fiorentini wollte ich heute in der Aschaffenburger Mannschaft eigentlich nicht sehen. Ich muss meiner Mannschaft heute zum Vorwurf machen, dass sie die körperlichen Defizite des Gegners nicht ausgenutzt hat. Ab der 55. Minute hätten wir noch zwei, drei Tore machen müssen. Mit der heutigen Punkteteilung haben wir die letzte Chance verpasst, nach oben noch was zu bewegen.

Antonio Abbruzzese (Aschaffenburg): Riesenkompliment an die Mannschaft, wie sie sich in dieser schwierigen Situation präsentiert hat. Wir hatten die deutlicheren Torchancen, alleine in der ersten Halbzeit vier, fünf. Der Rückstand vor der Pause durch Neumeyer war ein Déjà-vu und erforderte anschließend Aufbauarbeit. Dass wir trotz der Strapazen gegen einen sehr gut organisierten Gegner noch zum Ausgleich gekommen sind, erfüllt mich mit Zufriedenheit und macht mich zuversichtlich, dass wir die zum Klassenverbleib erforderlichen Punkte in den restlichen Spielen noch holen werden.

Viktoria Aschaffenburg – SV Heimstetten 1:1 (0:1)

Viktoria: Maximilian Hinterkopf − Matthias Fries, Markus Brüdigam, Markus Wosiek (80. Nico Koukalias), Steffen Bachmann − Mario Sternheimer, Simon Schmidt, Marcello Fiorentini, Daniel Cheron – Giulio Fiordellisi (73. Adnan Murtic) − Peter Sprung (89. Christian Breunig)
Heimstetten: Marjan Krasnic − Alexander Schneider, Rafael Mayer, Valentin De la Motte, Quirin Löppert − Christoph Schmitt, Gianluca Simari, Memis Ünver, Hugo Lopes (86. Lennart Hasenbeck) − Andreas Neumeyer, Florian Rudy (74. Marco Bläser)
Tore: 0:1 Andreas Neumeyer (45.), 1:1 Marcello Fiorentini (53.)
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach) – Sven Bode,  Andreas Heidt
Zuschauer: 306
Gelbe Karten: Daniel Cheron (6.) / –

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