Viktoria und die Favoritenbürde – geht das zusammen?

Atypisches Szenario vor dem Gastspiel bei den Blumenstädtern (Samstag, 29. März, 14 Uhr) soll nicht zum „Rainfall“ werden

Eines konnte man der Viktoria in ihrer nun fast schon zwei Spielzeiten währenden Regionalliga-Bayern-Präsenz bislang beim besten Willen nicht nachsagen: dass sie vor ihren Auswärtsauftritten im Erfolgsfalle bei den Buchmachern nicht für gute Quoten gesorgt hätte. Trotz der jüngeren Erfolge in der Fremde mag es als Premiere gelten, wenn die Weiß-Blauen gegen das noch sieglose und abgeschlagene Schlusslicht TSV Rain am Lech ausnahmsweise klar favorisiert in ein Auswärtsspiel gehen. Kein Hexenwerk allerdings, angesichts von jetzt schon 10 Punkten und immerhin drei Auswärtssiegen (Würzburg, Memmingen, Schweinfurt), die die aufstrebende Komljenovic-Elf mittlerweile von ihrem arg gebeutelten Widersacher trennen.

Der SVA tritt am Samstag, 29. März, beim Tabellenletzten an.

Der SVA tritt am Samstag, 29. März, beim Tabellenletzten an.

Der TSV Rain am Lech und die Regionalliga-Saison 2013/14, das war bisher alles andere als eine Erfolgsstory. Quasi vom Anpfiff weg fühlte sich die Elf von Stefan Tutschka magisch von der roten Laterne angezogen, deren charmantem Strahlen sie erstmals am 4. Spieltag erlag. Vom 8. Spieltag an wurde aus dem anfänglichen Flirt ein hartnäckiger Klebeeffekt, der bis heute angehalten hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit – so steht es zu befürchten – anhalten wird, bis der Tod, sprich der sportliche Abstieg sie scheidet. Achtmal teilten sich die Oberbayern in dieser Saison mit dem Gegner die Punkte, die restlichen Partien gingen sämtlich verloren. Man wird der Tutschka-Truppe allerdings nicht gerecht, wenn man sie pauschal als Kanonenfutter bezeichnete, denn mit einem oder zwei Toren verlorene Partien machen zirka 70 Prozent aller erlittenen Niederlagen aus. Auch in den ersten Spielen  des Jahres 2014 hatte der TSV noch nicht resigniert und stemmte sich mit aller Macht gegen den drohenden Abstieg, wie die knappen Niederlagen gegen spielstarke Mannschaften wie Nürnberg II (2:3), Fürth II (2:3) oder in der Vorwoche Buchbach (2:4) zeigen, wo die endgültige Entscheidung zugunsten Buchbachs erst durch einen Foulelfmeter in der letzten Spielminute fiel. Was bleibt also den Blumenstädtern, nun da das Thema Klassenerhalt so gut wie „durch“ bzw. allenfalls für die kühnsten Optimisten noch ein Thema ist? Auch jenseits des Themas „Klassenerhalt“ gibt es da noch eine Baustelle. „Endlich den ersten Saisonsieg einfahren“, dürfte die Ansage lauten, denn an einem ehrgeizigen Team, das im Saisonverlauf seine Konkurrenzfähigkeit des Öfteren unter Beweis gestellt hat, muss der Nimbus der Sieglosigkeit extrem nagen. Und wer wäre da zur Trauma-Bewältigung besser geeignet als der Tabellenvorletzte, den man zudem noch im heimischen Georg-Weber-Stadion  empfangen kann? Die Gemengelage könnte tückischer kaum sein und der aufgrund eines ungeahnten Zwischenspurts derzeit auf einer Euphoriewelle reitende SVA muss höllisch aufpassen, um nicht in den Sog des Lech-Strudels zu geraten und am Ende das Schicksal der Hausherren zu teilen. Schließlich hat man ja nicht am vergangenen Samstag mit dem FC Bayern München den Niagara-Fall überstanden, nur um dann im Lech zu ertrinken. Diva hin, Diva her – traurig, wenn sich die Viktoria so um den Lohn ihrer Mühen brächte.

Wie unter der Woche verlautete,  muss SVA-Coach Slobodan Komljenovic für längere Zeit auf den verletzten Innenverteidiger Florian Haith verzichten. Dagegen steht Soheyl Alipour-Rafi nach Beendigung der Abitur-Prüfungsphase wieder zur Verfügung. Kein Abitur benötigt man indes, um derzeit die Tabelle zu lesen. Vorbehaltlich des ersehnten Auswärtsdreiers beim Schlusslicht hätte sich die nach der Hof-Pleite schon mit der Bayernliga in Verbindung gebrachte Schönbusch-Elf (18 Punkte) im günstigsten Falle auf Schlagweite an das vor ihr platzierte punktgleiche Trio Schweinfurt, Hof und Schalding (23 Punkte) herangearbeitet und zudem noch den Joker des Nachholspiels in Bamberg (1. April, 19.30 Uhr) im Ärmel. Schweinfurt und Bayern Hof machen sich schon am kommenden Freitag gegenseitig die Punkte streitig, während Schalding auswärts beim TSV 1860 Rosenheim antreten muss.

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